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Der Orient · 1843-05-30 · 22 (30.5.1843) · p. Spalte 347-348

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
22 (30.5.1843)
Article
Charakteristik biblischer Personen
Date
1843-05-30
Page
Spalte 347-348 (sequence 4)
Language
German
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348 Jakob Lngland's Abhandlung-über die Sekte der Karäer. 347 der ihn traft, ihn erschlage (1. Mos. 4, 15.), so begründen dies die Rabbinen dadurch, daß das Verbot des Mordes ihm nicht vorher verkündet worden sei. i5) Auch war er gewissermaßen unzurechnungsfähig, da er noch garmicht gewußt, wie sich die Tödtung eines Menschen bewirken lasse. Erst nach Beibringung mehrer Wunden habe ein Schnitt in den Hals, Adeln das Leben genommen.26) Rührend sind einige Züge von der Treue und Anhänglichkeit der Thiere, welche rabbinische Sagen — gleichsam als Gegensatz der Grausamkeit des Menschen — hierbei mittheilen. — Adels treuer Hund, der seine Heerde stets bewachte, hütete jetzt auch seinen Leichnam, daß Gewild und Raubvögel ihm nicht nahen. Adam und Eva weinten und klagten, sie wußten nicht, was beginnen mit des Sohnes Leichnam. Da starb ein Rabe, und sein .Genosse verscharrte ihn vor ihren Augen. Nun' sprach Adam : „dieser Rabe lehret mich, was ich zu^thun;" er nahm Abels Leichnam und beerdigte ihn.— Als Lohn für diese Pietät des Raben speist Gott die jungen . Raben sonder Mangel, wie es heißt (5piob 38, 41.) „wer bereitet dem Raben seine Nahrung?" und vernimmt ihre Stimme, wenn sie um Regen rufen, so heißt es (Ps. 147,9.) „er giebt den jungen Raben, wenn sie rufen. t/-') — Eine andere Version setzt statt des Raven „einen reinen (nach dem mosaischen Gesetze zu essen erlaubten) Vogel", und laßt dafür als Lohn gewähren, daß die Israeliten (3. Mos. 17, 13.) verpflichtet wurden, „Geflügelblut mit Erde zu bedecken." '8> Den in der biblischen Erzählung von Kam und Abel besonders hervortretenden Gegensatz zwischen Viehzüchtler und Ackerbauer sucht von jüdischen Kommentatoren namentlich R. - Levi ben Gerson herauszustellen und Ursprung, sowie Erfolg des Bruderhasses aus dem in , der Natur tief begründeten Unterschied dieser beiden Beschäftigungsarten abzuleiten. Merkwürdigerweise differirm die rabbmischen Sagen über das Alter Abels. Nach Einigen habe er überhaupt nur 50 Tage in der Welt zugebracht.29 Andere lassen die That erst erfolgen, als Beide das 40. Lebensjahr erreicht hatten.3 °) 25) Nabbah. 26) Sanhedrin ib. 27) Ialkut. — Pirke R. Eliestr. Bgl. damit Koran, Sura 5., wo jedoch Nichts von der dem Naben zugedachten Belohnung enthalten ist. 28) Tanchuma. 29) Rabbah Wahrscheinlich als Prototyp der Erstkingsopftr, welche am 50. Tage nach Beginn der ersten Erndte dargebracht wurden. 30) Tanchuma. — Wohl analog mit Esau, der mit 40 . Jahren begann, seinen Ettern Herzeleid zu verursachen» (1. Mos. 26, 34.) Jakob Trkgland's Abhandlung über die Sekte der Karäer. (Im Auszuge übersetzt und mitgetheilt.) (Fortsetzung.) Es erdenken sich dies also nicht die Karäer, sondern sie erzählen es in gutem Glauben, wie sie es durch die Ueberlieferung und die Schriften ihrer Vorfahren empfangen haben. Denn warum sollten sich dies Menschen ersinnen, welche die Aufrichtigkeit lieben, welche das ehrenvollste Zeugniß von ihren Feinden empfangen haben, und die gerade hierin keinen Ruhm und Nichts, was für sie sprechen tonnte, finden, da sie die Wahrheit einer Religion nicht nach dem Alter und der Reihenfolge der Lehrer beurtheilen, sondern vielmehr nach der Wahrheit und dem Worte Gottes das Alter bestimmen. Sehr schön sagt daher des B. Chilluk: ' DönriN' DH Dtt b'DM nn’N dn dd1? b^ ddi D\3nnn dh o ddb no bx OTDN HTONDDD 'D JHJ ito pDD V?D) DTWNl 1 DTP DOT btt jnnts DH/ . . . Dl") D^DNDZ daher sei nicht nach der Zeit, sondern nach der Lehre und nach den Sitten über diesen Gegenstand zu urtheilen. s Sie appelliren daher getrost an diesen Prüfstein: m*Dn ]D ’ rum.tyinn aon-rro rwin rr&Dsy ns ddnoi \rmin D'myo ptym jid b])2 m^n idd nncnn rm> dd*td hduh imn ipiD nw wi tsnin wun w nvmro 9D). Dies sind Traditionen, welche die Propheten niemals, weder vor noch .nach der babylonischen Gefangenschaft beobachtet haben. Ja, nicht blos auf diese, sondern auch auf das Zeugniß mehrerer Rabbinen berufen sie sich, die durch die Macht der Wahrheit getrieben, das Alter der Karäerv anerkannt haben. Und dies haben allerdings gerade die gelehrtesten und der Geschichte am Meisten kundigen gethcm. An Ruhm und Ansehen strahlt Moses Maimonideö bei weitem am meisten hervor; durch Gelehrsamkeit und Alter ist das Buch Kusari sehr empfehlenswert!); im Fleiß und genauer Geschichtsforschung sind die berühmtesten Juden wie R. Abraham ben Daud und R. Abraham Zakuto; vor Allen aber steht durch die Verehrung, die ihr gezollt wird, die Mischna, der erste und vernünftigere Theit des Talmuds. Von diesen allen wollen wir für unfern-Gegenstand etwas anführen. Maimonides in dem Kommentare zu Massechet niDN, nachdem er die Sadducäer und die Baitosäer als getrennte Sekten dargestellt hat, die aber in der Verwerfung der Kabbala zusammenstimmten, nennt Andere, welche denselben Grundsatz haben: msiNnibio iNip1' D’J’D bw nnnNn raron tav wy indi D'pns .n’DDnn cmctw 'D\s'ip Dnaos VS D’piDDn by puh) rfepn by y&rb!>nnn "ws* Dm DD1? MSTW HD ^DD> er sagt hier also, daß die Karäer schon damals existirt haben, als die Häresie-der Sadducaer entstand, ja daß von ihnen der Streit gegen die Kabbala ausgegangen sei, und daß sie durch diese ihre Meinung das Zeichen zur Häresie gegeben haben. So sagt auch das be-

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