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Der Orient · 1843-08-08 · Heft 32 (8.8.1843) · p. Seite 249

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 32 (8.8.1843)
Article
Hamburg : Wochenbericht [Nachricht]
Date
1843-08-08
Page
Seite 249 (sequence 1)
Language
German
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Vierter Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlc. Man abonnirt bei allen Lobt. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Nr. Julius Fürst. J^j? 32._ Leipzig, den 8. August _ 1843. D e utsch lan d. Hamburg. Wochenbericht. Leipzig. Die D. A. Z über die preußischen Juden. Dankadresse der Berliner Gemeinde an die rhein. Stande. Berlin. Oer christliche Staat. Der Hamburger Turnverein. Wöllstein. Dr. Hirsch selb. Konfirmation. Ein Schriftchen von D. Cassel. München. Näheres über ,,Büreaukratie" in der baier'schen Pfalz. Düsseldorf. Humanität eines katholischen Priesters. Schwerin. Jüd. Zustande im Großherzogthum Meklenburg-Schwerin. (Forts.) — Rußland. Berlin. Die Juden in Odessa. — Nordamerika. Leipzig. Verkappte Emancipationsgegner. New-York. Talmud-Tora-Schule. — Personalchronik und Miscellen — LB. des Or. Deutschland. Hamburg, 23. Juli. (WB. vom 16 — 23. Juli.) Das Ereigniß der verflossenen Woche? — Ihre Leser fragen mich diesmal nicht darnach, sie haben es einander längst freudig zugerufen, ehe diese Zeilen an ihr Auge und Ohr gelangen. In der That, wozu bedarf es eines Kommentars zu dem Beschlüsse, der am 13. Juli in Düsseldorf gefaßt wurde (aber freilich erst am vorigen Dienstage hier bekannt werden konnte)? Reihen wir einfach die Data an einander. Zuerst die zahlreichen Petitionen für die Emancipation der Juden aus fast allen großen und mehren kleineren Städten des Rheinlandes; dann die Berathung über die im Kommunalgesetzentwurfe für Stadt und Land in Betreff der Juden gebliebenen Beschränkungen und deren Streichung durch die überwiegende Majorität des Landtags; dann die Debatte des 13. Juli selbst und der dieselbe hervorrufende Kommissionsbericht, der nebst dem Referate eines katholischen Geistlichen, des Kanonikus Leasing, bereits am vorigen Mittwoche hier bekannt geworden war; endlich der Jubelrus, der sich in der Düsseldorfer Zeitung über das Votum des Landtages zuerst erhob und in allen übrigen Blättern des Rheinlandes, ja bereits in den Franks. Zeitungen, in den Hamb, wöchentl. gemein. Nachrichten und in der Berliner Vosflschen Zeitung seinen Widerhall fand; endlich die Adressen und Deputationen an den Landtag, so wie die Spenden an die Armen, die von vielen jüdischen Gemeinden der Rheinprovinz ausgingen dies alles versetzte uns auf einmal in eine Stimmung, die sich nur fühlen nicht beschreiben, nur ungefähr mit einem oder dem andern Phantasiegemalde in Lausend und Einer' Nacht, oder in einem Holbergischm Drama vergleichen laßt. Und doch gehört dies Alles der Wirklichkeit an, es geschah che der Tag emporstieg, an dem 54 Jahre seit der Erstürmung der Bastille verflossen waren. Eine lange, lange Zeit ehe in Deutschland den Juden das unverjährbare Recht von einer, wenn auch nur beratenden, Versammlung zugestanden wurde. Der Erfolg des Schrittes, den die Rheinländer gethan, ist mir zwar nicht gleichgültig, aber von nun an sicht mich Nichts mehr an, wenn auch meine Hoffnungen noch nicht bald realisi'rt werden; das Faktum selbst, die Erklärung zu Gunsten der Juden kann nicht mehr umgestoßen werden, und die Erklärung, nicht ihre Bestätigung oder Nichtbestätigung, ist das xnnelmn bullens in dieser Angelegenheit. Doch zur Sache' Am 13. Juli kamen die Petitionen für die Judenemancipation und für die Aufhebung des napoleon. Judendekrets in Bezug auf die rhein. Juden zur Berathuna. Referent war der Kanonikus Lensing, Korreferent Herr von Beckerath. Beide vertraten die Sache der Juden mit Ernst und Eifer. Hr. Lensing stellte die christliche Liebe (nicht den christlichen Staat) als Hauptgrund für die Emancipation obenan. 68 Stimmen gegen 5 entschieden sich für Aufhebung des Judendekrets und 54. Stimmen gegen 19 für völlige Emancipation (die ersten 32

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