Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 21 (23.5.1843)
- Article
- Jakob Trigland's Abhandlung über die Sekte der Karäer
- Date
- 1843-05-23
- Page
- Spalte 327-328 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897863-2369380--2802-2369413- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
328 Philosophie des Judenthums^ 327 Chillu? sagt (p. 2): v'von Drv.taa.nfoa atw. WN'aji N’run i>Nprrp l'jni tarni n’jjn idd iJ’rmp’in’ u'säni .uiyb B"N ’jn U'ip ita 'bb) vabai Trat ym Namentlich sagen sie, sie gehörten zu den tPpjNJi pirWNJ mDJrtn hp, welche Ezechiel (9, 4) bezeichnet, und seien zugleich mit in die Gefangenschaft nach Babylon abgeführt worden, wo sie sich der Prophetie befleißigt hätten. Und um diese Behauptungen zu unterstützen, geben sie sogar an, was sie von den einzelnen Propheten empfangen hätten, und berufen sich gegen die Rabbaniten darauf, daß sie, deren Lehre älter sei, auch jedenfalls früher eine Gemeinschaft gehabt haben. Unter den karäischen Schriftstellern ist ein gewißer WO Wft, ein Urenkel jenes berühmten Elia Beschitzi, des Verfassers , von dem berühmten Buche nTiN. Dieser hat, ohne irgend Mühe, Beschwerden oder Aufwand zu scheuen, Assyrien, Chaldäa, Judäa und Aegypten durchreis't, um die Ursache und die Zeit der Spaltung zwischen Karäern und Rabbaniten zu ermitteln, und was er gefunden har, hat er niedergeschrieben. In seinem handschriftlich vorhandenen Buche DIOD führt er es aus eine doppelte Ursache zurück, daß der Meinungszwiespalt und der Haß, welche schon vorher unter der Asche verborgen glimmten, eine offenbare Feuersbrunst herbeiführten. Die eine war politischer Natur: der Haß des Johann Hyrkan gegen die Pharisäer und dessen außerordentliche Begünstigung der Karäer zu Ende seines Lebens. Die andere war eine kirchliche, die Einführung eines zweiten Gesetzes durch Simeon ben Setach, welchem Gesetze der R. Jehuda ben Tabbai und andere sich eifrig widersetzten und dadurch die Trennung herbeiführten.^ Woher er diese Nachrichten habe, giebt er mit folgenden Worten an: bi.' nn’ra D'Dan ’-©d “pna noNn ’nrrosn bn6 T1? D’IUDD YINÜD “ItMO D'Jty BIND ttftbwb DDp 13TOJ1 N’tton dv6n n’im d^h Dannnnn 55^1 Win NnpD ’JD rm D’IDWn ’J'y npm Er erwähnt hier namentlich einige seiner Gewährsmänner, und es könnten deren noch weit mehr angeführt werden, wenn nicht in Folge der häufigen Verfolgungen von Seiten der Feinde, nur wenige handschriftliche Exemplare noch vorhanden wären, worüber sie in Briefen an mich heftig klagen. (Fortsetzung folgt.), Philosophie -es Ju-enthums Beleuchtung des im „ Lireraturblatt des Orients" 1842 Nr. 28. 36. und 38 erschienenen 'Aufsatzes ,,Philosophie des Judenthums. Die Religion des Geistes, eine wissenschaftliche Darstellung des Judenthums nach seinem Charakter, Entwicklungsgänge und Berufe in der Menschheit, von t>r., S. Formstecher. Beurtheilt von Dr. S. Hirs ch." Von l>r. S. Formstecher, Großh. Hess. Rabbiner zu Offenbach und dessen Kreis. Mit echer untenstehenden Vectheidigung von Dr, S. Hirsch. (Fortsetzung.) Auch im „Kritischen Anzeiger für Literatur u. s. w." in dem Beiblatte zum „ Rheinland u. s. w." 1842. Nr. 13. fand ich wohl den unbefangenen, liebevoll und offen: dargestelllen Eindruck, welchen mein Buch auf einen gelehrten Christen machte, aber ebenfalls keine Recension. — Wer will es mir deshalb verargen, wenn ich meine Sehnsucht nach einer Recensi'on, wie sie etwa die wissenschaftliche Zeitschrift „Theologische Studien und Kritiken" oder der „Literarische Allzeiger" von Tholuck liefert, in dem gediegenen „Literaturblatt des Orients" endlich befriedigt glaubte? Mit echt wissenschaftlichem Durste griff ich deshalb nach Nr. 28. 36 u. 38 dieses Blattes und freute mich schon auf die Belehrung, welche mir zu Theil werden sollte, auf die Verbesserung, ja sogar auf die Widerlegung meines Systems, da der, wissenschaftlich nachgewiesene Gegensatz des Jrrthums ebenfalls zur Wahrheit führt. Aber, leider! wird auch hier sich Jeder getäuscht sehen, welcher mit mir statt -0 Schimpfreden eine Necension erwartet. — Vor Allem bedient sich Hr. Dr. Hirsch der Ueberschrift meines Buches als einer günstigen Gelegenheit seine fieberhaft gereizte Galle, welche ihn mit Haß und Verachtung nicht' nur gegen die Rabbinen, sondern gegen alle seine Glaubensgenossen erfüllte, abzukühlen. Jeder Unbefangene wird einsehen, daß ich S. VI. meines kurzen Vorwortes nur die zwei abnormen Extreme des israelitisch-religiösen Lebens im Auge hatte, und daß mir zwischen beiden eine kerngesunde Mitte liegt, welche ich als Bekenner meiner Religion des Geistes achte und liebe. Hr. Dr. Hirsch theilt aber alle Juden der Gegenwart Ln zwei Theile, auf der einen Seite stehen ihm „die Frommen i^o%rivu, diese sind aber nach seiner Schilderung und d,HD)D"/ auf der anderen Seite stehen die Aufgeklärten, aber, fügt er hinzu: „Wahrlich es ist weder Frömmigkeit noch Aufklärung, was beide bewegt, sondern nur baare Herrschsucht." — „ Unsere Zeit ist durch und durch von diesem Zwiespalt durchdrungen." Es sind deshalb die gegenwärtigen Juden noch weit verwerflicher als die Bewohner Sodom's, da sich unter jenen nicht einmal ein einziger Lot findet. Für diese Artigkeit und diese Liebe wollen wir alle, die wir uns noch Juden nennen, bei dem gewesenen Herrn Rabbiner bedanken, vorzüglich aber müssen wir, die wir als Rabbiner in irgend einer Gemeinde fungiren und von derselben noch nicht fortgeschickr wurden, unserem Herrn Excollegen uns verbunden wissen für den Ehrentitel„S ch u ft", den er uns zwei Mal zu ertheilen beliebt. Nach der Schilderung des Herrn H. von der Judenheit verdienen wir nicht nur nicht emancipirt, sondern sammt und sonders sortgejagt 4) Ich wollte eine „Recensi'on" schreiben und .keine „ Schimpfreden Jndeß, im Vertrauen und unter dem Siegel der Beichte —— denn ein wirklich ,ü. s. w. angestellter Rabbiner ist ja infallibel, wenigstens vor den Augen der Leute — die Ketzer und Ungläubigen möchten meine Recension für eine /,Recension" halten-und nicht für „Schimpfreden"; ich könnte Ihnen Beweise anführen. Also schnell nochlein paar Bannstrahlen, Herr Pastor im Judenthum l