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Der Orient · 1843-08-22 · 34 (22.8.1843) · p. Spalte 529-530

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
34 (22.8.1843)
Article
Die Beschneidung und ihre Gegner
Date
1843-08-22
Page
Spalte 529-530 (sequence 1)
Language
German
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§\Utaimbiüii des Orients. Berichte, Studie» und Kritiken für M-rfche Geschichte und Literatur. JVi 34. r. Leipzig,, den 22. August 4843. Die Beschneidung und ihre G e g n er. (Schluß.) — £urje An z ei gen. Praktische Anl. z. Erlernen des Ebräischm. VonDr.S. Herxheim er. Dichtungsblüthen rc. V. M. E. Stern. Lebens-, .Tugend-, Klugheits- und Bildungsregeln. Von S. L. Liepm annssoh n. — N e uh e br äi sch e P o e si e. Notiz über die äußeren Formen der Pijutim. Von L. Dukes. (Schluß.) Besondere Eigenheiten der Pajtanirn. Melodie der Pijutim. — Literarische Ankündigungen. Die Beschnerdrmg «nd ihre Gegner. (Schluß.) ' Erstens sagt unser Vers. — und das ist sein Hauptsatz, für den die übrigen Punkte nur Nebenbeweise enthalten — die Beschneidung ist kein mosaisches Gebot, sondern ein abrahamitisches5). Also sie ist oder war doch jedenfalls ein G ebot. Der Berf. hat die Offenbarung anerkannt, also dürfen wir hier unter „Gebot" einen Befehl, welchen Gott dem Abraham gab,, verstehen; oder sollte der Vers, (denn das Wort Offenbarung.ist gar vieldeutig) nur einen abrahamitischen 'G e b ra u ch meinen, ein Gebot, welches Abraham seinen Nachkommen gab? Aber dann wäre ja die ganze Polemik eine überflüssige, denn was geht uns ein Gebot A'braham's an? Also müssen wir doch bei dem „Gebote Gottes" stehen bleiben. Aber dieses Gebot, meint unser Vers., erging blos an Abraham nicht an Moses, da dem Judenthum nun die Offenbarung Gottes an Moses zu Grunde liegt, so gehört die Beschneidung nicht Zum Judenthum. Wir wollen hiergegen nicht urgiren, daß Gott seine Befehle noch nie zurückgenommen, seinen Willen noch me geändert habe, „daß er kein Mann ist, daß er lüge, kein Menschensohn, daß er bereue," ein solches Argument würde unser Verf. theologisch-dogmatisch, aber nicht kritisch finden. Aber das können wir einwenden, daß ein Ge¬ .75) Für Jeden, der nur einmal einen Blick in ein Werk wissenschaftlicher Kritik gethan, muß eine solche Behauptung an sich lächerlich sein. Hat man je gehört, daß man eine Kultusform, eine Schrift, deren Ursprung man in die von der Tradition oder der Urkunde angegebenen Zeit nicht recht unterzubringen wußte, weiter hinauf gerückt hat? Ist es wohl je einem Kritiker eingefallen, etwa .den 90.Psalm, falls er Moses nicht für den Berf. halten wollte, vom Abraham verfaßt sein zu lassen?,— . bot, bei dem es ausdrücklich und wiederholentlich heißt: „Für dich u. deinen Samen nach dir, für alle Geschlechter ein ewiger Bund" (Gen. 17, 7. 9. 10. 13.) doch schon der Ordnung wegen ausdrücklich hätte zurückgenommen werden müssen; daß Gesetze mit solcher Bestimmtheit für alle Zeiten gegeben nicht durch bloßes Stillschweigen abrogirt werden können. Jndeß wir wollen unseren Vers, noch weiter zu Worte kommen lassen. Das Gebot der Beschneidung, sagt er, erging an Abraham für alle seine Nachkommen, also kann man, obgleich beschnitten, doch ein Jsmaelite6) re. sein. Das ist aber wieder falsch, die „Nachkommen Abrahams" im biblischen Sinn „mit denen Gott ein Bündniß gemacht" sind nur die Israeliten, nicht die Söhne Jsmaels; „meinen Bund aber, heißt es, mache ich mit Isaak (Gen. 17, 21) und „in Isaak soll dein Name genannt werden" (ib. 2t, 12), und das verstehen nicht etwa nur die Rabbmen in dem angegebenen Sinne, sondern alle neuen und neusten Ausleger der rationalistischen Schule (cf. v. Bohlen, d. Genesis histor. krit. erläut. pag. 189. u. 223 u. Tuch Komm, über d. Gen. pag. 339. u. bes. pag. 381 f.) Aber sollte denn Moses selbst die Beschneidung gar nicht erwähnt haben? Unser Verfasser behauptet: „Nur an einer ganz fremdartigen Stelle —.— sind einige Worte eingeschoben Das ist aber entweder eine absichtliche Entstellung . 6) Dieser Satz ist eigentlich baarer Unsinn, und das kömmt daher, weil der Vers., um die von ihm bekämpfte Behauptung auf die Spitze zu treiben, die Begriffe „israelitischer Religion sein" und „von Geburt ein -Jude sein" ganz identisizirt hat; wir handeln davon später. 7) Ob dies „eingeschoben" bedeuten soll, daß die Stelle dem Vers, kritisch verdächtig scheint, ist nicht recht deutlich. Es scheint fast so, passt auch recht gut zu andern durchaus unbegründeten Behauptungen unseres Verf. Die Stelle paßt 34

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