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Der Orient · 1843-07-25 · 30 (25.7.1843) · p. Spalte 477-478

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
30 (25.7.1843)
Article
Die Erbfolge bei den alten Hebräern
Date
1843-07-25
Page
Spalte 477-478 (sequence 3)
Language
German
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478 I. Lrigland's Abhandlung über die Sekte der Karäer. 477 wird, welche Güter er durch Erbschaft an sich zu ziehen vermag, durch welchen Akt er die Ansprüche auf die Nachlassenschaft seiner Frau verliert, und welche neue Verordnungen die Rabbiner in späterer Zeit in Beziehung auf das Erbrecht des Mannes konstituirt haben: wollen wir in der Folge, wenn Gott Gesundheit und Zeit gibt, näher beleuchten. Jakob Trigland's Äbhcmdlung über die Sekte der Karäer. (Im Auszuge übersetzt und mitgetheilt.) (Fortsetzung.) K.ap. 5. Ob die Karäer eine und dieselbe Sekte mit den Sadduca'ern sind oder einmal gewesen sind - Gründe dagegen. Erklärung des Ursprungs jener Meinung. Die anfänglich aus bloßem Haß den Karäern von den Vertheidigern der Traditionen beigelegten Namen der Sadducäer, Baitosäer u. s. f. hielten in späterer Zeit die gemeinen Juden wie die gelehrtesten Christen für historisch richtig und behaupteten, daß die Karäer wahre Sadducäer und einst eine und dieselbe Sekte mit ihnen gewesen seien. Da man nun aber fand, daß die Karäer an Unsterblichkeit der Seele und Lodenauserstehung glauben, was der profanen Häresie der Saddueä'er ganz zuwiderläuft, so bildete man sich dem einmal angenommenen Vorurtheil zu Gunsten ein, daß die neuern Karäer durch Scham oder durch Nothwendigkeit getrieben, mit diesen Dogmen sich für ein stimmend erklärt hätten, welche sie nicht mehr ohne den größten Haß von Seiten anderer Religionsbekenner verwerfen dursten. So dachte sich die Sache und bemühte sich völlig Widersprechendes zu vereinigen Leo de Modena, der bekannte Verfasser der Schrift de ritibus et ceremoniis Judaeorum. Und wie tief der Jrrthmn in den Köpfen der Gelehrten Wurzel geschlagen hat, beweist das Zutrauen, womit Männer wie Buxtorf, Hottinger, Bartolocci, Lightfoot, Carpzov, die Nachrichten der Schriftsteller hinnehmen. Aber' Joseph Scaliger, der von einem Ohrenzeugen Philipp Friedrich, der die Karäer naher kannte, eines Bessern belehrt wurde, bekannte öffentlich, daß er hier im Jrrthum gewesen sei, und dies hätte die Gelehrten sollen aufmerksam machen und zu einer Liefern Untersuchung veranlassen. Und durch eine solche hätte der Verfasser der Histoire Critique sich ein größeres Verdienst um seine Leser erworben, als durch die Unbeständigkeit, womit er bald sich zu Leo's Meinung bekennt, bald mit Morin behauptet, daß die Karäer erst nach Abschließung des Talmuds entstanden seien. Wer die Schriften dieser nur oberflächlich ansieht, findet.bald, daß sie diese Abstammung entschieden leugnen, und über die Frechheit ihrer Gegner sich bitter beklagen. Moses Beschitzi sagt: rfclpn HDnx riN'6 DDXtyD' DJW DltTDl pTO ÜW2 DDIN D\DD DHNJp HTD1, und weiterhin fügt er in größerer Entrüstung hinzu, jene näherten sich viel mehr der Apostasie Zadoks, als sie selbst, und wenn er nicht das -Papier schonen wollte und das Gericht Gottes fürchtete, so würde er die Schändlichkeit jener (der Rabbaniten) vor Augen legen. Und allerdings ist die Meinung von dem gänzlichen Untergange der Seelen der Gottlosen nach kurzer Qual, welche sich bei Moses Maimonides u. a. Rabbinen findet, mit der Lehre der Sadducäer nur allzunahe verwandt. Ebenso widerspricht R. Kaleb, der Sohn des R. Eliahu. Und damit sie nicht ebenso ohne Beweis leugnen, wie die Rabbaniten ohne Beweis beschuldigen, bemerken sie zuerst, daß unter ihren Lehrern und Vorstehern, die sie in ihrem Verzeichnisse alle aussühren und häufig mit großer Ehrerbietung erwähnen, kein Zadok oder Baitos vorkomme. Frech würde es sein, hier an eine absichtliche Weglassung zu denken, die doch nur auch bei den spätern Karäern gemuthmaßt werden könnte z aber wie tonnten sich denn die früheren des Zadok schämen, wenn sie ihm als Führer gefolgt waren? Nicht blos vor ihren Feinden, sondern auch unter sich selbst leugnen die Karäer überall und beständig diesen Ursprung, und sie sind nicht von der Art, daß sie, wenn sie ein Dogma eines berühmten Lehrers nicht richtig finden, gleich seinen Namen hassen und vertilgen sollten. Bekennen sie doch selbst, daß sie die strenge Auslegung, welche ihre früheren Lehrer von der Stelle Levit. 18, 5., wo die Verheiratung mit Verwandten verboten wird, machten, weil deshalb immer weniger Ehen unter ihnen geschloffen werden konnten und die Zahl der Anhänger ihrer Sekte unglaublich vermindert wurde, aufgeben z aber nninb uyD dött.wro tfa lünnpi wmy Minon 4Dnjn ton Dtitt Ebenso haben sie viele Erklärungen ihres großen Führers Anan verworfen, aber zieren ihn dennoch mit den größten Lobsprüchen und ehren sein Andenken. Ist nicht Götzendienst schlimmer als Sadducäismus? Nun, sagen sie, wenn Abraham, der doch Götzendiener gewesen ist, von uns nicht als Stammvater^ verläugnet wird, \^£np D'pHä V>n Ott p HD1? cnDD rm mwx nwnrurm ♦DiroiDip nto> nuiüh .d^-p ltt dwd D'omNn rn Vielmehr, sagen sie, würde es uns zur Ehre gereichen, zu bekennen, daß wir von dem Jrrthume und der Thorheit der Väter zur Weisheit und zu einem besseren Verständniß gelangt sind. Und schweigen sie denn etwa blos von den Sadducäern? Nein sie verdammen sie und wollen gar Nichts mit ihnen zu thun haben. R. Kaleb wendet auf sie an/ was von den listigen und schädlichen Füchschen in dem hohen Liede steht: nnN P1O22 nbx Ditan cn^y U’DDn piDDn nn ny i^ron ncbitt td-w cdid □■tarro twop .rnnn inwm b^rw cnnriN tii/vw ’»i oirrai pna Vy Giebt es irgend einen verhaßten Patriarchen mit einer gräulichen Irrlehre, den seine Schüler nicht geliebt und seine Dog-

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