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Der Orient · 1843-06-13 · Heft 24 (13.6.1843) · p. Seite 185

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 24 (13.6.1843)
Article
Die russischen und die polnischen Juden
Date
1843-06-13
Page
Seite 185 (sequence 1)
Language
German
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Vierter Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen lobt- Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Mische Geschichte und Literatur. Hcrausgegvbe n von Br. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Weraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. „M 24 1843 Leipzig, den 13. Juni Die russischen und die polnischen Inden. — Deutschland. Posen. Instruktionen in Betreff der Elementarschulen. Die posen'schen Stände. Hamburg. Lazarus - Gumpel's Stift. Wien. Der Freiherr v. Rothschild erhalt das Ehrenbürgerrecht und bezeigt sich großmüthig. Hamburg. Oeffentliche Schulanstalten. Jüdische Meister und Gesellen. Wiesbaden. Instruktion für die Vorstande der isr. Kultusgemeinden des Herzogthums. (.Besitzt.) Hamburg. Wochenbericht. — Oesterreich. Proß nitz. Mildthatigkeit der Juden. — Personalchronik und Miscellen. — Lichtu. Schattenbilderrc. Das Haus Rothschild und die Juden in Deutschland. Ein Vorschlag zur Güte. — LB. des Or. Die russischen und die polnischen Juden. Herr S. Cahm, der gelehrte Bibelübersetzer, giebt unter dem Titel: Archive« israelites de France eine monatliche Revue heraus, welche uns nicht allein mit der sittlichen und .geistigen Bewegung der Israeliten dieses Landes. in genaue Bekanntschaft bringt, sondern zu gleicher Zeit als Organ für die Vertheidigung der Judeneman cipation in andern Staaten dient. Das traurige Schicksal der Juden in Rußland ist der Aufmerksamkeit jenes Blattes nicht entgangen. Der Redakteur der Archives isr. de France theilt uns den Brief mit, den ein durch seine literarischen Arbeiten ehrenvoll bekannter Pole in Bezug auf diese Angelegenheit an ihn gerichtet hat. Erster Brief *). Herr Redakteur! Sie geben Ihren Lesern von den wohlwollenden Absichten, von denen die russische Regierung in Betreff der in *) Der Schreiber dieses Briefes, Herr Jean Czynski, gehörte zu dm Mitgliedern und Gründern des vom General Lafayetre präsidirten Comite's, welches die Judenemancipation in allen Ländern schleunig herbeizuführen bezweckte. Er gab eine Broschüre unter dem Lirel: Question des juifs polonais heraus, welche die Aufmerksamkeit der Pariser Presse erregte. Auch ist derselbe Verfasser folgender Werke: Histoire de Ja Pologne, Histoire et Tableau de la Uussie, Je Rui de Paysans. Letzteres ist ein historischer Rußland wohnenden Israeliten beseelt ist, Nachricht. Ihre Anzahl beläuft sich auf mehr als 2 Millionen, ihre jetzige Lage ist eine der schaudervollsten; erlauben Sie einem Polen, der sie in der Nahe beobachtet hat, der seit 12 Jahren, seine Feder dem Zwecke weihet, die Aufmerksamkeit der Presse auf ihr Elend hinzulenken, Ihnen einige Bemerkungen, einige Gedanken mitzutheilen, welche Ihren Glaubensgenossen im nordöstlichen Europa nützlich werden können. Glauben Sie ja nicht, mein Herr, daß, weil ich ein geächteter, von meinem Vaterlande, meiner Familie getrennter, meines Vermögens beraubter Pole bin, meine Feder etwa von einem systematischen Oppositionsgeiste vergiftet sei. Es liegt nicht in meiner. Absicht, die Tendenz einer Regierung zu bekämpfen, welche, indem sie gegen Ihre Glaubensgenossen Gerechtigkeit übt, ihre eigene Macht und ihren Reichthum vergrößern kann. Die Emaneipationsfrage ist eine höhere als eine nationale, sie ist ein Akt der Humanität. Heil dem, der sie zur Erfüllung bringen wird. Die Presse ist Ihren Glaubensgenossen schon nützlich geworden, denn sie har die Aufmerksamkeit der Regierung erweckt, welche kein Interesse hat, ohne Beweggrund gegen Roman, der die Lage der Juden unter Casimir dem Großen Regierung schildert und ins Deutsche übersetzt ist. (Anm. des Sonst.) — Herr Czynski hat jetzt wichtige Aktenstücke zur Geschichte des Kopernikus und ein treues Porträt desselben in der ßibliotheque Mazarin zu Paris entdeckt. Das Bildniß wird von einem ausgezeichneten jungen Pariser Künstler, H. Adam Salomon, vervielfältigt werden. (Anm. des Eins. tu Uebers.) 24

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