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Der Orient · 1843-09-05 · Heft 36 (5.9.1843) · p. Seite 281

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 36 (5.9.1843)
Article
Hamburg
Date
1843-09-05
Page
Seite 281 (sequence 1)
Language
German
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Vierter Jahrgang ♦ Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen LLbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 36» Leipzig, den 5. September 1843» Deutschland. Hamburg. Wochenbericht. Berlin. Stimme über die Beschneidung. Wien. Nekrolog des Hrn. M. L. Biedermann. Minden. Petition einiger Bürger gegen die Judenemancipation. Breslau. Was hat das tausendjährige deutsche Reich den Juden genützt? Frankfurt a. M. Hrn. S. Tri er's Schritte gegen den Reformverein. Berlin. Kritische Parallele zwischen Bauer und Ghillany. Posen. Verdient eine jüd. Real-Encyklopadie den Vorwurf eines Partikularismus? — Italien. Leipzig. Ern Judengesetz der Inquisition im Kirchenstaate. Veranlassung desselben. — Licht - u. Schattenbilder aus d. iüb. Geschichte der Vergangenh. u. Gegenwart. Der Emancipationskampf im Friesenland. — LB. des Or. Deutschland. Hamburg, 21. Aug. (WB. v. 13—20. Aug.) Wahrhaft befremdend ist es, daß man in andern großen Städten, in denen sich eine zahlreiche und mit hervorragenden Kapacitaten gesegnete jüdische Gemeinde vorsindet — wie dies in Berlin, Hamburg, Prag, Frankfurt a. M., Leipzig rc. der Fall ist — nicht schon langst das Beispiel Breslaus nachgeahmt hat, Besprechungen und Vortrage über die jüdischen Angelegenheiten der Gegenwart zu veranstalten. Breslau hat schon vor mehren Jahren eine solche Einrichtung in seiner Mitte entstehen sehen. Billigerweise hatte man erwarten dürfen, daß das Bedürfniß nach solchen Zusammenkünften und nach geistigem Austausch anderwärts so fühlbar gewesen wäre, daß man Breslau hatte zuvorkommen mögen: da dies aber einmal nicht geschehen und gerade in jener an nagendem Zwiespalte leidenden Gemeinde die gleichartigen Gemüther zuerst den gleichen Zweck erkannt und verfolgt haben, so ist es eine doppelt dringende Pflicht, zu einem ähnlichen Schritte zu mahnen. — Vom Herbste bis zum Frühlinge müßten sich gebildete, erfahrene und für die Emancipation glühende Männer, wöchentlich ein- oder zweimal für einen ganzen Abend in einem eigends dazu gemietheten Lokale versammeln, welches auch mit den bedeutendsten periodischen Schriften über die Gleichstellungs-Frage und andern, den allgemeinen socialen Fortschritt der Zeit betreffenden Erzeugnissen der Presse versorgt würde. Ein Bibliothekar, durch die Wahl aller Beitragenden erkoren, hätte das Geeignete zur Anschaffung vorzuschlagen, über den Bestand des Bücherwesens Kontrole zu führen und jedem Mitgliede des Vereins die gewünschte literarische Auskunft zu ertheilen. Er verwalte sein Amt unentgeldlich und wenigstens ein Jahr lang, kann auch wieder gewählt werden. Dagegen wechsele der Präsident alle 4 Wochen; sein Name gehe ebenfalls aus der Stimmenmehrheit hervor; ec sei Ordner der Versammlungen, bestimme die Reihefolge der Redner, gäbe Resumo's über die Verhandlungen, lasse über ökonomische Fragen und über die Zulassung neuer Mitglieder abstimmen. Eine Kommission, unter welcher sich auch ein Kassirer und ein (wechselnder) Inspektor des Lokals befinden muß, berathe in ihrem Schooße Alles, was der Gesellschaft zur Begutachtung und Entscheidung vorgelegt werden soll. Die ganze Organisation derselben muß möglichst demokratisch sein; aller Unterschied zwischen Geistlichen und Laken muß äußerlich verschwinden. Politische, religiöse, sociale, literarische und legislative Fragen geben den Stoff zur freien Unterhaltung, aber zusammenhängende Vortrage müssen nicht zu oft Vorkommen, die gelehrte Form muß vermieden werden. Alle müssen von der Ansicht ausgehen, daß Jeder dem Andern etwas als Ersatz für das Empfangene bieten könne und solle« Auf diese Weise wird Jeder lernen und zu einem innigern Verständnisse der Zeitbedurfnisse gelangen, Vorlesungen allein würden ermüden, abstumpfm/ den größten Theil des Vereines zum Schwelgen und Zuhören verurtheilen und 36

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