Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 32 (8.8.1843)
- Article
- Kurze Anzeigen [Rezension]
- Date
- 1843-08-08
- Page
- Spalte 509-510 (sequence 2)
- Language
- German
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509 Die israelitische Bibel rc. Won Dr. S. Hcrxheimer. Die Propheten. 510 Referent erlaubt sich, zu mehren Stellen der Uebersetzung und des Kommentars noch einige Bemerkungen hier folgen zu lassen, beschränkt diese jedoch — um das Referat nicht zu sehr auszudehnen — auf die Bücher Samuel. Erstes Buch. Kap. 1, 1. Unser Verfasser zieht die levitische Abstammung Samuels nicht in-Zweifel. In der That läßt sich auch gegen jene Abstammung kein irgend haltbarer Grund anführen. Daß Samuel erst durch.das Gelübde seiner Mutter dem Dienste Gottes geweiht wird, beweist durchaus nichts5 denn da nicht jeder Levit Nasir und nächster Gehilfe des Hohenpriesters war, so kann uns das Gelübde der C h a n n a durchaus nicht überflüßig erscheinen. Die LXX fügen freilich zu V. 21 noch hinzu, daß Etkana Zehnten entrichtet habe; allem dies kann nur für diejenigen Gewicht haben, welche mit Thenius annehmen, daß diese Version, wie sie in den Ausgg. nach der vatikanischen Handschrift vorliegt, nach einem im Wesentlichen ungleich bessern und namentlich vollständigern hebr. Mskrte. gearbeitet ist, als dasjenige war, das dem maso re tischen Text zum Grunde liegt. Kap. 2, 1 —10. Dieses Loblied ist jedenfalls sehr alt; ob dasselbe aberderChanna zuzuschreiben ist, läßt sich nicht mit Sicherheit ermitteln. Unser Verfasser scheint auch nicht entscheiden zu wollen. „Es paßt nun sehr auf das Verhältniß der gedrückten CH an na zu ihrer stolzen Nebenbuhlerin; aber eben so sehr auf das Verhältnis' Israels zu seinen übermüthigen Feinden. Die neuern Ausleger (Ewald und A.) nehmen nun besonders wegen Erwähnung eines K önigs (V. 10) an, daß das Lied ursprünglich ein Siegeslied eines israel. Königs über überwundene Heiden in den Mund Channa's gelegt sei. Jndeß läßt sich annehmen, daß es von Cha nn a herrühre" 7c. Dem Gefühle des Referenten sagt die von Thenius zuerst aufgestellte Ansicht, daß in dieser Hymne David seinen Sieg über G o l i a t und die damit verbundene große Niederlage der Philister gefeiert habe, am Meisten zu. Kap. 2, 28. sehr gut: hinaufzusteigen auf meinen Altar. De Wette und Zunz: zu opfern rc. Allein dann müßte stehen. Kap. 4, 2. rDTJÖD sie schlugen in der Schlachtordnung. Sehr wort-und sachgemäß. Andere: in der Schlacht. Allem FlDlVD heißt nicht Schlacht, und aus V. 3 geht hervor, daß eine eigentliche Schlacht gar nicht Statt fand. Kap. 6, 2. womit. So fast alle Uebersetzer. Besser Vulg.: auf welche Weise, da doch erst die Priester antworten: schicket sie nicht ohne Geschenk. Kap. 6, 3. Statt X1? «nach -teHPn) lies Kap. 6, 19. Von den verschiedenen Erklärungsversuchen der hier vorkommenden sonderbaren Zahlangabe werden die zwei ansprechendsten erwähnt. Am Leichtesten ist es freilich, mit Kenn., Tychsen, Michaelis, Thenius u. A. die drei Wörter Pfb^s CW)?n für unecht zu halten. Kap. 9, 16. IHD njJS um diese Zeit morgen. Nicht so genau de Wette: morgen. Kap. 13, 1. Der Verfasser übersetzt nach Raschi: Als Schaul ein Jahr König war ~~ und zwei Jahre regierte er über Israel — da wählte rc. Man muß hiernach die Regierungsdauer Saul's bis auf die Salbung David's beschränken. Es ist nicht zu verkennen, daß diese Auffassung die einfachste ist, wenn einmal genau nach dem masoretischen Text interprerirt werden soll. Eigenthümlich ist Thenius's Ansicht, daß der Sammler oder eine spätere Hand für die Angabe des Lebensalters einen, später anszufüllenden, Raum gelassen habe. Kap. 13, 21. HK ist schwerlich mit Hacke zu übersetzen. Da Joel 4, 10 von einer Umschmiedung von in Schwerter die Rede ist, so hat man nur an solches Werkzeug des Ackerbaues zu denken, das einestreckbareKlinge darbietet. Kap. 17, 12. Hier wird die Echtheit des Passus von V. 12 bis 31 vertheidigt. Der Widerspruch, in welchem 17, 55—68 mit 16, 19—23 zu stehen scheint, wird in einer Anmerkung zu V. 55 beseitigt. Im Wesentlichen hat auch Jost in seiner Geschichte des israel. Volkes die Sache so aufgefaßt. Kap. 17, 19. Dem Zusammenhänge sehr angemessen wäre es, den Inhalt dieses Verses noch als Worte Jsai's an David zu nehmen, der diesem sagt, wo er die Brüder zu suchen habe. Man hat dann zu übersetzen: Saul aber und sie und alle Männer von Israel sind im Terebinthenthale, streitend mit den Philistern. (Thenius). Kap. 18, 8. T]X V? “ltyl nun ihm nur noch das Königthum. Richtig! Falsch de Wette: ihn: wird noch selbst das K ö n i g t h u in. Kap. 20, 14— 16. Die gegebene Uebersetzung dieser schwierigen Stelle genügt vollkommen und macht die von Michaelis, Maurer und Thenius vorgeschlagenen Konjekturen unnöthig. Ewald (kr. Gr. 663): und nicht, wenn ich noch leben sollte, nicht darfst du mit mir die Gnade Gottes üben, daß ich nicht sterbe, d. h. du wirst mich nicht aus bloßer Barmherzigkeit am Leben lassen. Wie gezwungen! Kap. 24, 7. Es ist meiner unwürdig . riHTO vor dem Ewigen (eig. von dem Ewigen her, von Gottes wegen). Nicht so wortgemäß de Wette: fern lasse es I eh oha von mir sein. Kap. 26, 5< Hier fehlt die Übertragung von TH NT) Tw □tf-ZDfc' T^N DipftuTiN. Mau übersetze: und David besah sich den Ort rc. (nicht sah). David merkte sich genau die Lage des Ortes, um bei Nacht den Weg finden zu können.