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Der Orient · 1843-06-06 · 23 (6.6.1843) · p. Spalte 357-358

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
23 (6.6.1843)
Article
Neuhebräische Poesie
Date
1843-06-06
Page
Spalte 357-358 (sequence 2)
Language
German
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368 3.57 Notiz über die äußeren Formen Produktionen dieser Periode. Rabbenu Ger schom „die Leuchte der Exulanten" (nPmn “inttD 01t£H3 1JX22), welcher ein jüngerer Zeitgenosse des Haji Gaon war, Simon den Isaaks Meschullam benKalonymos, Salomo der Babylonier, Salomo Iizchaki sie alle brauchten in ihren Gedichten den Reim; sie lernten denselben von Kaliri gebrauchen, welcher auch anderseits Einfluß auf sie ausübte. — Salomo ben Gabirol, mit welchem eigentlich der Glanzpunkt der spanisch-jüdischen religiösen Poesie beginnt, wußte den Werth desselben zu würdigen, ohne denselben zu überschätzen. Er wußte, daß er allein nicht'die Poesie ausmacht, und daher an und für sich nur sehr gering anzuschlagen ist. Er spricht dies sehr naiv aus in einem Verse seines grammatischen Gedichtes, welches wir anderwärts (Ehrensäulen S. 102) mitgetheilt haben. Seine Worte lauten: iaaa eso ' aaa bzb arr lnnnj^" Ben-Gabirol ist auch der erste, unseres Wissens, welcher diesen Ausdruck gebraucht. Wir erinnern uns nicht, diesen (Leipzig, 1839) von Alghazali ebenfalls einige Verse von Samuel Ha-Nagid citirt, welche wohl auch aus dem 'hw® p sein dürften, obwohl er dieses Werk nicht nennt. (Vergl. das. S. 191, 206, 215.) Eine Strophe setzen wir hierher (S. 206): — \J — — u — — | — u-u — — maaab ant niäaai? aa's* 12/m ssmi in'sa nie aa;ss b'03*3 nein : -iNVv? v-'sr -p hga nsjon? p^n Sperr H. I. Michael in Hamburg 'besitzt ebenfalls diesen Brief von Jehuda ben Tibbon; wir Haber aber nicht Gelegenheit gehabt, dieses Wcrkchen zu sehen. Der gelehrte Besitzer hatte die Güte, uns einige Notizen darüber mitzutheilen. Jbn-Tibbon empfiehlt seinem Sohn Samuel — dem nachherigen berühmten Uebersetzer des More Ne buch im — das Lesen dieses ^^2^2 aufs Dringendste. Wir geben auch einige Sätze daraus:' : aa« bab“]a:i cnep '*6 ,7iM V» at^x cpni p1“! ca abbe iaPi a'p bg Pi?n abx ncea : cp s6i c^p1? sia1) ba niaa Ferner: b"s -p:un na nwi *031’ ■ ia ip’ aaP atbx yao 'NX : ’ian? iai> aiaya iaa^ Ferner: p ,cv;aine n’abix ba x’an aak jari ox cca anas «in aiaai cn a'm Tiaini ccnaa ->ns2 s6i ibaa-np ia insa -: cp' by iacioa ^yb'ni inix aiiy der Pijutim. Bon L. Dukes. oder einen ähnlichen Ausdruck bei jüdisch-deutsch-französischen Schriftstellern gefunden zu haben. Es scheint, daß sie die Sache kannten ohne einen bestimmten Ausdruck dafür zu haben, wie dies oft der Fall ist. Der hebräische Ausdruck MN für Reim ist aus dem Zeitwort piin (anreihen) entnommen ^). Dieser Ausdruck bedeutet dann sowohl den Reim an und für sich selbst, als die ganze Reimzeile. Der Gebrauch des Reims war sehr bald außerordentlich verbreitet, und verschiedene Ursachen trugen dazu bei. Der Umstand, daß in der hebräischen Sprache die Fürwörter (cp-töS) an die Hauptwörter angehängt werden, erleichterte den Gebrauch des Reimes sehr. Denn man' brauchte nicht Seammwörter mit Stammwörter zu reimen, sondern nur die Fürwörter. Eben so dadurch, daß die vielfache Zahl durch Zusatzsylben gebildet - werden. Es ist nichts Seltenes, besonders in der weltlichen Poesie, baß ein einziger Reim ein großes Gedicht beherrscht. Viele Gedichte im Diwan des Mose I b n - E sr a, A l ch a r i s i, Immanuel u. a. m. geben den Beleg dazu. Wir besitzen mehre Gedichte des Jbn-Gabirol, weltlichen Inhalts, die diese Form haben, z. B. das von Jbn-Efra im Zachot (Ed. Lippmann S. 11) citirte Gedicht 'OVl-l ^&T)p2 NN), welches wir bei passender Gelegenheit bekannt machen werden. In der religiösen Poesie ist dies seltener der Fall; hier tritt uns eine sehr große Misfälligkeit der Form entgegen. Jedoch finden sich manche Gedichte dieser Art z. B. die Asharor des Jbn-Gabirol (zur Kenntmß u. s. f. S. 43. Nr. 11). Eben so des Tip^F) im gewöhnlichen^orLugiesischen Machasor, dessen Verfasser unbekannt ist, und welches dem Haji Gaon zuzuschreiben, wie Rapaport (Bikkure ha-ILtim 1829, S. 94. Anmerk. 32) geneigt ist, kein Grund vorhanden ist. Eben so das truttD ^3 von Jehuda ha-Lewi u. a. m. Die deutsch-französischen Pajtamin, welche in der Handhabung des. Reims den spanisch-maurischen sehr nachstanden, haben in gewissen Stücken gar keinen eigentlichen Reim, sondern lassen dasselbe Wort sehr oft in einer ganzen Reihe wiederkehren. Z. B. in dem Stück (für den ersten Tag des Neujahrfestes) TDy1» ober in :np] ^02 nEl^ptt (für Schemini Azeret) u. a. m., welche durch Einsilbigkeit dem Ohr nicht sehr angenehm sind, und wohl von denjenigen Stücken zu sondern sind, wo das ganze Wort zu Ende jedes Verses zurückkehrt, z. B. das bereits erwähnte Spanische Pajtamin haben dieses vernueden^). Vielleicht war dies der Ursprung des 10) Bei Parch on (Art nn) lesen wir ritt .pjoa M aeten -npji vnbbrc man (n’inn nnb David Kimchi (Wörterbuch Art. NN) sagt: rNnp nfr) vbm orptaro rrb ntansn onw on^n -N2 n — .D^inn ns* nmtt 11) Wie genau span. Pajtamin es nahmen, in einem ganzen Gedichte keinen Reim zweimal zu gebrauchen, ersehen 23*

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