Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 25 (20.6.1843)
- Article
- Die Erbfolge bei den alten Hebräern
- Date
- 1843-06-20
- Page
- Spalte 393-394 (sequence 3)
- Language
- German
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- Rashbam 2× ep/1002820
- Rashi 1× ep/1002670
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Die Erbfolge bei den alten Hebräern. 383 neu Vaters noch am Leben ist. Der lebende Sohn erbt die Hälfte, und die Tochter tritt an die Stelle des verstorbenen Vaters. Dadurch stellt sich folgendes Verhättniß heraus: Hat ein Vater drei Söhne und zwei Töchter; bei seinem Lebzeiten sterben'zwei Söhne, der eine hinterlaßt zwei Sohne und zwei Töchter, der andere hinterlä'ßt drei Töchter und nun stirbt der Vater, so wird es auf folgende Weise mit der Erbschaft gehalten: seine eigenen zwei Töchter empfangen natürlicherweise von der Erbschaft nichts; das Vermögen muß nun in drei Theile gctheilt werden. Der überlebende Sohn empfängt ein Drittel; auf den Theil des einen, verstorbenen Sohnes kommt auch ein Drittel, dessen Hinterbliebene Sohne, welche ihre zwei Schwestern ausschließen, lheilen sich in das Drittel, jeder erhält ein Sechstel; auf den Antheil des zweiten verstorbenen Sohnes kommt wieder ein Drittel, und dessen Hinterbliebene drei Töchter nehmen dieses Drittel und (heilen cs in drei gleiche Theile. — Dieser Grundsatz in der Erbfolge bei den alten Hebräern rührt von der Geschichte der Töchter des Zelafchad her. Denn diese haben nach rabbinischen Quellen drei Theile erhalten, denn einen Theil bekamen sie, weil ihrem Vater, als einer Person, die mit aus Egypten, nach Erreichung des zwanzigsten Lebensjahres zog, schon an und für sich ein betreffender Antheil am gelobten Lande zugehörte, und sie erbten den Vater; die zwei übrigen Theile aber empfingen sie durch den Großvater Chefer, denn eine Sohnstochter wird, wie gesagt, durch ihre Vatersbrüder von der Erbschaft nicht ausgeschlossen: als nun die Brüder das Vermögen des Vaters Chefer theiltcn, mußte auf Zelafchad,. als den Erstgeborenen, zwei Theile fallen, da angenommen wird, als befänden sich die aus Egypten Gezogenen im Besitze des gelobten Landes s. Baba Batra f. 119 a und Raschbam f. 116 b, und diese zwei Theile gehören wieder zur Erbschaft der Töchter. Das sind die drei Theile. Denn Zelafchad war Erstgeborener des Chefer, obschon er in der Chron.: 1 Buch, c. 17, 15 heißt: Und der Name des zweiten war Zelafchad: so ist dort keineswegs von der Ordnung der Brüder die Rede, sondern es bezieht sich wahrscheinlich auf Gilead, nämlich der zweite von Gilead, das heißt: Zelaschad war der Erstgeborene des Chefer, des Sohnes von Gilead. S. die Erklärung des Rabbi Samuel ben Meir B. B. 117 a. Eigentlich haben die Töchter des Zelafchad vier Theile empfangen, denn in Iosua c. 17. v. 2 heißt es: ■orfo myaN \nl? DransB'B'? Dnnwn ntwo vn jnw ybbi *ßn \nt>i ddb> ■onbi SxntyN pbn und Vers 5, s. Raschi auf Iosua daselbst. .1^2 m&yy und im Traktate Baba Batra s. 118 b wird dies dahin erklärt: nun IN pNH np^nnj DTLQ \S'äv6 ID1? tin nn pNn np^nnj pan 'tob no^i nin sont nin n3ni. Mein eine Hauptursache, warum die Mischna von dem vierten Theile nicht spricht, erörtert hinlänglich Rabbi Samuel ben Meir in seinem Kommentar daselbst f. 117 a, denn die Mischna handelt nur von drei Theilenr 394 Dy nvw irwN pn ni>rob D'p^n 'x tej nnsbL nun •bau 103 rww nsn tdjd jtn ny if6m dtbd ’nsp : npn ys? Selden stellt über die vier Theile der Töchter Zelachad folgendes Schema als Beispiel auf, wovon wir hier nur die Grundzüge aufstellen, das Uebrige muß nothwendig im Buche selbst nachgelesen werden: er sagt: 8ic Hephero, ZeLophchado et fratri in deserto inortuo cessere XUI. Jugera et dimidium, sire singulis IV. et diniiclium. Funiculus igitur sei: sors prima, ex quatuor illis, quae ad Alias hasce attinebant, erant Jugera IV. et dimidium, pars scilicet Zelophchadi ut egressi ex Aegypto. Seeunda et tertia pars erat agrorum Hepheri, in quae Zelophchadus ejusce primogenitus suecedere de-, buisset; id est portio inter fratres duplex., sive, ut a Jugerum mensura non recedanius, Jugerum unicum et ~ quud quatuor Jugerum et 4 portio, ubi septem sunt, ut heic, fratres, duplex est. Nam pars octava quatuor Jugerum et 4 est 4 et T\ unius Jugeri, quanta erat cujuslibet filiornm Hapheri Anonymorum portio in bonis paternis, ex eadern causa. Quarta filiarum sors erat portio in bonis fratris Anonymi, qui niortuus sine prole in deserto. Ei nentpe haeres erat, secundum ea, quae superius docentur, Hepherus pater, uncle reducenda haereditas ad posteros. Quin Anonymo buic non solum pars, quae ei coinpetebat, ut egresso ex Aegypto, seu Jugera IV. et 4 sed etiam pars octava agrorum Hepheri, seu in hac specie, Jugeri dimidium praeter T\. ut ejusce filio, aguoseendum : adeo ut Anonymi hujus nomine, sexta pars quinque Jugerum et pai tis decimae sextae ad filios Zelophchadi, jure paterno, trausmitteretur. Ubi aniinadvertenduin, primogeniturae jus locum in hac parte non habuisse. S. daselbst die Ausführung, allein durch das Angeführte erhält jeder schon einen klaren Begriff von dem Ganzen: p. 75. 5. 76.') Einmal jedoch soll, nach Baba Batra f. 116 a, bei *) Josephus gibt uns die Geschichte der Töchter Zelafchads also: I. IV. VII. {icovGTjg ös TtQOGslQ'ovxcov civxcp TCOV 7tQC0T(0V xfj$ {IttVtXGOlTidog . (f>vltfs %Cil SyloVVTCOV COQ T£$'vr\%oi ng tcov cpv?*£Tcov i7zlG7]f.tog dvrjQ GcclTCccd^rjs dvoficc, Ttcdöus (liv ov KczTOihizcov ccqgsvccg, Q'vrjaxsgcig fA,8V £0t, KOCl TVVd'OflSVCOV fl TOVTCOV 0 KlrjQOg SGOLTO, CprjGCf st (1SV fJLSXlovGL TLVl GWOlKsZv TCOV (pvlstCOV, {iSTCC TCOV xItjqov izQog avxovg dnslvcu. et d* £§ aXlr^g ycctiolvvo tlgI cpQ?^rjg, rov v.lrjQov sv xi] tccctqcooc cpvlrj zcctuIijcsIv. Als. Jemand von den Vornehmen des Stammes Manasse, Namens Salpäadcs gestorben warder keine männlichen Kinder, sondern nur weibliche hinterließ, fragten die vornehmen Männer des Stammes den Moses, ob seinen Töchtern die Erbschaft zusiele. Dieser antwortete, wenn sie sich mit einem aus ihrem Stamme verheirathen, dann sotten sie die Erbschaft erhalten, würden sie sich aber in einen anderen Stamm verheirathen, dann sollte die Erbschaft im väterlichen Stamme verbleiben.