Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 32 (8.8.1843)
- Article
- Kurze Anzeigen [Rezension]
- Date
- 1843-08-08
- Page
- Spalte 505-506 (sequence 2)
- Language
- German
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505 500 Die erste Morgengabe zur Lehre dern Beziehung überall der europäischen, vaterländischen, also bei uns der deutschen C i v i (i sa t i o n, also auch derselben Literatur uns angeschloffen haben, oder, wo dies noch nicht vollständig erreicht, es zu bewerkstelligen bemüht sein müssen. Nationalität oder Nicht-Nationalität, dies ist jetzt für uns das Thema des Tages, die Zeit- und Lebensfrage, über welche am Eifrigsten verhandelt und gekämpft wird: in welchen Widerspruch würden wir uns aber setzen, wenn wir einerseits mit aller Kraft und mit allen Gründen der Wahrheit und des guten Rechts den Vorwurf der Nationalität, die man uns gewaltsam anhängen will, von uns abweisen, andrerseits aber für unsere Schulen außer den eigentlichen Religionsschristen noch besondere eigent h ü m l i ch e, durch und durch i s r a e U Lesebücher an fertigen und empfehlen wollten. Meinem Dafürhalten nach kann es eben so wenig israel. Schulbücher, wie eine israel. Naturkunde oder Seelenlehre geben". — An einer andern Stelle jenes trefflichen Vorwortes sagt Hr. Dr. Kley: „Ein deutsches Lesebuch, mit no^ttzwendige rRücksicht auf die israel. Schule, das ist es, was uns noth thut, nichts mehr und nichts weniger". Er rechtfertigt damit zugleich seinen Entschluß eine Sammlung, eine Auswahl zu veranstalten, statt allein ein ganzes Buch zu schreiben, und das Zusammentragen des Besten und für die' Jugend Geeignetesten aus Lehrbüchern und Anthologieen, die von Christen herrühren, einer zwitterhaftgemischten Kompilation, einem bunten Allerlei von Notizen vorgezogen zu haben. Nach einer sinnigen, kindlich gehaltenen Widmung an die kleinen Leser folgt die erste Abtheilung. Sie beginnt mit den Tageszeiten (Morgen, Mittags, Abends, 3t Gedichte aus dem Büchlein für Kleinkinderschulen, Güll's Kinderbeimath, Arendt's Gedächtnißübungen, Wedemann 100 Gesänge, Link's Gedächtnißübungen, sowie von Hey, Rambach, (Senior und Pastor primarius in Hamburg), Demme, Agnes Scollberg, Bahnmayer, Kley, mehren Ungenannten, und einem Volksliede). Dann gelangen wir zu den Jahreszeiten (43 Gadichte', denen ein, der nicht genug zu empfehlenden „Liedersibel" (Eßlingen bei Dannheimer 1841) entnommenes Einleitungsgedicht vorangeht. Wir treffen hier wiederum Namen an, wie Hey, Rückert, Hoffmann von Fallersleben, Herder, E. Anschütz, Holty, Ziehnert, Voß, Weiße, Kamp, Gerhard, Th» Berger, Seiler, Kletke (nicht Kledtke), Overbeck, Claudius, Krummacher, und auch Sammlungen, wie Lieder der Jugend, Arendt's Gedächtnißübungen, Blumauer's kleine Enkel, des Knaben Wunderhorn (v. Achim v. Arnim und Clemens Brentano), Kley's Gesangbuch (für den Tempel), Eiffer's freundliche Bilder und Müller's Liedersammlung. — Hierauf folgt der dritte Abschnitt: für das Haus, und zwar Eltern (von Burmann, A. Kühn und einigen früher Genannten), dann Geschwister (von bereits Angeführten), an Geburtstagen (von Em. Feige u. A.), in Krankheitsfällen (von Conradi und aus Huber: der Kindheit erstes Erwachen) und Bildung rc. Bon Dr. Kley. und in Todesfällen (von Hey, Rückert unv Grater), zusammen 25 Gedichte. Der vierte Abschnitt der ersten Abteilung für die Schule enthält 9 Gedichte (aus Augustin Kellers meisterhaftem Aarg. Lesebüchlein, K. Blumauer's Tulpen, von Sturm rc.) und zerfällt in die Kapitel: überhaupt, vor dem Unterrichte und nach dem Unterrichte. Der fünfte Abschnitt: zu Spiel und Freude entlehnt seinen Stoff (13 Gedichte) aus Köhlers Mutterschule, Nöllers Liedersammlung, Fmk, Weikert Kindergärtlein, Gleim u. s. f.; der sechste Abschm: für den ernsten Sinn (3 kleine Gedichte und 66 trefflich abgefaßte Sprüche und Denkweisen unter der gemeinschaftlichen Aufschrift: das goldne A. B. C., sämmtlich vom Vers.) — Die zweite Abtheilung wendet sich zuerst zur Religion und enthält Nachbildungen jüdischer Gebete und Gelegenheitsgedichte (die heiligen Zahlen — 13 Nummern), dann zu den Festzeiten (überhaupt, dem Sabbat- Pesach- oder Mazot-Fest, Wochenfest (Schabuot), Neujahr (Rosch ha- Schana), Versöhnungsfest (Jom Kippurim) und Laubhüttensest (Succot), 14 Nummern, meist von H. Dr. Kley unmittelbar, zum geringern Theile nach christlichen Jugendschriftstellern bearbeitet, bald lyrisch, bald in sokratischer Weise erklärend, zuweilen auch didaktisch-dialogisch (dramatisch) z darauf zu Gott (Gottes Eigenschaften, 6 Unterabtheilungen: Einheit, Macht, Güte, Vorsehung sLiebe, Vaterhuld^j, Allgegenwart und Allwissenheit), 19 Gedichte, darunter Mehres aus Kley's Gesangbuch, Jacobs, Lieth rc.; dann zur Frömmigkeit (Krause's Volkslieder u. A.; 5 Nummern), endlich zur Lugend (im Ganzen 89 Gedichte, dialogisirte und andere Fabeln, poet. Erzählungen rc.). — In diesem Abschnitte, der mit „Ermunterung und Entschluß anfängt und die Unschuld, den Gehorsam und die Folgsamkeit, die Bescheidenheit, die Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, die Dankbarkeit, die Mäßigkeit und Mäßigung, die Vorsicht und Bedachtsamkeit, die Reinlichkeit und Ordnung, den Fleiß und die Lhätigkeit, die Sanftmut!) und Geduld, die Friedfertigkeit und Verträglichkeit und das Mitleid und Wohlthun preist, findet sich besonders viel Ausgezeichnetes von Rückert, Curtmann, Lieth, Burmann, Weiße, Seisarth, Jacob:, Kühn, Agnes Franz (starb 1843 in Breslau), Chr. Schmid, Weppen, Hey, Michaelis, Bertuch, Conradi, nach Usteri, von Gleim, Wehnert, Th. Berger, Hoffmann, Schubart, Em. Feige, Lindner, Tiedge, Claudius, Eiffer, Stiller, Kamp, Dinier, Ramler (nicht Rammler), Göthe, Hoffmann von Fallersleben, Schmidt von Lübeck, aus der Lieder-Fibel, der Bilderfibel, Wielands deutschem Merkur, Blumauer's Tulpen, Hänel's Freunds Stimmen an Kinderherzen und Arendt's Gedächtnißübungen. Eine besondere Sorgfalt ist dem Abschnitt: Mitleid und Wohlthun zugewandt und Beispiele und Ermahnungen vereinigen sich hier, um die Kleinen auf ihre Pflicht gegen Arme und Unglückliche, auf ihre rücksichtsvolle Schonung gegen körperliche Gebrechen, auf Barmherzigkeit gegen Thiere und milde Behandlung sogar des Leblosen hinzuweisen. Besonders aber