Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 39 (26.9.1843)
- Article
- Ueber die Bedeutung von Miqsav und einige spanische melodieangebende Lieder im span. Machasor
- Date
- 1843-09-26
- Page
- Spalte 615-616 (sequence 1)
- Language
- German
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615 Lit. Analekten. Ueber die Bed. von Mikzab und einige span, melodieangebende Lieder rc. 616 4, 4; ibid. 9, 25 u. nt. A^ — Wahrlich! es gehört mehr als Kühnheit dazu, zu behaupten, Moses habe die Beschneidung nicht für wichtig angesehen. — Literarische Analekten. «e-er die Bedeutung von rispo und einige spanische melodieangebende Lieder im span. Machasor. Unter vielen Bemerkungen, die ich zur Ergänzung und Berichtigung der Dukes'scheu „Notiz über die äußeren Formen der Pijutim" gemacht habe, will ich gegenwärtig die früher bezeichneten hervorheben. LB. Nr. 28, Col. 434 sagt Hr. Dukes, daß „Metrum" im Hebräischen sowohl durch hpWü als HHjPß ausgedrückt werde. Außer in der dort citirten Stelle aus Iehuda Ibn Tibbon 's hebräischer Übersetzung des CH ob ot Ha-Lebabot nun, finden wir den Ausdruck noch drei Mal im Buche Kusari, und zwar u, 78 füy *wn zi^pon1 tdew HD nhm) ym wn und v, 16 ospo yiob n*aa onmi rran or6 yDtwi d^p^dd Dyipnoi wn wn hpwD DjnD nih jodidh riNUi nnoDnn yh^rao vyw D.in D’imn rvbm dud ym nm rby -rny’ xh) 'Ol n^pDD hoü HNIJ “WN m m Auch ein Pajtan sagt (am ersten Sabbat nach Pesach) von den Engeln: nrw nuy, , d5?id!?d 2). Fehlt nun aber jeder Grund, warum 2%pü (von Z}^p abschn erd en) „Metrum" bezeichnen soll, so kommt noch dazu, daß dieser 1) Die Konstruktion 's ‘-poDri fällt Hrn. Cassel auf, und glaubt er, wenn das nicht unecht ist, daß hier das Histl toew im intransitiven Sinne „zu nichte werden" genommen werden müsse. Allein “PDDil hat nie die Bedeutung „zu Nichte werden". Dazu kommt, daß 7>D2n hier dem arab. JuwJ in der tV. entspricht, welches hier eine transitive Bedeutung hat (currupit rem). Die Konstruktion ist aber sehr richtig, indem die Präpos. n hier „an" ausdrücken soll und es darf nicht übersetzt werden „was nun das rc. verdirbt, sondern „was nun an dem rc. verdirbt, wie auch der Zusammenhang dort diese Erklärung fordert. 2) Bei Gelegenheit der Form dieses Gedichtes bemerke ich, daß R. Jakob ben Meir seine Gedichte nach dieser oder ähnlicher Form eingerichtet, wie auch der erste Vers des in dem schon oft erwähnten Codex auf der hiesigen Rathsbibliothek enthaltenen Gedichtes zeigen mag: : diw hx - Djsnn wn y dba t : orpi yp3 4 ■py hx *pya did :dw h'h ^no m 4 hbnx) ‘ ' : dhd mn * ^dd xhi * rpv t Ich glaube daher auch, die Gedichte -jqi -ppp und WX nra ti/x mp1 in unserem Machasor, welche das Akrostich 2py haben und nach derselben Form gedichtet sind, dem R.'Jakob ben Morr vindieiren zu können. Das Gedicht desselben über die Accente (cod. de Rossi 563) ist auch nach ähnlicher Form gedichtet. neuhebr. Ausdruck von einem Uebersetzer aus dem Arabischen ausgeprägt worden, der selbst „Metrum" durch bpU/12 O o — entsprechend dem arab. — übersetzt, und der daher, wenn er OHpD setzt, gewiß ein entsprechendes Wort im arabischen Originale vor sich gehabt. Betrachtet man ferner die Stelle im Kusari V, 16, wo auf 2^pft im Verhältnisse zu bpV/Q ein besonderer Accent gelegt wird, und erwägt man, daß die Tibboniden in ihren servilen Uebersetzungen dem Arabischen adäquate Ausdrücke gebildet haben, so wird man leicht darauf hingeführt, daß ^LpQ von bpVilti sich auf irgend eine Weise unterscheiden muß, und daß man auf den entsprechenden Ausdruck im Arabischen zurückgehen müsse. Ich glaube daher, daß Jehuda Ihn Tibbon, der Uebersetzer vom Kusari und von Chobot Ha-Lebabot, in den s arabischen Originalen d i s s e c u i t, in plu res partes concid it), scaiisio versus per pedes metricos, vor sich gehabt habe, welches er am besten durch D^pp (von O2p, praecidit, abscidit) wiedergegeben 3). Durch diese Erklärung erhalten jene Stellen, in denen es sich immer um die Theorie der Metra handelt, eine besondere Prägnanz. Allerdigs haben spätere neuhebr. Schriftsteller mpn für synonym mit hpWD genommen. — Was ferner einige s p a n i sch e Lieder im span. Machasor betrisst, so habe ich zu bemerken, daß der bloße Umstand, wenn die Melodie eines Liedes auf ein anderes übertragen wird, beide Lieder ein gleiches Versmaaß und einen ähnlichen Inhalt haben müssen, so nicht eine Disharmonie zwischen der Melodie und den im Liede ausgedrückten Gefühlen rc. entstehen soll, Einen.auf den Gedanken bringen muß, daß Inhalt und Versmaaß der hebräischen Lieder den melodieangebendm spanischen korrespondiren müssen. Zwar klagt Archiv 0 l t i in einer von uns bereits citirten Stelle des Arng. Ha-Bosem über den Mißbrauch, Hirtenlieder - Melodien aus heilige Gesänge zu übertragen, woraus man schließen kann, daß die entlehnten Melodien nicht immer paffend waren; -allein bei einigen melodieangebenden span. Liedern läßt sich die Aehnlichkeit des Themas und Versmaaßes mit denen der hebräischen nachweifen. So finden sich im span. Machasor für Mincha le-Simchat Tora folgende Anfänge spanischer melodieangedender Lieder: nJIK (Tres colores en una, drei Farben hx einer); DN1)WXW cy’D&yvTD (Pues vos me feriste(i)s (h iristeis), dieweil ihr mich verwundetet) 5 v 'pUD (Porque 110 me hablas, warum sprichst du nicht mit mir); nJPDtt rW’trjND Par 3) Welcher richtige Takt Jeh. Ibn Tibbon geleitet, das arabische gLiS durch das hebräische rjtjp wiederzugeben, geht auch daraus hervor, daß glasu in der Bedeutung forma, statura (wie das französische taille oon taiiler) dem hebr. Däp (Reg. 6, 2. 7, 37.) entspricht. Liu (nomen act. von ir.