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Der Orient · 1843-08-29 · 35 (29.8.1843) · p. Spalte 545-546

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
35 (29.8.1843)
Article
Apologetik [Rezension]
Date
1843-08-29
Page
Spalte 545-546 (sequence 1)
Language
German
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Literatnrblalt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. M 35. Leipzig, den 29. August 1848. Apologetik. The Conriliator of H. Manasseh hcn Israel etc. (Forts, u. Beschluß.) — Kurze Anzeigen. Ueber die Aussprache der hebr/ Buchstaben im Allgemeinen und das Taw und Thet insbesondere. Von Dr. PH. Ehrenberg. Synagogen-Ordnung f. die Synagogen des Großh. Meklenb.-Schwerin rc. lieber den Aaraat des Moses oder den weißen Aussatz. Von D. Eßinger. Die arab. Aktenstücke über die Ermordung d. P. Thomas rc. Die Iudenfrage von Ghillany. — Lit« Nachrichten. Verzeichniß der in einem Codex der Leipz. Rathsbibliothek enthaltenen hebr. Gedichte. — Literarische Ankündigungen. Apologetik. The Conciliator of R. Manasseh den Israel; a reeoncilement of the Apparent Contradictions in Holy Scripture, to which are added explanatory notes, and biographical notices of the qnoted authmities. By E. II. L i n d o, author of the Jewish Calendar. Vol. i. and II. London, 1842. 8. (Fortsetzung und Beschluß.) Wie vor unseren Augen in Deutschland — die Juden in Oesterreich, ein Spiegelbild der Regierung, sind stabil — die jüngere Generation mit der altern in einen immer hartnäckigeren religiösen Kampf geräth, wie wir fast täglich das occidentalische Element in eine immer zunehmende schroffe Opposition gegen das orientalische treten sehen, so ist auch in England die in einem steten Entwickelungsprocesse begriffene Zeit mit ihrem mächtigen Anwalt: dem fortschreitenden Geiste mitten unter die Juden geschritten und hat in der Bur ton Street eine bedeutende Partei für sich gewonnen. Es ist hier nicht der Ort, über diese neue Gemeinde zu Gerichte zu sitzen; genug das Faktum liegt uns vor, die neue Gemeinde hat die Autorität des Talmud — der gewöhnlich als erstes Opfer einer jeden geistigen Revolution unter den Juden fällt — aufgehoben und ist zur eigentlichen Quelle der jüdischen Religion: zur Bibel zurückgegangen*). Daß zu einem sol¬ *) Wenn wir der Angabe eines gewissen Hrn. Bokum, eines Vicepräsidenten der „American Society für Ameiiorating the condition of the Jews“ in dem Maiheste des „Occident^ Glauben schenken dürfen, so hätte die Londoner „Society for Evangclizising the Jews“ ihren guten Antheil an den Reformen der neuen Gemeinde in der Burton Street. Dies würde sie allerdings in ein schiefes Licht stellen; doch geschieht nicht Vieles, ja sehr Vieles bei uns aus purer Nachahmungssucht? chen Schritte oder besser Sprunge die alttestamentliche Exegese eine hilfreiche Hand bieten muß, leuchtet von selbst ein. Aber leider geschieht es nur zu oft, daß die Janusköpsigen Reformer eine Doppelrolle spielen. Den Pentateuch als göttlich anerkennend, interpretiren sie doch ihre vorgefaßten subjektiven Ansichten hinein, und man müßte nur Hrn. Dr. Hirsch selb beistimmen, der aller und jeder Exegese eine blos relative Wahrheit einräumt, um das Verfahren solcher Reformer einigermaaßen rechtfertigen zu können. Hr. L i n b o nun, dessen strenge Rechtgläubiger aus vielen seiner Noten spricht, glaubte wahrscheinlich den Reformbestrebungen nicht energischer entgegentreten zu können, als durch die Verbreitung eines in Ansehen stehenden exegetischen Werkes, das streng an die Tradition sich hält. Darauf scheint uns auch der Uebersetzer anzuspielen, wenn er zu Ende seiner Vorrede sagt: „vindicate the learning and wisdom of nunierous Rabbi ns, whose writings, as a modern author (Finn’s Sephardim, p. 240) correctly observes, are often despised by persons, who are unacquainted witli them“. Ob aber dies das rechte Mittel war, dies glauben wir durch die bereits vorausgeschickten Bemerkungen über den frühern Standpunkt der Exegese beantwortet zu haben. So viel, um die Erscheinnng eines Werkes wie der „Conciliador“ in unserer Zeit zu motiviren. — Sehen wir nun auf die Leistungen des Hrn. Uebersetzers. Außer der eigentlichen Uebersetzung, die sehr korrekt und fließend ist und das spanische Original entbehrlich macht, hat Hr. Lindo der Uebersetzung eine kurze Biographie des Menaffe ben Israel und biographische Notizen über die vom Verfasser angeführten jüdischen, arabischen, griechischen, lateinischen, französischen, italienischen rc. Schriftsteller vorausgeschickt, und vielen Stellen im Werke Noten beigefügt. Was die Biographie M's. anlangt, so haben wir zu bemerken, daßM. 35

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