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Der Orient · 1843-07-18 · 29 (18.7.1843) · p. Spalte 453-454

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
29 (18.7.1843)
Article
Neuhebräische Poesie
Date
1843-07-18
Page
Spalte 453-454 (sequence 3)
Language
German
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453 454 Kurze Anzeigen.- Seinem Wesen nach gehört auch folgendes Gedicht hierher, oöwohl man es auch zu den fünfteiligen Gedichten rechnen könnte, wenn man es nach der Zahl der Zeilen, betrachten wollte. Da aber jeder Vers in zwei Hälften zerfällt, so glauben wir es mit Recht zu. den zweizeiligen rechnen zu müssen und den durchgängig gleichen Reim als zufällig zu betrachten. ' Y^'ip icp' c’si&cY* titp whti yifouj "w mra hstsc : 113/ 1DND }in3 , 33^ 1133 Miitz V : lixi bito Dipo , VNj? * lipac n'WfJ Niis : lisp yix NP) inajr * lipno rroi’S 131"•. : iisp, djt ibuf\ ryn * lipi Din iiiiPb' : iiM ittfj v.? n?ix od ciN ^0 cnp Dieses Gedicht befindet sich in einem handschriftlichen Machasor bei R. B i n j a m in N i e d e rh o fh e i m in Frankfurt a. M. Bei spanischen Pajtanim ist diese Form selten. Wir bemerken noch, daß wir uns nicht erinnern, das Wort in spanischen Ritualien gefunden zu haben. (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 8) Willkommensgruß an Se. Hochgeb., Hrn. Salomon Freih. v. Rothschild. Bei Gelegenheit als er in Anerkennung seiner schönen mannigfachen Verdienste zum Ehrenbürger der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien erwählt wurde. Von M. E. Stern. Wien, 1843.. 4. v. Schmid u. Busch. Hr. Stern, durch sein treffliches Gedicht: „Die Dreiuneinigkeit im jetzigen Judenthume" (Leipzig 1841) bekannt, war schon oft der Interpret bei dergleichen Veranlassungen, und seine Gewandtheit in Handhabung der hebräischen und deutschen Form befähigt ihn auch vollkommen zu diesem Amte. Der hier angezeigce Gruß besteht aus einem hebräischen Gedichte von 7 und einem deutschen von 3 Strophen; in beiden finden die Gefühle der Juden, daß das Rochschild'- sche Haus nach seinen unermeßlichen Kräften für die geistige Erhebung der Juden thätig sein möge, ihren Dolmetsch. Mögen wir Hrn. Stern noch öfter begegnen. 9. lieber Sabbath- und Feiertagsschulen und deren Einrichtung, von Ema ntiet H echt (Vers, des „Handbüchlein für h. Le st schul er" und der „biblischen Geschichte für Kinder von 6 — 9 Jahren")» Fulda, 1843. 8. Müller'- sche Buchhandlung. Der Gegenstand des Buches, der Plan einer Sabbat- Schule, ist neu, weder von christlichen noch von jüdischen Schriftstellern ist bis jetzt dieses Thema berührt, worden- und das ist schon ein sehr glücklicher Gedanke vom Berf.>daß er mit. einer neuen Idee aufzutreten nicht scheuet. ■ Aber diese Idee ist nicht nur neu, sondern auch höchst wichtig und bedeutsam, und die Schrift des Hrn. He ch t, worin sich diegediegenste Sachkenntniß und eine starke Belesenheit aüsspricht verdient die Aufmerksamkeit aller Schulmänner. Fastseit drei Jahrhunderten ist die Nützlichkeit der christlichen Sonntagsschulen anerkannt worden; 1567 ist eine solche bereits in Kemmerichs in den Niederlanden, 1695 in Würtemberg, 1756 in Baden, und seitdem fast in allen gebildeten Staaten' einaeführt worden, und das Judenthum, welches die gewonnenen Kulturresulcare des Schulwesens seit dem Beginne des 19. Jahrhunderts so schnell ausgenommen und eingesogen, ließ unerklärlicher Weise die Idee der Sabbat-Schulen bei Seite. Hr. Hecht bietet aber dem Publikum nicht blos die theoretische Seite der Sabbatschulen d'ar, sondern auch die felbst-i gemachte Erfahrung als Schulmann, und durch diesen doppelten Charakter gewinnt das Schristchen natürlich immer mehr an Bedeutung. Um den Lesern dieses Blattes die nähereBekanntschaft dieses Schriftchens zu verschaffen, will ich hier einen Abriß desselben versuchen. Unsere Schulen entlassen die Zöglinge nach Zurücklegung des 13. oder 11. Jahres ihres Alters, aber mit diesen Jahren haben Zöglinge noA keine Selbstständigkeit, Festigkeit, überhaupt noch keinen Charakter und ohne Leitung und Führer vertrocknen die Knospen, welche der Lehrer mir so vieler Mühe gehütet. Die Lebensjahre von 13—18 sind die wichtigsten in der geistigen und physichen Entwickelung; cs sind die Jahre, in welchen der Jüngling, die Jungfrau ihrer Selbstständigkeit entgegengehet, jene Jahre, in welchen äußere Umstände mit früher nicht gekannten Regungen, Neigungen und Bewegungen der menschlichen Triebe und des Herzens wetteifern, um dem Charakter eine bestimmte und entschiedene Gestaltung zu geben — und von der zweckmäßigen pädagogischen Leitung gerade in diesen Jahren hängt das Wohl und Wehe so Vieler ab. Für diese Jahre (13—18> ist ein Unterricht nöthig; die Sabbat-Schule hat den Zweck, den jenigen Leuten von 13—18 Jahren eine ihrem Zwecke entsprechende wohlthätige Richtung zu geben, daß sie nicht verheerend und verderbend, sondern segnend für ihre Umgebung werde. Der Lehrer einer solchen Schule ist weniger Lehrer als freundlicher Rathgeber; denn für eine Jugend dieses Alters würde auch ein Lehrer wie in der Werktagsschule nicht paffen. Die Hauptzwecke der Sabbatsschulen sind: 1) die zur Selbstständigkeit heranreifende Jugend vor schlechter Lektüre zu bewahren; 2) sie vor unbehutsamen Umgang mir schlechter Gesellschaft zu warnen; 3) die geistige Fortbildung, die theils nach der körperlichen Thätigkeit durch die ganze Woche als Erholung angesehen werden sollte, theils. eine würdigere Stellung verschaffen. Alle diese Punktewerden mit überzeugender Beredtsamkeit dargestellt.: Von Seite 24 an beginnt der zweite Lyell dieser Abhandlung, worin die Einrichtung einer solchen Schule ausführlich besprochen wird. 29*

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