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Der Orient · 1843-06-06 · 23 (6.6.1843) · p. Spalte 359-360

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
23 (6.6.1843)
Article
Neuhebräische Poesie
Date
1843-06-06
Page
Spalte 359-360 (sequence 3)
Language
German
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359 360 Lit. Analekten. Die orientalische-Anschauung, daß Gott bete. Reims.. Im gewöhnlichen .Gebetbuch gehört hierher das Ibn - Esra hat für den Reim, nach seiner witzigen Weise, das Gesetz ausgesprochen IwiH1 innn b# rc., welches übrigens, wenn es die Noth erheischte, übertreten wurde. Auch der Gesetzgeber entledigte sich zuweilen der Verbindlichkeit es zu beobachten. Die Pajtanim brauchten männliche und weibliche Reime. Das Leg uis welches A lch a risi lültt "W nennt ia), kommtbei den Paftamin äußerst selten vor. Israel Nag'ara (spr. Nadschara) hat einige Gedichte dieser Art, da er überhaupt allerlei Kunststücke in seinenPijutim liefertso z. B. den Gleichklang des Hebräischen rpit andern Sprachen, welches MenachemLonsano in seinem nrp Tlty mit Recht tadelt "), als eine überflüssige Spielerei. Assonanzen und Echo's kommen auch nicht häufig vor. Für ersteres ist das von Jbn-Gabirol anzuführen; für Letzteres ist ein Gedicht von Israel Nag'ara anzuführen, anfangend Vlj? NltM, welches weiter unten mitgetheilt ist. (Fortsetzung folgt.) wir aus einer Stelle t>c<T niT 'W von Menachem Lonsano (S. 80), wo es heißt: .I vd ktt '-i D’-nTOH vn.l '0 HNin —- rantynt> ntDnn N’3n nnaon Na^a ^rpa:i '[ •wn motsD tatv iS byaatp ly nmaj Nbn nnt niaaa rnna tyDnB'Ji nyun Dtpaa-iry wan D’nari ana o nriN nbca oyn Dvo,n”Dr2ty b'S o^ays noa inN /ich d’djjd o riNa nnan rbn raa 12) Tachkemoni Kap 33. - Ivaan N'VN anap miW’i- D’na w ‘ja iro wn iiaasn 'a iy~t orb .'uinJty’ pjyn hx runtyn ni>arj! nrm nbta »Bergt. Moses Jbn Esra S. 20. Anm. 3. Das Wort Teg'nis übersetzt Diez (Buch des Kabus S. 718) „Zweideutigkeiten", welches Hammer - Purgstall bestritten hatte. Darauf erwiederre Diez (asiatische Denkwürdigkeiten Th. 2. S. 1080) „Zweideutigkeiten sind das Genus und Wortspiele die Species, indem nicht alle Zweideutigkeiten Wortspiele, alle Wortspiele aber Zweideutigkeiten sind". Unser jprachgelehrter Freund Hr. Mordtman machte uns auf diese Stelle aufmerksam. Le brecht in Berlin gab noch einige andere Nachweisungen über diesen Gegenstand im LB. des Orients 1840. Nr. 9. 13) Seine Worte lauten: < D’Snrw ünw nüp nm dind*? ')*rw no!?3k ny.nb *w Tjrw mo TySi \wbb nion’n^pa oy np by m« "iow "wpnid «n ndSn;>d 'ON'NiQ,, y?' bru xn MM wya nam '«7 "hdih dd ^jNwn nai -pn hdinh o rnrv t*b Nin inas ro. o DipDD "Nma nur,, nntwn pi cn^y wym mb) noNim nt> nmf\ fei "rmw,,« (Schte Sabot p. 147.) Literarische Analekten Die orientalische Anschauung, daß Gott bete. Bei der Erklärung der Hagada wird noch immer, das sprachliche Element und die orientalische, von einer lebhaften Phantasie gefärbte Anschauungsweise nicht genug berücksichtigt, und es geschieht daher nur zu oft, daß sprachliche Ausschmückungen eines ethischen oder religiösen Momentes, der wieder in einem bunten orientalischen Gewände uns entgegentritt, für Orakelsprüche gehalten werden, deren Sinn erst nach langem und angestrengtem Nachdenken erfaßt werden könne. So ist die Stelle in Berachoc 7, a: mDNJw y?DDD rbprw jud 'vn n mra pny -idn 31 "1ÖN‘»31Ü 33 non iS 3DN? bnü ^ND ') 'Ol ^nno by W ■fern ^DyD ruv ■»did 7033^ ^übn pn pn rrwo md!? dnb doni dw-iiT mD3 oy jrunw von den Kommentatoren *), bald auf eine mystische, bald auf eine philosophische Weise erklärt worden, während dieselbe Anschauung auch bei den Ambern anzutreffen ist (vergl. nur die bekannte Formel: pJ-wj au-Lfc), und in der orientalischen Auffassung des Betens überhaupt ihren Grund hat. Dem Orientalen ist nämlich das Beten — wie er dies auch durch nbün (vergl. die primitive Bed. von bbz> in Fücst's Concordanz 8. v. z ferner das arab. bezeichnet — ein Durchbrechen, ein Eindringen in den Rathschluß Gottes, ein Aufheben des decretum divinum. (Bergt, auch das bekannte: NN -poyD npisn n^Dm rj37i^rn nnnnyn). Bon der Phantasie ganz beherrscht und überhaupt von Hause aus zu Anthropomorphismen geneigt, bezeichnet nun der Orientale die Barmherzigkeit, die Gnade Gottes als ein Beten desselben zu sich selber, d. h. Gort betet gleichsam zu sich selber, daß er seinen Rathschluß nicht vollführe, daß er dem Sünder vergebe. Diese einfache Erklärung unserer Talmudstelle gewinnt noch an Wahrscheinlichkeit, wenn man sie mit einer Stelle aus dem Kommentar Jbn Jsmaels zu Borhan-ed-Diiri es-Sernüdji’s Enchiridioii Studiosi vergleicht. Dieser sagt nämlich (S. 2. Anm. 3. ed. Caspari) zu dem im Texte stehenden 8^^!!^: .... XjjutJfj Jt Jbü äJJ! ijjo. ^*2 JLaj JIäj äIJI foU aü y&Jß aüue d. h. „wenn es (seil, das Wort S^JLaJf) von Gott *) Selbst in neuerer Zeit hat Hr. Dr. Hirsch in seiner Religionsphilofophie der Juden S. 53, diese Stelle ganz eigenthümlich erklärt»

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