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Der Orient · 1843-09-05 · 36 (5.9.1843) · p. Spalte 561-562

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
36 (5.9.1843)
Article
Die Menschenopfer der alten Hebräer [Rezension]
Date
1843-09-05
Page
Spalte 561-562 (sequence 1)
Language
German
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Literatnrblalt des Orients. -me££I - Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. m 30. Leipzig, den 5. September 1843. Die Menschenopfer der alten Hebräer. Eine geschichtliche Untersuchung v. Ghillany. Beurtheilt v. R. Kirchheim. (Forts.) — Lit. Analekten. Das Beten Gottes. Die Schrift: Mil che me t Mizwa. Von den Arabern entlehnte Formeln. Scheber Josef. — Jakob Trigland's Abhandlung über die Sekte der Karner. Im Auszüge übersetzt. (Forts.) — Literarische Ankündigungen. fgt Me Menschenopfer der alle» Hebräer. D Eine geschichtliche Untersuchung von Dr. F. W. Ghillany, Professor und Stadtbibliothekar in Nürnberg. Nürnberg, 1842. 8. (Fortsetzung.) Besonders spricht für 'dieses System der Umstand, daß die Opfergesetze nur die Folge von Israels Hinneigung zum Götzendienste waren, die sich durch die Anfertigung des goldnen Kalbes kund gab. Vor dieser Zeit war das Opfern nicht gesetzlich geboten, sondern eine natürliche Manifestation des religiösen Gefühles. Nach diesem Systeme läßt sich auch der Sinn des Verbots erklären, daß den Israeliten, während ihres Aufenthalts in der Wüste, der Genuß alles Fleisches, außer dem Opferfleische, ganz und gar verboten war, damit sie nach ihren frühem Gewohnheiten, nicht inehr in Versuchung kommen sollten „ihre Schlachtopfer den Seirim zu bringen"''"). Für die speciellen Anordnungen des mosaischen Opferkultus dürfen nach diesem System weder rationes mysticae ausgesucht, noch dürfen solche symbolisirt werden. Maimonides versucht daher, für die einzelnen Bestimmungen den Grund in einer Opposition gegen das Heidenthum aufzufinden, und zwar zunächst, wegen der nahen -Berührung, in der Moses und die Israeliten zu den Egyptern standen, gegen den egyptischen Kultus, eine Erklärungsweise, die M. bei vielen Ceremonialgesetzen anwendet, jedoch nicht glücklich ausführt, indem so Manches, was er als dem Heidenthum opponirend darstellt, nicht mit Herodots <2, 30) Erzählung vom egyptischen Kultus übereinstimmt. Am Meisten Begründung hat aber die kabbalistischsu per naturalistische Ansicht, die im Allgemeinen das Opfer als ein Verbindungs- und Gemeinschaftswittel darstellt, wodurch die Verbindung mit Gott und eine Wechselwirkung der obern und fublunarischen Welt erhalten wurde. Zu dieser Ansicht bekennen sich Iehuda Ha-Lewi "), Bechaji"), Nachmanides, das Buch Sohar^) und Bähr^). Im mosaischen Kultus liegt, nach Bahr, diesem Systeme die Idee der Sühne zum Grunde, und das Opferblut ist das Sühnungsmittel, wie es heißt (Levit. 17, 11): „^^nri 2O3 *0 -ßob mnan by 02b rnru oni , N'-n d-d". Der Begriff der Sühne setzt aber im Mosaismus nicht immer, wie im Heidenthum, den erregten Zorn oder den Unwillen Gottes voraus, der gesühnt werden müsse; denn sonst würde das mosaische Gesetz nur für wissentliche Vergehen und vorsätzliche U e b er t r e t u n g e n Sühnopfer angeordnet haben, während solche nur bei unwissentlichen Uebertretungen stattfanden 17). Jedes unwissentliche Vergehen wurde aber als eine Verletzung und Aufhebung des Bundesverhältniffes mit Gott betrachtet, „denn das Gesetz ist objektiv heilig und der Mensch durch sein Nichtwissen. — oder Nicht-Verletzen — wollen desselben keineswegs gerechtfertigt". (Helfers Ehr. Moral 1. 326.) Solche unvorsichtliche Uebertretungen bedurften daher 13) Kusari % 25. 14) Komment. Absch. Achre-Mot. 15) 'DDIDrPN pnp 16) Sy mb. II. 97. 17) Eine Ausnahme von dieser Regel macht das Schuldopfer, das nach Levit. 5, 20 bei einem Abla'ugnen irgend etwas dem Nächsten Augehöreudes, welches durch einen falschen Eid demselben abgeschworen wurde, zur Sühne des Meineids geopfert werden mußte. Vorher mußte aber der vorenthaltene Gegenstand, mit Hinzufügung eines Fünfrheilsals Muleta, dem Eigentümer zurückgegeben werden. 36 12) Levit. 17, 1—5; Chulin 16 d.

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