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Der Orient · 1843-09-26 · 39 (26.9.1843) · p. Spalte 617-618

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
39 (26.9.1843)
Article
Ueber die Bedeutung von Miqsav und einige spanische melodieangebende Lieder im span. Machasor
Date
1843-09-26
Page
Spalte 617-618 (sequence 2)
Language
German
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617 Das Sagenbuch v. R. Nissim. 618 Ii8t6(i)8 amiAÄ, ihr zogt hinweg Freundin). Sehen wir nun auf die hebräischen Gedichte, die nach den Melodien dieser Lieder gesungen wurden, so finden wir einen ähnlichen Inhalt in diesen und jenen, ja man möchte sagen, daß die hebräischen Lieder den spanischen nach gedichtet wurden. Das erste Lied — in dem die „drei Farben" auf die gefärbten Streifen der Fahne sich zu beziehen scheinen — ist wahrscheinlich ein militärisches Lied, etwa auf den Einzug des Königs gedichtet Ein ähnlicher Inhalt findet sich in dem -dazu gehörigen hebr. Gedichte nWJH DHyttf INttf 'di dddd nrn : dS>iv nns. um die Aehnlichkeit des Inhalts der übrigen drei spanischen Lieder mit dem der hebräischen zu beweisen, genügt es auf folgende Verse aufmerksam zu machen: rhm .... Timi pDN Tniy1? HW yn bi HNsrfe •>nNiD*v> : non nm ns'pm niiy dihd w ri?w jpDNb ynw, 'iw, mo^icyn *» Uebrigens bitte ich,' bei dieser Untersuchung zu erwägen, daß blos die Anfänge der spanischen Gedichte vorliegen. A. Ink. Das Sagenbuch von Rabbi Rissim (rwyon 'p pN) D'DJ ^). Bekanntlich schreibt man das bekannte oft gedruckte Sefer Ha-Maasiot oder Sagenbuch dem bekannten Gaon Nissim (p) zu, so sehr auch unser Gefühl sich dagegen sträubt, dieses im Ganzen sehr schlechte Produkt einem solchen Manne zuzuschieben. Ich glaube aber, daß der wahre Nissim sich aus dem Merkchen selbst ermitteln läßt. In einer Handschrift eines nnmn mitfj; tarno, die ich gesehen, wird dieser Midrasch einem Ascher b e n Mesch u llam zugeschrieben, gegen welches man wohl Nichtseinzuwenden hat, da man den Vers, sonst nicht kennt. Ich fand aber in den Maasiot des Nissim, beim genauen Durchlesm, so viel aus jenem Midrasch entlehnt, daß ich nicht umhin konnte, diesem nachzuspüren, und ich fand bald bestätigt, daß Nissim ein Enkel jenes Ascher den Mesch ullam dieses Sagenbuch geschrieben haben müsse. Nur so konnte ich die zuweiligen Erwähnungen im Buche: nun (^Nino^X '->) tfiwSH \3pT no verstehen, und die Stelle in -)DD nw^on, wo es heißt: ON1 yrr \3pi no ndnd Dvi&nD vdhjjd, wurde mir klar. Der Enkel (Nissim) hat auch ganz den Weg seines Großvaters (Ascher) eingeschlagen, indem er seine oft sonderbaren Hagada's nicht blos aus Schriften, sondern auch nymn ’DD herholt. Reifmann. Die Menschenopfer der alten Hebräer. |gt Me Menschenopfer der alten Hebräer. ßS Eine geschichtliche Untersuchung von Dr. F. W. Ghillany, Professor und Stadtbibliothekar m Nürnberg. Nürnberg, 1842. 8. (Fortsetzung.) Die schöne Vision des Propheten Elia (1 Kön. 19, 11), wo die Erscheinung Gottes nicht im Feuer, sondern in dem sanften Säuseln des Windes dargestettt wird, woraus 1 doch deutlich zu erkennen ist, daß die h. S. Iah nicht unter dem Bilde des Feuers verkörpert, vermochte nicht Hrn. Gh. für die Wahrheit zu gewinnen, und er bedient sich der Ausflucht: daß doch das Feuer dem leisen Wesen, welches das Wesen Iah's einschließt, am Nächsten sei. Wenn Gott zu Moses sagt: Dm Dtt nm b nmn nnyi", so dürfe und könne ctoNl nicht mit vernichten, vertilgen übersetzt werden, in welchen Fehler alle jüdischen und christlichen Exegeten verfielen, sondern mit „fressen"; denn „fressen" ist der Ausdruck, der zu dem göttlichen Feuer gesetzt wird, wenn es als ,,fressen" bezeichnet werden soll, wie z. B.: Iah ist ein fressendes Feuer. Herr Gh. hat fürwahr eine besondere Nachsicht mit unfern Vorfahren beurkundet, daß er dieselben nicht als Menschenfresser dargestellt hat, wozu er so manche Belege in der heiligen Schrift hätte aufsinden können; wie z. B.: Sie glühen wie der Ofen und fressen ihre Richter (Hosea 7, 9); Du sollst fressen alle deine Feinde (5 M. 7, .16) u. dergl. Unter den götzendienerischen Königen Judas war zwar auch die Pyroma ntie ein Theil ihres abgöttischen Kultus, wovon sich Spuren finden (2 Kön. 23, 12), wo ein Sonnenwagen erwähnt wird, so wie der Dienst der Pferde, die man, wie es in diesem Kultus gebräuchlich ist-^), opferte, wofür aber im mosaischen Kultus keine entfernte Aehnlichkeit aufzusinden ist. Der mos. Kultus tritt immer im Gegensatz des Götzendienstes als etwas für sich bestehendes, dem die Offenbarung als Originalidee zu Grunde liegt, auf; der Götzendienst hingegen, wird als eine Nachahmung, .ein Eingehen in die Gewohnheiten der Nachbarstaaten dargestellt, daher immer die Ausdrücke — D^fVl beim Verfall in den Götzendienst gebraucht werden. Vor dem gänzlichen Versinken in die Verderbtheit der Nachbarstaaten wurde das israel. Volk immer durch Drang und Leiden bewahrt, und die Erneuerung und Wiederherstellung des reinen mosaischen Kultus war die natürliche Folge des wiedererwachten Selbstgefühls, angeregt durch immer erneuete Offenbarung der gottbegeisterten Propheten, der immer die politische Wohlfahrt unmittelbar folgte. Diesen Faden, der durch die ganze Geschichte des israel. Volkes bis zum Exil durchgeht, hat Herr- GH. gänzlich unberücksichtigt gelassen, dem mos. Kultus hingegen eine Grundlage gegeben, die höchstens durch entfernte Analogien, die aber bei näherer Beleuchtung gänzlich ver- 25) Herod. 1. s. f.

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