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Der Orient · 1843-08-08 · 32 (8.8.1843) · p. Spalte 501-502

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
32 (8.8.1843)
Article
Briefe über eine Encyklopädie der Wissenschaft des Judenthums
Date
1843-08-08
Page
Spalte 501-502 (sequence 2)
Language
German
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501 502 Briefe über eine Encyklopadie der jüd. iX. B. Die nichthebräische Literatur der Juden gehört, insofern sie jüdische Theologie betrifft, zu den Quellen der 1. Hauptabtheilung, außerdem »ü U zu Kulturgeschichte ^). — Zur Einleitung in die Literaturgeschichte gehört die Diplomatik (von den Handschriften) und Typographie (von Druckern, Druckereien'der Juden) u. s. w. .4c1 IV. Nach Ausscheidung der Religion (!) Kultur (11) und Literatur (Ul) bleibt für die politische Geschichte nur die Kunde von der Entstehung, den äußeren Schicksalen, der Verbreitung und der Rechtözustände des jüdischen Volkes nach der einleitend besprochenen Abcheilung: 1) Politische Geschichte der Israeliten im palästinensischen Staate (analog andern Völkern und Staatengeschichten), bis zu seinem Untergange (w no pin)* 4 5 6 * * * * * * 13 14)* c) andere Uebersetzungm. 4) Talmud (nebst den talmud. Apokryphen oder mrDDQ rvtfßp, Tannaim, Amoraim, Seboraim. 5) Midrasch nebst dessen Ausläufern in der homiletischen Literatur. 6) Rabbinische Literatur, zerfallend in: A. Theologie. a) Dogmatik, (Religions-) Philosophie, Philo ist hierher zu reihen, Kabbala. b) Halacha nach den oben angegebenen formellen Abtheilungen. c) Polemik, besondere Literatur der Karäer. B. Poesie, wie oben; zur weltlichen ist noch die andere belletristische zu ziehen. C. Allgemeine Wissenschaften (D und E oben). D. Geschichte und Geographie mit ihren Hilfswissenschaften. s. unten Anm. E. Philologie, wie oben. E. Bibliographie mit Diplomatik, Numismatik, Typographie. 13) Hier wollen wir die Schuld abtragen, dir wir noch an das Hauptfach 11 (f. oben Anm. 7 und 8) haben. Es heißt da: (die Kulturgeschichte enthalte) die Bezeichnung der jüdischen Individuen, die sich darin (in Wissenschaften) hervorgethan und der Männer dieser Fächer überhaupt, die einen überwiegenden Einfluß aus Juden geübt. Hierdurch werden wir auf die Frage geleitet; (Wie hat man sich in der Ency- Aopädie mit riichtjüdischen Autoren, die sich mit jüdischer Wissenschaft beschäftigt, zu verhalten? Sollen Männer, wie Buxtors, Gesenius n. in besondern Artikeln behandelt werden? Hr. St. hat sich hierüber nicht besonders erklärt; unsere Meinung ist, daß die Leistungen von Nichtjuden in der jüdischen Wissenschaft zwar in der Geschichte des betreffenden Zweiges gedacht, ihnen selbst aber keine besonderen Artikel gewidmet werden sollen. Der Nichtjude berücksichtigt die jüdische Wissenschaft nur in seinen Leistungen, die Juden entweder nach seiner Persönlichkeit allein, oder nach Leistungen und Persönlichkeit. Wenn Hr. St. oben „Aristoteles bei den Juden" als ein Moment der Kulturgeschichte anführt, so scheint hier der Begriff Kulturgeschichte wieder zu weit gefaßt zu sein. Entweder man meint Aristotelische Philosophie d. h. deren Einfluß auf das Iudenthum; dies gehörte zu 1, oder die Bearbeitungen derselben durch Juden, und das gehörte zu III, 6, 4, a. (nach unserer Eint Heilung). (Man müßte denn die Fabel von der Bekehrung Aristoteles zM Juden in Anschlag bringen wollen.) 14) Durch die größere Wichtigkeit der Quellen scheidet Wissenschaft. Geschichte. Geographie. 2) In der Zerstreuung, der eigenthümlichste Zweig der jüdischen Wissenschaft, hat die Ausbreitung der Juden in der ganzen Wett, ihre fpecteUen rechtlichen und socialen Verhältnisse inmitten anderer Nationen mit Rücksicht auf den aus der Religions-, Kultur- und Literaturgeschichte (1—III) gewonnenen Resultate darzustellen. Wie die Kultur- und Literaturgeschichte mit fämmtlichen Gebieten der allgemeinen Wiffenschastskunde, so tritt die politische Geschichte mit dem ganzen Bereich der Muversalhistorie in Berührung. Jedes Land, jeder Ort, wo Juden jemals hingekommm, jedes Individuum (Jude oder Nichtjude), das aus die benannten Zustände merklich eingewirkt, bietet Stoff zu einer Monographie "). Die natürliche Eintheilung der Universalgeschichte in Staatengeschichten wird hier durch die auf besonderm Einfluß beruhende Gestaltung jüdischer Zustände modifieirt; so wie auch die einzelnen Epochen und Perioden der einzelnen Staatengeschichten nicht mit denen der jüdischen Geschichte zusammen fallen. So z. B. ist die Regierung Josephs 11. eine Hauptepoche für die Geschichte der Juden in Oesterreich (vgl. das Buch: „die Juden in Oesterreich"). Die Eintheilung nach Gebieten dürste absondern: a) Syrien; b) Persien (von Vorderindien bis Kleinasien und der Krimm); c) Arabien; (!) Egypten bis Abyssinien; e) Griechenland und Türkei; i) Rom (Italien); g) Nordasrika (von Tripolis bis Marokko); h) Spanien und Portugal; i) Frankreich; k) Deutschland mit Schweiz, Dänemark; zum Theil Niederlande; I) Ungarn und Polen; m) England; n) Schweden (Norwegen); o) Rußland; p) China und Ostasien; <j) Mittel-, West- und Südafrika; i) Amerika; s) Australien. — Die weiterd Angabe der Perioden und Individuen kann natürlich hier nicht verlangt werden. sich auch die sogenannte biblische Geschichte (vordem babylonischen Exil) von der des (S. oben Anm. 4). So tritt in jener das Einzelne zu reicherem Einfluß hervor, als in dieser,'und deshalb wird es nöthig sein, alle Personennamen, die in der Bibel (pvn) voriommen, einzureihen. Dadurch ist zugleich der Namenkunde ein bedeutender Vorschub geleistet, indem jedem Stamm dessen etymologisch-begründete Bedeutung zugegeben werden kann. (Analog behandelt 11!, 4 die Tannaim rc.) An diese Geschichte des palästinensischen Staates reiht sich dann die Geographie Palästina's, überhaupt biblische und talmudische Geographie; unter Ersterer verstehen wir die Zusammenfassung und Angabe aller in den nichtbibl. Quellen (Apokryphen, N. T., Josephus rc.) vorkommenden, aus Palästina bezüglichen geographischen Data (Namen von Städten, Flüssen rc.); unter Letzterer die Angaben aller geographischen Data in der Bibel und dem Talmud. — Als Hilfswissenschaft dient Chronologie und Kalen- ' derkunde. 15) Als die eigentlich jeder Artikel der Encyklopädie zu betrachten wäre. Es versteht sich von selbst, daß die Ausdrücke „jedes Land" „jeder Ort", nicht so wörtlich zu nehmen sind, und wir hoffen, die Zustimmung des Hrn. Briefstellers zu finden, wenn wie hier mehr als sonst unser Bestreben dahin richten, einzelne Data in Gesammtartikel zusammenzuziehen; entscheidende Stimme hat hierbei die Wichtigkeit des historischen Datums. 32

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