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Der Orient · 1843-08-08 · 32 (8.8.1843) · p. Spalte 503-504

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
32 (8.8.1843)
Article
Briefe über eine Encyklopädie der Wissenschaft des Judenthums
Date
1843-08-08
Page
Spalte 503-504 (sequence 3)
Language
German
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503 Kurze Anzeigen. Die erste Morgengabe rc. Von Dr. Kley. 504 Ad V. Sprachkunde ist nicht -tos Hilfswissenschaft für die bisher genannten, sondern auch an sich ein Specisisches im Judemhum. Sie umfaßt; 1 Gesammtkunde der hebräischen und chaldäischen Sprache mit Rücksicht auf die verwandten Dialekte, insbesondere die sprachliche Erläuterung der äk un stausdrücke (deren reale Bestimmung rul l und 11 gehört) . 2) Die cigenthümliche Gestaltung anderer Sprachen im Munde und in den Schriften der Juden, insbesondere Jüdisch-deutsch« Gelegentlich bemerke ich: Ein deutscher Gelehrter (Ergblt. der 2t. L. Z. 1841. S. 845) kann nicht denken, daß man von Grimm eine Aufstellung des Judendeutsch verlange, und doch dürfte dieses soviel Ausbeute für Mittelhochdeutsch darbieten, als Raschi's Glossen für's Altfranzösische (nach Zunz. Raschi S. 327). Als Hilfswissenschaften für die geschichtliche Behandlung des Gesammtstoffes verdienen besondere Erwähnung: 1) Geographische Bestimmungen von Namen in der jüdischen Literatur (s. Zunz: Ueber die in den hebräisch-jüdischen Schriften vorkommenden hispanischen Ortsnamen in dessen Zeitschrift). 2) Chronologie mit jüdischer (?) Astronomie zusammenhängend. 3) Numismatik als Kunde der — freilich wenigen — jüdischen Münzen. — Was Zunz („Grundlinien zu einer künftigen Statistik der Juden" a. a. O.) unter Statistik begreift, ist oben namentlich unter IV, so wie das, was man gewöhnlich 'Archäologie nennt, unter 1, il, IV, Namenkunde (Zunz: „Namen der Juden", und Analekten Nr. 7) unter 1, IV einzureihen. Ich schließe somit diesen Versuch zu einer obersten Lhematisirung der Wissenschaft des Ludenthums, dessen etwaige Ergänzung oder Berichtigung mich zu Dank verpflichten ^würde17), und hoffe auf Grund derselben in meinem Nächsten über die Möglichkeit und den Nutzen einer Bearbeitung dieses ungeheuer» Stoffes in einer Real-Eneyklopädie nach dem gegenwärtigen Stande der jüdi- 16) Aber auch ad V, und wird wohl diese die meisten termini teebaiei haben. Auf die praktische Ausführung in der Encyklopädie angewendet, würde sich daraus ergeben, daß die Kunstausdrücke, welche die hebr. (und neuhebr.) Sprache für die in I. und 11. vorkommenden Gegenstände hat, den in deutscher Sprache zu gebenden Schlagwörtern der Artikel beigesetzt und nötigenfalls erklärt werden müßten. Hierin stimmen wir dem Hrn. Briefsteller gänzlich bei) auch hier kann Namenkunde wieder berücksichtigt werden (oder Hilfswiffensch. 1.). Dann müßte ein besonderer Index diese hebr. Wortmaffe alfabe tisch ordnen. '17) Im Vertrauen auf die uns bekannte Wahrheitsliebe des Hrn. Briefstellers, haben wir uns nicht gescheut, unverholen unsere Meinung zu sagen, wo sie von der des Hrn.St. abwich; und richten hiermit nochmals die Bitte an Jeden, der sich für ein Gesammtwerk der jüdischen Wiffenschaft interessirt, uns auch seine Meinungen und Ansichten nicht vorzuenthalten. schen Wissenschaft und den Anforderungen der Zeit meine unmaßgebliche Ansicht der löblichen Redaktion vorzulegen. * *) M. Steinschneider. (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 10. Die erste Morgengabe zur Lehre und Bildung. Gesammelt mir besonderer R ü ck si ch t für die Israelitische Schule von Dr. Eduard Kley. Grünberg und Leipzig, Druck und Verlag von W. Levysohn. 1843. kl. 8. VIII. und 94 S. (Fortsetzung und Beschluß.) Bei den meisten Lesebüchern für die zartere Jugend waltete, wie Herr Dr. Kley sehr richtig bemerkt, bis vor wenigen Jahren ein doppelter Uebelstand ob; entweder blieb das religiöse Element gänzlich unberücksichtigt, oder aber es war das Religiöse von rein-christlichem, dogmatischem Standpunkte aus aufgefaßr. Jenes war ein Mangel, dieses ein für die Juden sehr entbehrlicher Ucberfluß; dort herrschte das Zuwenig, hier ein Zuviel vor; bei dem Einen hatte man überhaupt auf nichts Charakceristisches, bei dem Andern auf die Religion der Mehrzahl Rücksicht genommen. Da schien die Stunde der pädagogischen Revolution auch für die jüdische Jugend geschlagen zu haben. Aber es schien auch nur so. — „In der neuesten Zeit/" sagt Hr. Dr. Kley in seinem lesens- und beherzigenswerten Vorworte für die Erwachsenen", — „in der neuesten Zeit schien diese Hoffnung, daß dem wahren Bedürfnisse der israel. Jugend wahrhaft abgeholfen werden würde, in Erfüllung gehen zu sollen. Wahrscheinlich von demselben Wunsche beseelt, von demselben Bedürfnisse veranlaßt, wurden schnell nach einander mehre Lesebücher für die israel. Schule *) zu Tage gefördert. .Trotz der mannigfachen Lobpreisung und Empfehlung ward meine Hoffnung wenigstens getäuscht. Anstatt nichts Weiteres als das religiöse Element, und wie sich von selbst versteht, das israelitische aufzunehmen, das Fremdartige hingegen zu beseitigen, stellen diese Schriften als besondere, eigenthümlich israel. Lehrbücher sich dar, und wollen auch nichts Anderes sein. — Es kann aber nicht oft genug gesagt werden, daß wir Israeliten außer in Beziehung auf unfern eigenthümliehen Glauben keine Besonderheit bilden und keine Eigentümlich k eic erstreben, sondern in jeder an- *) Hiermit sei zugleich bemerkt, daß jede Zuschrift, die sich auf die Redaktion des Werkes bezieht, vorläufig an die Adresse: D. Cassel in Wollstein im Großherzogth. Posen, jede, die sich auf den Buchhändler'schen Vertrieb des Werkes bezieht, an: B. L. Mo nasch, Verlagsbuchhandlung in K r o t o sch i n, zu richten ist. *) Von Jacobson, Maurer rc. Anm. d. Rec.

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