Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 34 (22.8.1843)
- Article
- Neuhebräische Poesie
- Date
- 1843-08-22
- Page
- Spalte 541-542 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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541 Melodie der Pijutinl. Chasanut. Nigun. Lachn. 542 Daß der jüdische Gottesdiest mit Instrumentalmusik begleitet war, sinder sich nirgends angegeben. Sie scheint vielmehr früh schon aus der Synagoge verdrängt worden zu sein, wovon einige talmudische Aussprüche die Ursache sein mochten. Um so merkwürdiger ist es, daß zu B a g d a d in der Synagoge das Gebet mit Instrumentalmusik begleitet war. Ein jüdischer Reisender des 12. Jahrhunderts, Petachja aus Regensburg — dessen Reisebericht unter dem Namen rpnnD /h\D)DD bekannt ist — hat uns diese Nachricht a.uf- Lewahrt44), welche in gar manchen Beziehungen höchst merkwürdig ist. Denn es ist daraus zu entnehmen, daß dieser Gebrauch schon aus alten, Zeiten herrührt, da Bagdad oft der Sitz von Geonim war. Aus den Minhagim (Observanzen), welche ein. Schüler'des Jakob ha-Lews (^no) verfaßte, erhellt, daß verschiedene Gemeinden in Deutschland in ihren Synagogen besondere Melodien für gewisse Gebete hatten, wovon manche nach verschiedenen Provinzen sich verpflanzten. Im angeführten Buch ist die Rede von österreichischen Melodien, welche in Re gensbu r g üblich warm 45). Diese Melodien wurden nicht ausgeschrieben und pflanzten sich mündlich fort, und sind ohne Zweifel auf uns gekommen. Wir haben hier die Melodien verschiedener Gebete im Sinne, welche unter dem Namen DMIN bekannt sind, deren Ursprung der allgemeinen Sage nach 'wir dem eben angeführten Jakob Ha-Lewi verdanken. Die spanischen Gemeinden haben andere Melodien. Es wäre interessant, wenn ein Kenner der Musik etwas darüber sagen möchte/"). rrom ’^p DN O Dffe pp DyDD] DnDXDH riiD^nnn^ yom tzm nunyb dn ö n? bx wid n^ nnw ^b ü'W'd mpn rum * nr nbn) -imynv n«p“D :i?ipn ^dpt imynn O nrn. jnjon ^xniifih' ünr ü^ipw. DnoxD-. pnnyn □ pnppn p^todd cm bx üb) irmxi bx mmbpj Dnniypm nsrpn pwdP riin “pin D.jni * DnoNon rnw iCTn : wn ryimy -od x-ipD1? nnro xinctf Dy -D'-bon p^oyrn -wro Dnh±nD^pD nmxjmp im? Dumpn üru HDD ix :rf?D; xw xDpon nxnp -p-i fyn d'Djjdd mnyn. n.xnpn np ■■ nrn. nfti ris byzw, rnin by otto mtKDn nDD bD ixhdj nrb,!,iTVD&yri by — .D^yDin “npjn oy D.vmrb p^onpn Eine hierher gehörige Stelle aus Samuel Archivolti hat Hr. A. Ink citirt LB. des Orients 1643, S. 86, welche aber das Wort nicht erklärt. 44) i*>ibpD amDTiori onoix nyio hw &im byi □ \3un&yy dpP byvD’übu nrxD miDD ww 'i m) omn HDD r> didid b'D byi DE'n nuwn ■ .(rrrinp 45) DlpDH JHJb HW) px W'nD DDX yw nw iD^yn ncwyD ub'nsöi d^jhid pxw d^u:d mm D’xnun d^d .pmstGMjyn n^npn nnx nw nw 'jmjcn p d zoDix runo änivn nbönn b .pnV nobn W'no) 46) Bei Menachem Lo nsano in dessen nrp W Sowohl in deutschen als in spanischen Ritualien findetsich über verschiedene Gedichte die Melodie angegeben, nach welcher sie recitirt werden. Diese Melodien sind nicht in Noten angegeben, sondern es ist ein anderes Gedicht angeführt, dessen Melodie üllbekannt war. So findet sich z. B. in «Loci. Bib. Hamb. 15 bei der Selicha TINDPID JlNIN angegeben -pjrp x^D jWD. Bei der Selicha -;^p N'X ^DDD.1) heißt es 2DX u. s. f. Auch findet sich bei Festgebeten in manchen Mskt. ebenfalls eine solche Ueberschrift; so heißt es z. B. Cod. Bib. Hamb. Nr. 37 bei dem Stück “jftD bxD^ ‘■pittfx für Simchat Tora DAxni wXL nr bn&lN X^)DD. Ebendaselbst findet sich bei der Kinna nSTTD HD'1 pDD nx^D3 IX die Ueberschrift xsmjd uwDnD IX pjiD pnn nbiN nr dj. — Codheb. 89 derselben Bibliothek findet sich bei dem Gedicht >piri " poriN angegeben pnonx JUJ3 «• a. m. In spanis ch e n Ritualien, besonders in altern Ausgaben, geschieht dies immer durch das Wort So z. B. bei iyE£y D^nnn ist angemerkt ^yvb ]1DID. Dasselbe ist auch bei dem Gebet NOX ruy ber Fall. In den Nwp für 9. 2l b ist bei dem Gedicht -,n Dp D^PP angemerkr p 15,^ ny sPl'p u. a. m. Es verdient erwähnt zu werden, daß im angeführten <Pud. H.mil). 9iiv 15 (Nr. 265) sich über der Selicha, anfangend p&yD PixnPl PINX D^yJl die Ueberschrift jnn pTX |Pib findet. Dieses Mskt. (welches wir bei anderer Gelegenheit besprechen), ist eine höchst schätzbare Selichotsammlung. Das Mskt. ist zwar nicht datirt, aber man darf demselben ein Alter von 500 Jahren unbedingt zuschreiben. Es ist daraus ersichtlich, daß das Wort pb auch in Deutschland bekannt wurde. Selbst wenn diese Zuschrift nicht von den eigentlichen Kopisten der Selichot herrührt (wie dies im Mskt. bei einigen Bezeichnungen des wirklich der Fall ist) bleibt es immer eine sehr beachtenswerthe Erscheinung. (Vergl. über das Wort oben Note Nr. 43). In dem täglichen Gebetbuch von Avignon genannt Seder Ha-Tamid (Avignon 1760. 8), welches Zunz nicht gesehen hat und worüber wir in unserer bibliographischen Notiz über jüdische Ritualien *) später näher berichten werden, befindet sich auch das Wort Dytf^ (vergl. oben Note Nr. 38). Bei einem 5)^ anfangend -,^x ‘»n NO ^Dil findet sich die Ueberschrift DyU^ 47> Sm (S. 137), nachdem er einige Pajtamm lobend erwähnte, kommt folgende dunkle Stelle vor: (-) 'Ip''! 'i^ni Dn’tsDbv n'J?n nny nuyji. .'«) njn» npsn moa' bib Vielleicht muß hier gelesen werden rua und es konnte dieses auf seinen Zeitgenossen Israel Nag^ara bezogen werden, mit dessen Leistungen und Bestrebungen Lo n sa n 0 nicht zufrieden war, was er in seinem genannten Buche öfters unverholen ausspricht. (Vergl. auch „zur Kenntniß u. s. f. S. 158, Note 1. Siehe auch oben Note 13) *) Liegt uns bereits zur Mittheilung vom R e d. 47) Es ist dies das Gedicht von Josef Kimchi (M.