Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 22 (30.5.1843)
- Article
- Neuhebräische Poesie
- Date
- 1843-05-30
- Page
- Spalte 341-342 (sequence 3)
- Language
- German
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341 842 Charakteristik biblischer Personen. Von Dr. B. Beer. früher eingefunden haben, und spricht sich im Ganzen apologetisch dafür aus. — 2Cldj arift*) giebt besonders genau die Zeit an, wann diese Einflüsse sich geltend machten; er nennt nämlich aufs Bestimmteste den Anfang des 9. Iahrhurdercs des 4. Jahrtausends (das 10. christliche Jahrhundert) als die Zeit, in der dieses geschah. Die fcühcrn aus der babylonischen Periode stammenden Produktionen erwähnt derselbe gar nicht. Als Grund dieses Liefen Stillschweigens ließe' sich Zweifaches annchmen. Entweder hielt er diese Produktionen nicht für ebenbürtig mit den später», oder hielt er sie ihres Alterthums halber für zu hoch, um sie nach neuern Maaßstäben zu messen. Der gelehrte um die jüdische Literatur hochverdiente Luzzatto hat die Meinung ausgestellt (Bet. b. Ieh. S. 11), daß die ältesten Pajtanim nicht nach arabischen sondern nach syrischen Mustern ihre Produktionen bildeten; denn — bemerkt er — jene sind alle gereimt, die der babylonischen Pijutim hingegen sind reimlos. — Es hat auch einige jüdische Gelehrte gegeben, welche der Meinung waren, das Reim und Metrum sich bereits in der Bibel finden. Es sind hier Moses b e n C h a b i b 7) und Samuel 2Ct d)i x> ott i a) zu nennen. Diese Ansicht aber entbehrt aller historischen Grundlage. Nur sehr wenige Pi- Buch unter der Benennung DDm an. Samuel Wenvenifti hat es ins Hebräische übersetzt. Wo es sich befindet, ist nicht angegeben. 6) Lachkemoni, Kap. 18. + i*npDD myn ineddd D'yJn wn pn p nnibj ins' way 'D m du* 1? mj? \»b os in1? unJ) DiDsiNp rny •on dj; v.iv D'ii uit/ dhdiso TOI ros1?» HD1? DDJ? DD1J?nnil DJ1M13 niJ.lbl DJitsta sb Vipn i'yi d'JIe' imins rn njn ’D - cno •pvdi II'S idd, pi mp ptt/bi bipti' 1'lV onb jnu bis mta ’innb iDi'i D'bpi ansjp D'pioa d.i D’bnm d ' d b s '1 njttn M’i * D'bipu' dj\n" inn onb ps rrpmn nsDi iidd 'jibynnb.yni’mb niso ynm b'nnb Dniyn ibvinn;si mra .idei mm nyy nn rs n'J'Dtyn nsan si iy.otem 'inn djie6 /ui * rnwn by pub nnj/nn 7) In dessen Darke Noam imn). Rödelheim, 1806. 12. S. 6 lesen wir folgende Stellen. n in Dvwn b^Dn Tnn nt. o 'njn ■'brvobn wm *o fwi dw hy ‘■pyoi *ind \)ny nwa Dyn b b min nan-pD nbpn 7^d rnsiDri nds* nw rrvop roso ow o DMpnnyra pN ffiDäö nun1? ffiononn wn mirp pipn nm mmn xiNnp nnitont byn nnw nnn m-a )mb nt w nb rp inpb bru nib *■ nnn bpD * mp inw d«öd rpn bN npnpi nnn o my nnp8 bpy onwn b'pwüz nrn Tnn o Tpsxn in wn — — DnioiN by mnDN nim wn nn 8) Arugo 1 ha- Bösem (otson nnny) S. 112 ■'hrü hnd ns^npD mnn nnnn O “jnwnn jyob /w "Pp pDN Nb n^N D^piDD "OD1? jutim erhalten ihre Benennung von ihrer Formation (zuv (Kenntniß u. s. f. S. 33. f. f.). Die äußere Form steht mit dem Inhalt der Pijutim in keiner Verbindung. Es ist unwahrscheinlich, daß gewisse Prinzipien darüber festgestellt waren. ' Der Wille der Pajtanim war das einzige Gesetz darüber. , 11. Reim (nin). Der R e i m stellte sich früher ein als das M e 1 r u m. Fragt man nach der Ursache dieser Erscheinung, so wäre zu antworten: weil der Reim leichter zu finden und zu handhaben ist, als das Metrum. S a b b a t a i Donolo, Kali r i und sein Vorgänger Ianai brauchten schon den Reim. Die Quelle, woher dieselben diese neue Kunst entlehnten, ist schwer anzugeben, um so mehr, da wir das eigentliche Vaterland dieser letzten zwei Pajtanim gar nicht kennen, und daher auch Nichtwissen, in welchem Lande wir ihre Vorbilder suchen sollen. An arabische Einflüsse bei Kaliri zu denken, läßt die ganze Beschaffenheit seiner Pijutim nicht zu. 2(n lateinische Vorbilder zu denken, dazu fehlt der historische Zusammenhang. Genug Kaliri und sein Vorgänger bedienten sich in ihrer Pijutim des Reims.. Es ist daraus ersichtlich, daß derselbe noch bevor der arabische Einfluß sich bei den Juden der Länder, wo diese Sprache einheimisch war, sich geltend machte, schon vorhanden war. Kann man also den arabischen Einfluß nicht gerade zu als den Begründer des Reims betrachten; so muß man ihm wohl auf die kunstvolle 2lusglärtung desselben bedeutende Wirksamkeit zuschreiben. (Fortsetzung folgt.) Charakteristik biblischer Personen, nach der Auffassung des Talmud's, der Midraschim und der übrigen im Judenthum Autorität habenden Schriftsteller. *) Von Dr. B. Beer, m Dresden. Abel (bri),1) Adams und Evas zweiter Sohn, widmete sich der 'Viehzucht. 2(bels älterer Bruder, Kain, der Ackerbau trieb, brachte einst dem Ewigen ein Geschenk von den Früchten des Bodens. Abel that dasselbe, brachte von den Erstlingen und Besten seines kleinen Viehes; da wendete *) Aus einem großern Werke desVerf. entnommen. Red^ 1) Flav. Jos. ant. jud. I. t. c. 2. scheint mit der LXX gelesen zu haben, er erklärt daher den Namen durch „Betrübniß." Ein Irrthum den bereits Abravanel berichtigt, und der um so mehr zu rügen ist, als die LXX bei den Eigennamen das n häufig in ein unhörbares pj verwandeln. Vgl. Dr. Z. Frankel; -Dorstud. z. Septuag. S. 108. 22*