Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1843-05-23 · 21 (23.5.1843) · p. Spalte 331-332

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
21 (23.5.1843)
Article
Philosophie des Judenthums
Date
1843-05-23
Page
Spalte 331-332 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/8555529-9897774-9897863-2369381--2806-2369415
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

331 Skizzen aus der jüdischen Geschichte. A. Der Apostat. 332 einer Verachtung gegen seine Glaubensgenossen kam, lös't uns Nr. 9. 12. u. 15. der Allgemeinen Zeitung des ZudenthumS. — (Fortsetzung folgt.) ersparen, das Gedruckte meiner Kritik, wo sie wirklich Kritik ist , nochmals abdrucken zu lassen, und begnügen sich, wie ein Druckfehlerverzeichnis; mit der Angabe der Zahl, der Spalten und der Zeilen. Das heißt man doch eine geschickte Taktik, wenn es nicht eine stümpferhaste wäre! Sie mögen sich viel zu Gut darauf gethan haben, wie Sie mir es abgeben, das Publikum, dachten Sie, wird sich die Mühe nicht geben 1) die Stellen in Ihrem Buche nachzulesen, 2) die alte Nummer des Orients aufzu suchen und dort nach Seitenzahl und Zeilen nachzusthen, was ich damit gesagt habe, und damit 3) Ihre Antikritik damit vergleichen. 'Dafür wird es sich aber über die Art und Weise, wie Sie mir es heruntergebcn, freuen, und — Sie haben gewonnen! Sie können nun diesen ganzen Apparat von Verschlagenheit und List, gewürzt mit etwas .Bosheit und Satire nicht im Interesse Ihres Buches Aufgeboten Haben, denn dem kann er wahrlich Nichts helfen, sondern sie thaten das, im eigenen Interesse, um den Namen eines großen Mannes, eines tiefen Gelehrten, eines Rabbinen conirne il faut im Sturme zu erobern. Sie kommen zu spät, sage ich z wenigstens hätte es Ihr Interesse erfordert, früher aufzutreten. Sie waren der Mann für Berlin gewesen! Als die Rabbinerwahl in Berlin vor sich ging, war ich zufällig daselbst. Alles sah diesem Ereigniß mit Bangen entgegen. Wenn nur bei uns, war die allgemeine Stimme, sich Breslau's Kämpfe nicht wiederholen! Wenn Sie nun da aufgetreten wären, Ihre Einheit und Einigkeit mit der „kerngesunden Mitte" verkündet hätten, die doch schon deshalb die Majorität sein muß, weil ihr nur „zwei abnorme Extreme" entgegenstehen: wenn Sie da gesagt hätten: „daß Ihre Gemeinde nicht einmal den leisesten Wunsch hegt, Sie fortzuschicken"; wenn Sie da Ihren Eifer für die Emancipation der Juden so wacker und brav, wie Sie es mir gegenüber thun, herausgestrichen hätten: wahrlich, Sie wären wirklicher und fungirender Oberrabbiner in Berlin, vielleicht Oberlandesrabbiner in Preußen geworden! Sehen Sie, daß Sie ein Stümper sind! Statt für Ihre Größe und Ihren Ruhm zu wirken, verlieren Sie Ihre Zeit, auf meinte, des erbärmlichen Judenfeindes, Kritik zu warten, um nach einem Jahre mich, „den Excollegen", den „fortgeschickten Rabbinen" vollends tobt zu schlagen. Ist denn ein „ Excollege", ein „fortgeschickter Rabbiner", ein Judenfeind, der „alle Juden sammt und sonders fortgejagt haben will", der aber, und das von Rechtswegen, von seiner Gemeinde zunächst fortgejagt worden ist, ist denn dieser eine so wichtige Person, daß Sie Ihre theuere Zeit mit ihm zu verlieren nöthig haben? Sie, in Ihrer Gemeinde fungirender Rabbi, der ich betheuere es vor der ganzen Welt — „kein Schuft" ist! aber ein Stümper bleiben Sie doch! d. h., daß Sie mich recht verstehen, ich bin Nicht allwissend; ich weiß von Ihnen weiter gar nichts, als was .Sie in diesem Momente von mir reden d. h. Ihr Aufsatz und Angriff, kurz Ihre Taktik ist stümperhaft! Geschichte. Skizzen aus der jüdischen Geschichte. A. Der Apostat. (Fortsetzung.) - Welch' ein Triumph wäre das für Heinrich gewesen, dem Wezelin zu zeigen, daß er falsch citirt hat. Dazu kommen die Schimpfwörter, die sehr auffallend sind bei Einem, der Jude geworden ist in jener Zeit, die aber dm Juden in jener Zeit sehr gemein in den Mund gelegt worden sind, und ich wiederhole nun meine Meinung, daß Henricus seinem Namensvetter zu beweisen, wie glänzend er seinen Auftrag vollführt, den ersten Brief verfertigt und nun den zweiten desgleichen gemacht und so sich von selbst, was man sehr leicht kann, widerlegt hat. Außerdem könnte man nun noch annehmen, die paar Zeilen des Wezelin seien nur ein Auszug aus einem wirklichen Schreiben des Wezelin, das Heinrich gemacht hat, aber Heinrich widerlegt Wort für Wort, was iw diesem Briefe steht und rhat nicht mehr. Daß aber dergleichen nichts Seltenes ist und Unglaubliches, wird man glauben, wenn man dm Geist der damaligen Christen gegen die Juden kennt, und wenn man an die Erbitterung denkt, die dem Schritte des Wezelin folgen mußte. Wenigstens fällt jeder Emwurf, der so gemacht werden könnte, dann weg, und namentlich der Emwurf, den man gegen die Termen in Wezelins Brief hätte erheben können. Alpertus berichtet und scheint Nichts davon gewußt zu haben, wie er uns nicht einmal den Ort nennt, wo es sich ereignet. Doch nun jenen Brief selbst. Des Heinrich Brief an Wezelin. Deiner Verläumdung zu antworten, o ungläubiger Jude, welche du mit schmahsüchtigem Munde gegen Christus und seine Heiligen neulich ausstießest, würde jedem in christlicher Waffenführung Unterrichteten ein Leichtes gewesen sein, wenn es nicht leichter wäre, Steine zu erweichen, als Eure Gemüther zur Aufmunterung der Wahrheit zu öffnen. Wiewohl nun jene Geöffneten den Tod ihres Urhebers erkannten und dennoch die Gefühllosigkeit Eures Herzens, obschon erdrückt, obschon zu Boden geschmettert, in der Härte der angewurzelten Bosheit fortdauert, und wenn auch durch die ewige Weisheit Gottes, durch welche die Welt sowohl wunderbar gebaut und noch wunderbarer gebildet worden ist, der Mund der Böses Redenden verstopft und Eure Bosheit sich selber Lügen gestraft hat, und in der ganzen Zeit sowohl durch die Worte der Propheten als durch die Beispiele der Heiligen hervorgehet, wie verdammt die blinde Bosheit Eueres Unglaubens und wie die Gebrechlichkeit der in Christo sich vorst'ndenden j Sterblichkeit verherrlicht worden ist, so wollen wir doch, weil noch nicht verzweifelt an ihren Ränken die versteckte Bosheit der jüdischen Malice und mit verbrecherischem Uebermuth zur Widerlegung der christlichen Religion, , die schon durch Zeichen murrt, und auch die durch die Beispiele der Väter, die Sprüche der Propheten herrschende blühende Kirche, sie, die selbst so oft schon besiegt und ganz da niedergestreckt, wiederum zum Kampfe herausfordert, so wollen wir mit Hilfe der Weisheit Gottes selbst, des Wortes Gottes, des Sohnes Gottes sie angreifen, und mit demjenigen Steine die steinernen Herzen schlagen, welchen der Prophet

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.