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Der Orient · 1843-08-08 · 32 (8.8.1843) · p. Spalte 507-508

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
32 (8.8.1843)
Article
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Date
1843-08-08
Page
Spalte 507-508 (sequence 3)
Language
German
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507 508 Die israelitische Bibel rc. von Dr. zeugt es von dem pädagogischen Takte des Hrn. Verfassers, das; er nirgends das Laster gemalt hat. Er glaubte mit Recht, daß man schon übel daran thme, an das Böse zu Erinnern, selbst wenn man davor warne. Das kindliche Gernüth sollte rein, keusch und unbefleckt bleiben; nicht einmal dem Namen nach sollte ihm das Schlechte früher als nöthig, bekannt werden. Alles Moralisiren bringt nur einen unsichern, negativen Gewinn; positiv durch Lehre und Beispiel muß für das Gute und Edle gewirkt werden. Wir haben nur noch einen Wunsch auszusprechen, den, daß das bescheidene, aber inhaltreiche und mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit ausgearbeitete Büchlein in recht vielen jüdischen Schulen eine freundliche Aufnahme, eine bleibende Stätte, einen fruchtbaren Boden finden und den Grund zu höherer und tieferer Geistesbeschäftigung für das reifere Jugendalter legen möge. Auch dem Vers, wünschen wir Muße und Freudigkeit für eine baldige Fortsetzung seines die Jugend belehrenden und erfreuenden Büchleins. E. C« 11. Die israelitische Bibel in correctem hebräischen Texte mit worttreuer Uebersetzung, vollständiger Erklärung, und erbaulichen und homiletisch benutzbaren Andeutungen, herausgegeben von Dr. Salomon Herxheimer, herzogl. Landes-Rabbiner zu Anhalt-Bernburg. Berlin, 1843. 8. Lewent. ZweiterTheil. Die Propheten. Nur Ein Mittel giebt es, die im Gebiete des Iudenthums herrschenden Wirren befriedigend zu lösen, dem Aberglauben, dem Fanatismus, der Zweifelsuchr und dem Jndifferentismus gleich kräftig entgegen zu wirken, und so das Reich des Lichtes und der Wahrheit und des höhern geistigen Lebens zu fördern: die heilige Schrift, als die Quelle aller religiösen Erkenntniß, muß dem Volke nicht nur zugänglich, sondern auch verständlich gemacht werden. Das bloße Lesen der heiligen Schrift hat wenig Werth, das Verstehen ist die Hauptsache. Wie wichtig ist es demnach, den Israeliten ein Bibelwerk in die Hände zu geben, das nicht nur den hebe. Text und eine gute Uebersetzung, sondern auch eine faßliche, ausführliche Erläuterung enthält, welche geeignet ist, das vollständige Verstehen des heiligen Wortes zu vermitteln! Der Dr. Herxheimer, schon rühmlichst bekannt durch eine treffliche homiletische Arbeit (Sabbat- Fest- und Gelegenheits-Predigten) und durch seine in ganz Deutschland verbreitete „Israelitische Glaubens- und Pflichtenlehre", hat es unternommen, ein solches Werk zu bearbeiten, und es gewährt dem Referenten Vergnügen, sagen zu können, daß das bis jetzt davon Erschienene allen Ansprüchen, die man an eine solche Schrift zu machen berechtigt ist, vollkommen genügt. Der Pentateuch ist bereits in diesem Blatte (Nr. 45 und 47 des vorigen Jahrganges) von einem andern Recenfenten sehr günstig beurtheilt worden. Die seitdem erschienenen Bücher Josua, Richter und Samuel sind mit gleichem Fleiße und gleicher Sorgfalt bearbeitet. S. Herxheimer. Die Propheten. Die Uebersetzung ist streng wörtlich und den Geist des Originals athmend, ohne den Genius der deutschen Sprache zu verletzen. Wer die oft inhaltschwere und bedeutsame Kürze des biblischen Stils kennt, wird die Schwierigkeiten, mit denen der Uebersetzer zu kämpfen hat, zu würdigen wissen. Jedem Buche geht eine zwar gedrängte, aber doch für den beabsichtigten Zweck vollständige Einleitung voran. Wir geben den Inhalt derselben hier näher an: A. Josua. §♦ 1. Charakter und Leben Josua's. §. 2. Inhalt des Buches Josua. §. 3. Zusammenhang des Buches: n) nach seinem Inhalte; b) nach seinem Geiste; e) nach seiner Sprache. §. 4. Zeit seiner Abfassung. §. 5. Verfasser des Buches. §. 6. Zweck des Buches. §. 7. Stellung des Buches. §. 8. Chronologie desselben. §. 9. Buch Josua der Samaritaner. §. 10. Das Land Kanaan. B. Das Buch der Richter. §, 1. Zustand des israel. Volkes zur Zeit der Richter. §. 2. Inhalt des Buches. §. 3. Richter. §. 4. Chronologie. §. 5. Eintheitung und Zweck des Buches. §. 6. Charakter des Buches. §. 7. Verfasser und' Alter des Buches. C. Die Bücher S amuel. §. 1. Name und Eintheilung. §. 2. Inhalt. §. 3. Charakter der Erzählung. §< 4. Verfasser. Eine treffliche Charakterschilderung Eli's, Samuel's, Saul's und David's findet sich am Ende des ersten Buches. Der Kommentar ist vollständig und steht auf der Höhe des jetzigen Standpunktes der exegetischen Studien. Die Alexandriner, die Targumim, der Talmud, die traditionellen Kommentare, so wie die Forschungen der größten christlichen Gelehrten alter und neuer Zeit in den Gebieten der Exegese, Geschichte, Geographie und Archäologie sind mit der größten Sorgfalt benutzt worden, um die Worte der heiligen Schrift zur klaren Anschauung und zum sichern und deutlichen Bewußtsein zu bringen. Der im Kommentar sich kundgebende religiöse Standpunkt des Verfassers ist ein höchst achtungswerthcr: überall zeigt sich die tiefste Pietät gegen die heilige Schrift, verbunden mit freisinniger Verehrung der Wahrheit, möge diese von Seiten rabbinischer Tradition oder der neuern kritischen Schule kommen. Als eine willkommene Zugabe für Prediger und Religionslehrer sind die praktischen und homiletisch benutzbaren Andeutungen noch zu erwähnen. Durch diese aus voller Ueberzeugung gerühmten Vorzüge 'des Werkes ist dasselbe nicht nur für jeden gebildeten Laien, sondern auch für israelitische Lehrer ganz vorzüglich brauchbar, und Letztern sei ein fleißiges Studium und eine fleißige Benutzung desselben beim Unterrichte ganz besonders empfohlen. Wie vielen Lehrern waren bisher nur Raschi und Biur zugänglich, wie vielen sind selbst diese Hilfsmittel aus auf der Hand liegenden Gründen unbenutzbar! Das Bibelwerk des Hrn. Dr. Herxheimer giebt ihnen Gelegenheit, sich selbst tüchtig forrzubilden und auch einen gründlichen, den Geist und das Herz bildenden Unterricht im Hebräischen und in der Religion zu ertheilen.

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