Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 25 (20.6.1843)
- Article
- Die Erbfolge bei den alten Hebräern
- Date
- 1843-06-20
- Page
- Spalte 391-392 (sequence 2)
- Language
- German
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391 Die Erbfolge bei den alten Hebräern. Tochter genießt? Er antwortete: es steht 4. Buch Moses 36, 8 .Mimattot, die vielfache Zahl, also beide Stämme in einem Worte ausgedrückt, so wird der mütterliche Stamm mit dem. väterlichen Stamme in Vergleichung gebracht : wie beim jväterlichen Vermögen schließt der Sohn die Tochter von der Erbschaft aus, so auch beim mütterlichen Vermögen. R. Jehuda aber sagte! auf diese Weise müßte man ja auch so argumentiren: wie vom väterlichen Vermögen der Erstgeborne einen doppelten Antheil empfängt, ebenso vom mütterlichen. Als R.-Iannai dieses hörte, sagte er zu seinem Diener: führe mich, ich will weiter gehen; dieser da will nichts lernen, das heißt: sein Einwurf ist leicht zu beseitigen. S. endlich daselbst 111 d. Daher rührt cs nun auch, daß Maimonides als Grundregel ausgesprochen, daß die weiblichen Personen überall von den männlichen ausgeschlossen werden. Deutlich wird dieses in Schulchan Aruch Choschm Mischpat A. 276. 4 angegeben. S. Magid Mischne. Lesenswerth ist in dieser Beziehung, was Selben in desuccessionibusin Bona defuncti über den bezeichneten Gegenstand schreibt: <^uod vero iilios filiabus semper praeferunt Magistri, utquc bas, sive illis ipsis sive posteris eorum superstitibus, plane excludunt; evenit id ex interpretatione verborum, quae jam citavimus. Ac si dictum fuisset, filias ad successionem nunquam evocanüas, ubi filius superstes esset. Cum interim autument ipsi'ex dissimili eorundeni verborum interpretatione, quae placuit aliarum gentium jurisprudentibus, liberos utriusque scxus hereditates pariter cepisse, neque filios filiabus antepositos. Gemara Hierosolymitaaia ad tit. Baba Katra f. 16. c. 1. pi wh prxi; nnxa ]w. mi p brox tra MN : J’lE' b W' ÜH NH b }'N Jurisprudentes Gentium statuunt filium et filiam in pari successionis gradu. Quod inde ortum est, quia inteepretantur verba illa et filium non habueri t, ac si adjicerctur, ac si habuerit, utriqui pares sunt etc. Certe de Jobi filiabus legitur, :nmnN -pna rfrru otcin cn1? im dedit eis pater suus haereditatem inter fratres earum, quod interprctatur Bada, moriens fecU cohaeredes fratrum suorum. Locus est Jobi XI II, 15. Ubi Levi Gersonides hoc factum ait: ppyv) ]rD^n "pHD propter dignitatem et pulchritudinem earum, per inde ac si jure communi cohaeredes neudquam fuissent. B) Stirbt ein Vater und hinterläßt eine Tochter und Sohnstochter, dann wird die eigene Tochter ausgeschlossen, und die Sohnötochter allein erbt das ganze Vermögen, denn diese tritt förmlich an die Stelle ihres Vaters. Ueber diesen Rechtspunkt war man mit den Sadduzäern uneinig, denn diese stellten die Behauptung auf: wenn auch der Sohnssohn die Tochter des Verstorbenen, also seine Tante aus schließe, so könne doch die, Sohnstochter die Tochter des Verstorbenen, also ihre Tante, nicht ausschließen und sie beide erbten 'gleich. 392 Der Gelehrte Iochannan ben Sakkai ließ sich aber mit ihnen in eine gelehrte Disputation ein und bewies durch 1. Buch M. K. 36, 20 wo Anah ein Sohn des Seir genannt wird, obschon er daselbst V. 21 als ein Sohn des Zibeon bezeichnet ist, daß der Enkel in der Erbfolge dem Sohne gleich geachtet wird, woraus demnach leicht zu entnehmen sei, daß die Sohnstochter, an die Stelle ihres Vaters getreten, die Schwester des Vaters ausschließe. Welches um so mehr an Beweiskraft gewinnt, wenn, wie die Ansicht des gelehrten Lam in Losefot B. Batra 115 b sich kund giebt, Anah, der Name einer Frau war, nach Anleitung der Bibelstelle daselbst 36, 2. Wenn Anah übrigens der Name einer Mannsperson war, so bedurfte die genannte Bibelstette 36, 2 einer näheren Erklärung, und Tosesot daselbst sagt daher: ruy ro nrnn ncn^nxi tpom tirpsn btpd ’tsm p'binv idn by pjDS cot? xnn “mn x^n di pjnst idn by my xn j'n \d rub ym ipb) roy roqb n:y ns nra'bnx rpb np onbi norrbriN ruoD .pjn» na Daraus geht hervor, daß Tosesot nicht die Worte Rasches so vor sich gehabt, wie wir sie haben, denn wir lesen: nnxjty pyaa bw m ruy pyan na xb my na nx ntßWinba by pyaa xatynobo ruyi nw pyaa •on nbxi )dd noa^nx nxsri ruy sS. den Kommentar des Samuel Edeles.j Allein damit waren die Sadducäer noch keineswegs befriedigt, und Iochanan ben Sakkai sah sich genöthigt, den Vorzug der Sohnstochter vor der Tochter anderweitig zu erweisen, weil nämlich der Sohnstochter Ansprüche auf die Erbschaft ihres Großvaters' zustanden, selbst wenn die Brüder ihres Vaters noch am Leben sind, was doch bei der Tochter des Verstorbenen keineswegs der Fall ist. Durch diesen Vernunftgrund fühlten sich die Sadducäer überwunden und dieser Sieg verursachte bei den Rabbaniten eine solche Freude, daß sie den vier und zwanzigsten Tag des Monats Tebet, an welchem die'Beistimmung der Sadducäer erfolgte, zu einem Feiertage erhoben. S. Baba Batra f. 115 b und 116 a und Megilat Taanit. twi b»BN pn na Dy na tmvnpiNn be nyaiNa «Pm ppm ntpyö n^n pw b pyew )'n nan ann poiN pra rnty wn1? wan naaa iniNi mnsfl 'iai 'tai p pnv pn p1? 1>sm pn na ny : aio rn' inwy a?n Daher auch stellt Maimonides Hilchot. Nachlot t, Z. 4 und Schulchan Aruch Choschdn Mischpat 276, §. 2 folgende Lehre auf: pn na na na nvi iv'Oer pn nai na mni noBt- D cbc na’? j'ni bon t^n^n? mmp N^n nnn noa ny ny raN ’n« p na^i ninxn oy nxn naV pm Nim .rat« niriN C. Stirbt Jemand und hinterläßt einen Sohn und eine Sohnstochter, so theilen beide das Vermögen, denn die Sohnstochter ist erbfähig, wenn 'auch ein Bruder ihres versterbe-