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Der Orient · 1843-06-06 · 23 (6.6.1843) · p. Spalte 367-368

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
23 (6.6.1843)
Article
Geschichte
Date
1843-06-06
Page
Spalte 367-368 (sequence 3)
Language
German
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367 Literarische Ankündigungen. . 368 bei der Erforschung unseres Sinnes einfügst,, daß der Herr eingedenk sein wird seines Testamentes, welches er übergeben an 1000 Generationen, welches er gegeben an-Abraham, so stimmt unsrer besser als deiner damit überein, denn wie verstehst du das „in 1000 Generationen". Wenn du die Generationen zählst von Erschaffung der Welt wirst du keine 1000 finden. Aber weil in der heiligen Schrift oft das Endliche für das Unendliche gesetzt wird, so hat man unter 1000 Generationen alle Generationen zu verstehen, daß vollkommen wahr sei der Schwur, der an Abraham gegeben ward, „daß in deinem Samen alle Völker gezogen werden" d. h. in Christus. — Dies ist nun der Brief, mit dem Heinrich dm Wecelin zur Heerde zurückführen wollte, von dem uns aber nicht erzählt wird, ob er Erfolg gehabt habe, und der durchaus das Merkwürdige an sich trägt, daß 'in demselben gar nicht von dem Gegner als Apostaten sondern nur als Juden die Rede ist. Ich habe ihn so wörtlich als möglich wiedergegeben, aus demselben Grunde, den ernst Alphonso Bonihominis S5) an- 55) Guden. Syllog. Cud. Mss. in .reversu Cod. Mss. Mogunt. pag. ,344. bringt einen Brief von Bonihominis an den Frater Hugo, wo er folgendes bei der Uebersetzung beobachtet zu haben angiebt. „Me autem ut urdo aposuit ipsnm exponere in Latino sieut ipse luquitur in Arabien; ejus inoduni loquendi quantum est possibile et ordineni servando; alias non interpres sed gab, als er die Schrift eines Juden über religiöse Gegenstände im Jahre 1339 übersetzte. Aus eben demselben habe ich die Citate beigesetzt, aus ebendemselben Grunde mich fast jeder Bemerkung enthalten sogar über das logische Wesen der Folgerung, sogar über das ich bin zum Folgenden zurückgekehrt." Es wird den Sendboten der heiligen Bibelgesellschaft klar werden, daß ihre Kunst eine alte ist und ihre Logik eine erlernte, keine erfundene ist, und Henrieus wird ihnen ein edles Vorbild werden der Kraft, mit der er die Ueberzeugung in den Brief seinen Gegner vernichtet, sie werden ihn zu ihrem Heiligen, ihrem Schutzpatron ernennen, und S. Henrieus wird ihre Fahne tragen im Kampfe gegen unmündige Knaben und entführte Mädchen. Die Juden aber, welche es lesen, mögen sich trösten mit dem „erbärmlichen Trost, einen Genossen im Unglück gehabt zu haben". Zu fasten aber deshalb, weil sie Dinge gelesen, die sie leicht hätten ihrer Religion abwendig machen können, baden sie nicht nöthig. Auch wird das der Teufel, unser Herr Vater, wie Henrieus zu sagen beliebte, nicht zugeben, der gerade bei der Lektüre dieses Briefes mein Herz verstrickte, wie jenes Pharaonis. S. Cassel. curruptor libri sui possein diei, nee Judei si viderint istum librnm in utraque lingua descripUmi tanfcum ii * vincerentur per eum, si videant ,’quod auctoritatis in latino ab hoc descripto Arabien describerunt. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische" Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. An sämmtliche deutsche Schriftsteller und Buchhändler. Der hiesige Literaten - Verein hat, in consequenter Festhaltung des ihm vorgesteckten Ziels: „Wahrung der Gesammtintereffen der Literatur und des Liceracenstandes," und um dasselbe^ desto kräftiger und anhaltender verfolgen zu können, beschlopen, die aus den literarischen Beiträgen seiner Mitglieder zu bildende Bibliothek besonders dahin zu erweitern, daß sie, soweit irgend möglich, alles dasjenige in sich vereinige, was zu den Zwecken des Vereins überhaupt in näherer Beziehung fleht. Dahin gehören insbesondere diejenigen Schriften, welche die Stellung des Schriststellerstandes, das literarische Eigenthumsrecht, das Verlagswesen und den buchhändlerischen Vertrieb betreffen; ferner die gesetzlichen Bestimmungen und legislativen Verhandlnngen über das Verhültniß der Presse zum Staate, Nachrichten über dahin einschlagende gerichtliche Verhandlungen, administrative Maaßregeln u. s. w. Der Verein hat in der kurzen Zeit seines Bestehens schon rnannichfache Proben nützlicher und erfolgreicher Thätigkeit abgelegt, und dadurch eine Aufmerksamkeit und fortwährend sich steigernde Theilnahme erregt, die zu den erfreulichsten Hoffnungen berechtigt; die Unterzeichneten fürchten daher keine Fehlbitte zu thun, wenn sie in Folge des ihnen gewordenen Auftrags an sämmtliche deutsche Schriftsteller und Buchhändler das ebenso freundliche als ergebene Gesuch richten: die Vereinsbibliothek durch gütige Uebersendung eines Exemvlars aller in die bezeichneten Fächer einschlagenden Schriften, seien es selbstständige größere oder kleinere Werke und Abhandlungen, oder auch einzelne Aufsätze in Journalen rc. zu bereichern. Wie sich die gütigen Geber einerseits des freundlichsten Verlag von C. L. Fritz sche. Dankes des Vereins versichert halten dürfen, so wird ihnen anderseits auch nicht entgehen, wie sie durch ihre Theilnahme ein Bestreben fördern helfen, dessen Erfolge, wenn auch größtenteils noch im Schooß der Zukunft verborgen liegend, nichts desto weniger lohnend zu werden versprechen: Erfolge; die aber ebensowohl den Buchhändler, wie den Schriftsteller, und überhaupt alle diejenigen berühren, die zu den Interessen der Literatur irgend wie in näherer Beziehung stehen. Der mit Unterzeichnete de Marle wurde vorläufig zum Bibliothekar des Vereins bestellt und werden gefällige Einsendungen auf BuchhändLerwege an denselben zu richten gebeten. Sämmtliche Redaktionen von Zeitschriften werden freundlich ersucht, vorstehenden Zeilen vermittelst ihrer Blätter weitere Verbreitung zu geben.' Leipzig, den 1. Mai 1843. Die für die Bibliothek des Literatenvereins ernannte Kommission. Dr. K. A. Espe, Red. des Conversationslepikons. H. Höpe. I. de Marle, Red. d.Börsenbl. s. d. deutsch. Buchhandl. u. d. allg. Bibliographie ff. Deutschland. Dr. H. Schletter, akad. Doeent der Rechtswissenschaft. _ Dr. H. Wuttke, akad. Docent der Geschichte. Briefkasten. An Hrn. A. E—r: Die Zusendungen können durch die benutzte Buchhandlung gehen. — Hrn. I. P.ffn Berlin ersuche ich, mit Zusendungen der versprochenen wissenschaftlichen Aufsätze zu, beginnen. Druck von I. H. Nagel.

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