Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 36 (5.9.1843)
- Article
- Die Menschenopfer der alten Hebräer [Rezension]
- Date
- 1843-09-05
- Page
- Spalte 567-568 (sequence 4)
- Language
- German
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567 Literarische Lnalekten. Das Beten Gottes. 568 lcistina Me ich selbst dergleichen gesehen. Ob nun aber unter dem syrischen Palästina gerade die von den Israeliten bei ihrer ersten Einwanderung unter Serubabel, in welcher Zeit der Vers, selbst zugeben muß, daß am Spätesten Herodot in Palästina gewesen sein kann, gleich inne gehabten Ländern verstanden werden muß, hat der Vers, um so mehr noch zu erweisen, da Herodot die Länder nicht so genau abgrenzt, und unter Syrien auch Assyrien versteht (7, 63). Da der Vers, sich immer auf das Zeugm'ß heidnischer Autoren beruft, um die jüdische Religion in ihren reinsten Elementen herabzuwürdigen, so erlauben wir uns demselben die oft benutzten Worte Strabo's (Geogr. 1, 2) vorzulegen, daß nämlich die Griechen bei Begebenheiten, wovon sie Zeuge gewesen, sich widersprechen, und daher um so weniger Glauben verdienen, wenn sie von den Alterthümern der Perser, Meder und Syrer reden; ohne Zweifel hätten sie von den echten Denkmälern dieser Völker gar keine Kenutniß gehabt. (Jos. cont. Ap. 1). Um so vorsichtiger sollten uns daher ihre Berichte und Erzählungen machen, wenn aus solchen Quellen Resultate gezogen werden sollen, die gerade unsern alten wohlerhaltenen Denkmälern entgegen sind-*). Erwähnte Erzählung Herodots wird vom Verf. an mehren Stellen wiederholt und als Beweis angeführt, daß der Phallus-Dienst während der ganzen Dauer des jüdischen Staats, Staatsreligion war. Das fröhliche Lanzen des heiligen Sängers, als er die Bundeslade in die Stadt David brachte (2 Sam. 16) soll die bekannte Phallusverehrung gewesen sein (S. 480). Jene zwei Säulen des salomonischen Tempels, Jach in und Boas, die noch in unserer Zeit als ehrwürdige Embleme, als Sinnbilder des Feuers und des Windes, in keinem Tempel des allgemeinen Menschheitbundes fehlen dürfen, waren dem Verf. zwei Phallen. (S. 143. 163. 167. 462.) Aus dem, Hrn. Gh. eigenen Wahrscheinlichkeitsgesühl behauptet er (S. 178), Salomon hätte „w a h r s ch e i n l i ch" einen Theil der Nebengebäude des Tempels dem Asch eren- Dienste bestimmt. Wahrscheinlich hat Hr.GH. irgendwo etwas von den 0^3 rvnty gesehen, die er aus Unwissenheit oder Böswilligkeit mit den der babylonischen Göttin Myletta geweihten Zellen idenListcirt. Dem mosaischen Zeitalter hat Hr. Gh. noch glücklicherweise diesen Geschlechtskultus nicht zugetheilt, und gewiß hielt ihn noch irgend ein Schamgefühl oder die Ehrfurcht zurück, die Stellen in Levit. 18, 29; 21) Sv verwechselt auch Ptutarch (Smp. 1, 4) das Laubhüttenfest mit dem Vcrsöhnungstag und giebt vor, dieses Fest wäre mit den Bacchanalien der Griechen völlig dasselbe. Den Namen Leviten leitet er 'oqwEvloq ab, den Namen Bacchus von Sabbat. Tacituß (V, 4) beschuldigt die Juden, daß sie den Esel göttlich verehrt hätten. Wir könnten noch viele solcher groben Irrthümer anführen, die alle ihren Grund in der gänzlichen Unbekanntschaft der heidnischen Autoren mit den jüdischen 2llterthümern haben, wenn uns dies nicht von unserem Ziele zu weit ab führen würde. Deut. 23, 17 für seine sogenannte Reformatoren zu vindiciren. Es giebt einen gewissen Grad von Absurdidat, wo man dieser nichts anders als Stillschweigen, nach der Lebensregel des Weisen: „Antworte dem Thoren auf seine Thorheit nicht" entgegensetzen darf. Wir beschränken uns daher nur darauf, solche grobsinnliche Ausschweifungen in ihrer schamlosen Nacktheit darzustellen, enthalten uns aber jeder Bemerkung und nutzlosen Verschwendung von Vernunstgründen. Phallophorien und Phallogogien sind überhaupt Themata, die von Herrn Gh. und vom literarisch gerichteten Nork solche feste historische Grundlagen erhielten, daß jener sich vermißt (S. 143), die Kirchthürme, als Sinnbilder der Phallen darzustellen , und dieser die Grundbedeutung aller hebräischen und vieler griechischen und römischen Wörter auf [irjdos, te* sticulus, penis und dgl. zurückführt. — (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten. Das Beten Gottes. Hr. M. Sider machte mich, in Bezug auf die von mir früher mitgetheilte Notiz über „die orientalische Anschauung, daß Gott bete", auf eine interessante Stelle in Milch einet Mizwa einer in Algier im Monat Kislew 5198 (1437 n. Ehr.) verfaßten Vertheidigung des Talmud gegen den Apostaten Iosua aus Lorca, genannt Hieronymus de Santa fide; vergl. D e Rossi Bibliotheea judaica — antiehristiana, pag. 100, Dizionario storico, Art. Duran; Zu n z, G. V. S. 287, Anm. l — von Rabbi Salomo Dur an, dem Sohne des berühmten aufmerksam, die wegen des Strebens ihres Verfassers, das sprachliche Element in der Erläuterung der Hagada zu berücksichtigen, einer besondern Mittheilung werth ist. Wir sagen „wegen des Strebens", indem, wie wir in den Anmerkungen Nachweisen werden, der Verf. wohl die Nothwendigkeit begriffen hatte, viele Stellen der Hagada kritisch-philologisch zu erläutern, in der Ausführung aber durch eine getrübte Sprachanschauung und eine Begriffsverwirrung gehindert wurde. Die hierher gehörige Stelle befindet sich Fol. 35 d a. a. O. und lautet: 'dd naim natnt? idd rnpnty mw nai bspii i'tw bhsn'w inM tibjw d^ü/i on ptwin nob -hü idiki (* fenn rvn i'ew dddnqd nnsun ruan oäan on twn son nw cmpa Dp yroip MDV riNntsoi mmn ut>w (1 2^dh naprm' b'i Dnb 1) Matth. 27, 46. 2) Bei diesem und dem darauf folgenden Satze fängt schon die Begriffsverwirrung an, denn während im ersten Satze pfen als das Nachsuchen um Wohlwollen, Liebe und