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Der Orient · 1843-06-27 · 26 (27.6.1843) · p. Spalte 401-402

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
26 (27.6.1843)
Article
Die Judenfrage [Rezension]
Date
1843-06-27
Page
Spalte 401-402 (sequence 1)
Language
German
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Merarurblatt des Orients. Berichte, Studie« und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. M ÄH. Leipzig, den 27. Juni 1843. Die Judenfrage. Judenftage v. B. Bauer. Briefe zur Beleuchtung der Judenfrage ü. Dr. Sam. Hirsch, Rabb. Beurtl). von H. Jellinek. (Fortsetzung.) — Kurze Anzeigen. 1. Lese-Fibel. 2. Predigt v. B. H ö <bfi a d t er. 3. Die Synagogengebete rc. v. Dr. Francolm. — Literarische Analekte. Das poetisch-sprachliche Ged. des Dunasch ben Librüt. — Die Erbfolge bei den alten Hebräern. Ein Beitrag zur jüd. Alterthumskunde, bearbeitet von L. Boden heim er, Landrabb. — Bibliographische Skizzen, nütgttheilt v. M. Sider, M. Schwarzauer, E. Cohn, A. Ink und I. Fürst. — Literarische Ankündigungen. Die Judeufrage. 1. Judenftage von Bruno Bauer. Braunschweig u. Leipz. 1843. 8. 2. Briefe zur Beleuchtung der Judenfrage, von Dr. Samuel Hirsch, Rabbiner. Leipz. 1843. 8. Heinr. Hunger. Beurtheilt von Hermann Jellinek. (Fortsetzung.') HI. Hirsch's positive Widerlegung der Bäuerischen Judenftage. Ich habe unter Nr. I. Hirsch's Fassung der Bäuerischen Judenftage als eine solche dargelegt, die keineswegs den allgemeinen Kernpunkt der Frage ins Auge faßt, sondern so zu sagen ex abrupto Bauer widerlegt. Die Gründe dieses Hirsch'schen Verfahrens wird Jedem, der seinen religi'onsphitosophischen Standpunkt kennt, wohl bekannt sein. Er hat die Judenfrage nicht anders auffassen können, weil ihn sein Standpunkt dazu determinirte, aber keineswegs ist es bei ihm der Mangel an Auffassungsgabe. Da ich aber auf einem ganz andern Standpunkt stehe, da ich jede Erscheinung der Geschichte in ihrer Bestimmtheit, so wie sie ist, aber nicht wie sie nicht ist betrachte und dem geschichtlichen Phänomen Nichts unterlege, sondern das Phänomen als ein solches *) In der vorigen Nummer bitte ich, außer andern leicht zu verbessernden Druckfehlern, folgende monströse erratn. zu verbessern: Col. 385, Z. 9 v. u. l. die auf einem, für das re.; Col. 386, Z. 10 muß nach „daß die Philosophie überhaupt", d. h. als absolute im Hegel'schen Sinne, gesetzt werden; Col. 387, Z. 2 v. o. l. aus dem alle f. aus den rc.; 3* 5, v. o. l. vor dem Forum ft vor das Forum. in seiner Determination beurtheile; da ich die Kategorie der Gleichartigkeit und der Identität an alle geschichtliche Religionen als Maaßstab anlege, und freilich auch die Differenz nicht aus den Augen lasse; da ich endlich keine unmittelbare Offenbarung d..h. keine nur einmal aus besonderer Nothwendigkeit eingetretene Offenbarung des Göttlichen in der Geschichte anerkenne, sondern jeden geschichtlichen Akt als Heraustteten des Göttlichen aus sich und Hereintreten in die Geschichte betrachte, und die Manisestationsmomente auch nicht als Erziehung zu den Wahrheiten, die die Vernunft auch aus sich selbst hätte schöpfen können, ansehe: so wird es Jedem emleuchten, daß ich die Bäuerische Judenftage in ihrer allgemeinen Fassung habe gelten lassen müssen, daß ich unumwunden, ob man mich darüber verdammen wird oder nicht — da ich nur der Wahrheit dienen will — mit dem Satze Bauers: daß die Juden sich selbst kritisiren müssen, und die Christen nicht minder, übereinstimme. Denn wasist denn kritisiren anders, als durch Vernunft anticipiren? Was kann der Kritiker mehr als durch Scharfblicke das vollziehen, was ohne ihn die Geschichte vollziehen muß? Hat Aristophanes, indem er Staat, Religion, Sitte, kurz alles den Griechen Heilige komödirte, d. h. kritisirte, da die Komödie Nichts mehr als eigentliche Kritik ist, mehr gethan, als die künftige Geschichte der Griechen anticipirt? Wenn also Jemand das Judenthum kritisiren würde, könnte der mehr thun als anticipiren? — Wie kann man aber zu einer solchen Kritik Zutrauen haben, d. h. welche Mittel muß der wahre Kritiker gebrauchen, um selbst den Gegner zur Beistimmung zu zwingen? Dies Mit-- tel ist kein anderes als folgendes: er muß das bestehende Faktum der Geschichte, in seiner O b j ektiv ität und in seinem reinem Lhatbestand auffassen, er muß die zu kritisirende Materie in ihrer Bestimmtheit, so wie sie ist, in ihrer Gegenständlich- 26

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