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Der Orient · 1843-06-06 · 23 (6.6.1843) · p. Spalte 365-366

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
23 (6.6.1843)
Article
Geschichte
Date
1843-06-06
Page
Spalte 365-366 (sequence 2)
Language
German
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365 366 Skizzen aus der jüdischen Geschichte. A. Der Apostat. versprochen worden: „glücklich die reinen Herzens sind, weil sie selbst Gott sehen werden". Wenn es aber nicht möglich ist, wie wird es wahr sein, was David44) sprach durch den Mund der Wahrheit: „Suchet den Herrn und ihr werdet befestiget werden/ suchet sein Antlitz immer". Sprach denn nicht David zu Menschen, deren Gemüthec er zur Erforschung .des Antlitzes Gottes aüfregte? Weichen etwa die Wahrheit und das Verkünden der Wahrheit von einander ab? Für Verständige wenigstens nicht! Ebenso frage ich, kann ein Mensch Gott sehen und leben, oder nicht! Wenn er ihn sehen kann und leben, wie ist es wahr was Gott sagte, denn es wird mich kein Mensch sehen und kann leben. Wenn er es aber nicht kann, wie möchte es wahr sein, wie es wahr seit! wird, was Jakob 45) sagte: „ich habe den Herrn gesehen von Angesicht zu Angesicht und meine Seele ist heil geworden", und Jesaja: „ich habe den Herrn Sebaot4^) gesehen mit eigenen Augen." Wie werden Entgegengesetztes verkünden der Wahrheit und den Propheten der Wahrheit? Aber weil eure Thorheit auf das Alter des Buchstaben, nicht auf die Wahrheit des Geistes sich wandete, nehmet ihr Blinden daraus einen Anstoß, wie nahe ihr dieLeitung des Lichtes haben könnt, und dadurch - nun entscheiden wir, die wir empfangen haben die Wahrheit des ewigen Lichtes, den Jrrthum der jüdischen Blindheit, daß sowohl den treuen Gemüthern die Wahrheit der vorgelegten Frage offen sei und jene Hörerden es nicht verstehen und nicht blind werden. Gott sprach zu Moses: „es wird mich kein Mensch sehen, der lebe", was so nie gesehen werden kann. So lange der Mensch in jenem sterblichen Körper, der verdorben wird und den Geist beschwert, lebt, kann er Gott nicht sehen, so wie diesen dem Rathschluß der Göttlichkeit liegt, weder mit körperlichen Augen noch auch sogar mit dem Geiste, wenn auch dieser rein wäre und von jeder Lasterbefleckung gereinigt. Welcher Geist, obschon .er in göttlicher Betrachtung begriffen ist, dennoch weniger zum Höchsten gelangen kann, weil er irgend einen Makel aus der Sterblichkeit behält, und deshalb kann ein Mensch Gott nicht sehen und leben, so lang er wie ein Mensch und nicht wie ein Gott lebt, und nicht für sich stirbt, damit er für Gott ' lebe. Aber wie könnte selbst in dem Lande des Todes, mehr zu sagen, der sterbliche Lebende, den Gott, der das wahre Leben ist, sehen oder suchen, wenn er nicht nach einem demürhig gewandelten Leben zu den Tobten hinabgestiegen wäre? Denn wir waren alle todt, seit dem wir vor dem Antlitz Gottes, seit jener ersten Bestrafung gegen Adam gefallen sind. Deshalb auch steigt das Leben, das unserer durch teuflische List betrogenen Sterblichkeit sich erbarmte, verhüllt in dm: Fleische herab, weil auf keine andere Weise das unnahbare Licht, die Schwäche des Fleisches tragen könnte, wenn nicht dieses Leben in Fleisch sich hüllte und uns durch den Gegensatz des Fleisches das Licht der Gottheit zeigte, was uns gleichsam schon geschehen Jesaja4') vorhersagt: „den im Lande des Todes wohnenden ist ein Licht aufgegangen".- Dieses Licht erblickten Beide sowohl Jakob als Jesaja nicht mit körperlichen sondern mit geistigen Augen. Und gemäß dieser Anschauung sagt der Eine von ihnen den jauchzenden Laut: „ich habe Gott gesehen von Angesicht zu Angesicht und meine Seele ist heil geworden» Denn er hatte 44) Ps. 105, 4. „-pan 'TOB 1TJ)1 itm". 45) Gen. 32, 31.. „D’lB D’3B Dvfc.N '2 1ETD3 ^sani". 46) Jcs. 6, 5. y-ijj imi niNDä ’fwi DN ’D. 47) Jes. 9, l. hjj -litt c\)d?x pta emgesehen, daß Gott zu Moses gesagt hat: „nicht wird mich ein Mensch sehen und leben" gleichsam als zweifelte er an ,dem Heil seiner Seele, wenn er nicht durch das Mysterium der Prophetie erkannte, daß Gott, welcher vom Menschen nicht gesehen werden kann, durch die Empfangung des Fleisches gesehen werden könne. Daher er, weil er es sah, ausrief: „ich habe den Herrn gesehen von Angesicht zu Angesicht und meine Seele ist heil geworden", und daraus die Hoffnung des Heiles unternommen hatte; daher er erkannte, das durch den Schein der hinzugenommenen Sterblichkeit, das Heil, die Erwartung der Welt, die Prüfung seines Fleisches kommen werde,, was er auch in der prophezeienden Segnung der Söhne aussprach: „Es wird nicht das Zepter4a) von Juda genommen werden und der Führer (stab) von seinen Schenkeln, bis er kommen wird, der zu senden ist und er selbst wird sein die Erwartung der Völker". Von dem auch Jesaja 49) sagt: „Vor dem Volker, ihren Mund verschließen werden, es^) werden die Völker sich bittend zu ihm wenden." Nun was widersprichst du Jude? warum nennst du uns Lbiere. Siehe, wir sind die Thiere dessen, von dem Habakuk") sagt, „du wirst in der Mitte zweier Thiere erkannt werden". Nicht wie du uns vorwarfst, sperren wir das Maul auf, sondern wir wandern wie verständige Thiere. Was du aber daraus gefolgert hast, daß David gesagt habe: „Wollet nicht vertrauen auf Fürsten, auf Söhnen der Menschen, bei denen kein Heil ist", und daß er dadurch keinen Menschensohn ausgenommen habe, damit du, demZeugniß des Propheten gemäß, heimlich ein Unrecht gegen Christus zu thun schienest — aber du hast offen seine Diener geschmäht, gleich als wenn nicht das Unrecht des Knechtes auch Verachtung des Herrn beweise, so erwidern wir darauf mit dem Propheten 52): „es mögen stumm werden die Lippen der List, welche sprechen gegen den Gerechten Bosheit in Uebermuth und Misbrauch". Und unsere Hoffnung setzen wir nicht auf einen Menschen, sondern.auf Gott und seinen Christus, welchen wir für einen Gott und für einen Menschen wahrhaftigerweise glauben und von dem wir, daß er Gott und Gottes Sohn sei, durch die Belege eurer Propheten haben. Petrus und Johannes und Martynus halten war nicht für Dämonen, sondern für Verbanner der Dämonen und sehen, daß dieses wahr sei bis auf den heutigen Tag durch gewisse Anzeichen, indem wir nicht auf sie die Hoffnung setzen, sondern unsere Hoffnung bei Gott durch ihre Vermittelung niedersetzen. Was du aber sagst: „an allen Stellen werde gelesen Gott Israels und nicht Gott der Völker", so widerlegt doch Gott durch David, indem er zum Sohne sprichtS3): „fordere von mir und ich werde dir geben die Völker als deine Erbschaft und als deinen Besitz die Grenzen der Erde", und derselbe zu Abraham"): „in deinem Samen werden gesegnet werden alle Stämme der Erde". Wenn aber die Völker die Erbschaft Gottes sind, so weiß ich nicht, wie er nicht eher Gott sein soll, dessen Erbschaft sie sind. Darin nämlich, was du 48) Gm. 49, 10. |OD ppnoi ."NlN'Q D3CV HD’ tt!> □’Dy nnp’ fri nW ttD’ ’D -ip i’bn. 49) Jes. 52, 15. nri’D DVfe I22p'. - 50) Jcs. 11, 10. lun-p D’ü v6n. 51) ln medio duüm animalium cognosceris. 52) Ps. 30, 19. 20. nN3N>7 ipV VW rUD^ST! 113) HMD pny P’79. 53) Ps. 2, 8. yiiriNi •p’prn d’ü ninfs'i üdo W ptt 'Ovtt. 54) Gen. 22, 18. ptt>1 ”1.) b “|jnn IDIDnni.

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