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Der Orient · 1843-09-05 · 36 (5.9.1843) · p. Spalte 573-574

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
36 (5.9.1843)
Article
Jakob Trigland's Abhandlung über die Sekte der Karäer
Date
1843-09-05
Page
Spalte 573-574 (sequence 3)
Language
German
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573 I. Lngland's Abhandlung über die Sekte der Karäer. 574 leicht für eine und dieselbe Partei gehalten wurden. R. Jehuda Ha-Lewi sagt von den Karäern zur Zeit des Hy'rkan: rmn rnin rnc^ Dmss Dy wow;\nnpn rcnmi tdi HD 'pyDD'* Der Hauptgrund aber zu der Schmähung lag in der Verwandtschaft und Uebereinstimmung, die über mehre Artikel, soweit sie von den Pharisäern abwichen, stattfand. Man höre hierüber den R. Kaleb Ben Elijahu in dem Manuskript nnDND ni'wPr der auch einen andern, altern Rabbiner, Iehuda Hadassi im nDOn 'PDt^N, anführt, und sich folgendermaaßen ausdrückt: b])2 iJNEMJDD DJDN p ypo rb pNB? cromn d mniy rhupn owroo D’pnsn b'S om nm tö "p mi now rp^y&y minn •»snan minn p om anm Dn^ran Dy D^Dirvam nvub xn nw m dj ucnrnn rumin ioom my D'Dimm Dpra unöpi dd^ wby iD^nn uidd myDi^n .in dp moto mn D^Dirvam D^pran onou* um omb nip^non in« nw u^y n*?i n"rp lmira mto dp .mno n:w mno ttd inijobi om uhnrh pto;\sp ... by o Dnj^n Dl Dpnyn ltf n^Nt^n PLQ D U\N£>. Weit entfernt aber, daß jene in den übrigen Dogmen mit den Sadducäern übereinstimmten, so bekennt R. Kaleb im Gegentheil an derselben Stelle: nypbl üny-fc D'Dirp:» D'pm roron rbx) «on D^iyn D^roD d\pdi D^Dnipstt dh Dumn imv rDlDNHl rnn wom Ninttf. Daher man mit Recht mit demselben Schriftsteller sagen kann: on DPsDptf/ TON"5 DN nNjpm np&non m by on d dudd ym D'pmn D^Dipo Dnnm nvnb pm bu) prmni rrmn ronw DnyDt^D1? nnpn Und so ist, wie ich glaube, offenbar, woher der Vor- 'wand und die Veranlassung•, den Karäern, trotz ihres Widerspruchs den Namen Sadducäer zu geben. Obgleich auch ohne daß etwas Anderes hinzukam, den Sadducäern und Karäern leicht geschehen konnte, was anderen Sekten häufig geschehn ist: daß sie, sobald ein wichtiges und berüchtigtes Dogma bei ihnen allen sich vorfand, obgleich übrigens noch so sehrunter einander verschieden, doch mit einem und demselben Namen belegt wurden. Auf diese Art wurden Juden und Christen verwechselt, so wurden die verschiedenen Klassen der Effener, wenn gleich einige sich verheiratheten, andere nicht, doch alle gemeinschaftlich Essener genannt; auf ähnliche Art ging es bei vielen Sekten unter den Christen. Es ist daher nicht zu verwundern, daß, da bei dem großen Hauptstreit jener Zeit die^ Karäer, mit den ausgearteten Schülern des Antigonus derselben Meinung waren, sie deshalb auch beim Pöbel Sadducäer hießen, obgleich im Uebrigen eine große Kluft zwischen Beiden befestigt war. Dies berücksichtigend wollte Jos. Scaliger, der die Verschiedenheit beider Sekten bestimmt vertheidigt, nicht in Abrede stellen, daß die Juden Recht gehabt hätten, wenn sie die Karäer für denjenigen Theil der Sadducäer erklärten, der blos die Schrift festhielt, alle Traditionen verwarf. In dieser Bedeutung konnte auch der Historiker Iosephus in populärer Sprache an dem angeführten Orte den Hyrkan und die übrigen Karäer, Sadducäer nennen. Und }fo> kam cs, daß viele jüdische und christliche Gelehrte, da sie bemerkten, daß dieser Name schon früh ein gemeinschaftlicher gewesen sei, und sie es nicht mehr ändern konnten, um Sachen und Personen zu unterscheiden, die Sadducäer in verschiedene Sekten (mro) oder Familien cintheilen; dies thun die Karäer selbst zuweilen, ebenso der in hebräischer Literatur so bewanderte Lightfoot, welcher sagt: es giebt wenigstens zwei Sekten der Sadducäer. Cap. 6. Ob Spuren von den Karäern im N. L. Vorkommen. Untersuchung des Unterschieds zwischen den Notunot, und den rQDCiifiazSLg. Während dieser Untersuchungen über das Alter der Karäer ist mir, und wahrscheinlich auch dem Leser, oft die Frage eingefallen, ob nicht, wenn ihr Ursprung der Erscheinung Jesu Christi vorhergegangen ist und ihre Partei schon damals einen nicht geringen Theil der jüdischen Kirche ausmachte, irgendwo in der evangelischen Geschichte ihrer Erwähnung geschehe oder eine Spur von ihnen sich vorfinde. Obwohl, dies zur Sicherstellung unsrer Behauptung, deren Richtigkeit wir schon deutlich genug nachgewiesen haben, keineswegs nöthig ist, und das beharrlichste Stillschweigen der Schrift ihrem Alter eben so wenig entgegenstehn könnte, als dem der Ejsäer, Hemerobaptisten u. s. w., die, obwohl von den Evangelisten verschwiegen, doch zu jener Zeit in Blüthe waren. Denn die Bücher des N. T. sind für ganz andre Zwecke, als zur Befriedigung der Neugierde geschrieben. Es giebt aber, wie Ioh. Drusius in dem Buche über die drei Sekten nachgewiesen hat, allerdings einige Stetten, welche man passend aus diese Scripturerier beziehen kann. Luk. 11, 45 unterbricht einer von den NofanoLg Iesum, nachdem dieser über die rgecfauccTSLs und (fragiGaios das Wehe gerufen hatten mit den Worten: Rabbi, indem du dieses sagst, verspottest du auch uns. Wer den Text des Lukas genau ansieht, muß wahrnehmen, daß augenscheinlich darin liege: 1) daß der Nofunos (ein Gesetzlicher) hier von den und den Pharisäern unterschieden werde; 2) so jedoch, daß er m den Worten Jesu: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, auch für sich eine Beleidigung erkennt. Man bemerke, daß er sich nicht unter dem Namen Pharisäer gemeint glaubte, denn so lange Christus V. 42. 43. über diese blos Drohungen aussprach, schweigt und ruht er, ja er freut sich, wie wenn gegen Feinde, die es verdient haben, der Blitz geschleudert wird. Aber als Christus V. 44. mit stärkerer Rede beide Benennungen verbindet, und: Wehe euch ihr Schriftgelehrten und Pharisäer ausruft, da wird er plötzlich zornig und sagt: zhö'u6Hcde, xavxa liyov y.ul rjiicxg vßqft&is* lForts. folgt.)

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