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Der Orient · 1843-05-16 · 20 (16.5.1843) · p. Spalte 313-314

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
20 (16.5.1843)
Article
Dogmatische Literatur
Date
1843-05-16
Page
Spalte 313-314 (sequence 3)
Language
German
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313 Philosophie des Judenchums. 314 Somit hätte Referent denn diese Pcedigtsammlung in einer kurzen Skizze charakterisict und gezeigt, wie der Verfasser in ihr die ganze jüdische Religionslehre behandelt. Es gehört für die Juden ohne Zweifel zu den wichtigsten Aufgaben unsrer Zeit, das Judenthum aus seinen Schriften philosophisch zu begründen und nachzuweisen, wie es ein bedeutendes, ja das wahre Lebenselement der Weltgeschichte ist, und es muß das Streben, und der redliche Eifer des riefdenkenden Verfassers rühmlich anerkannt werden *). Wenn es bei diesen Predigten zwar meistens auf den Gedankeninhalt ankommt, so stehen sie doch auch in ihrer Form den meisten unsrer guten Predigten würdig zur Seite und sind daher denen, welche sich zu jüdischen Predigern und Lehrern bilden wollen, auch in dieser Hinsicht mit Recht zu empfehlen. A. Philosophie des Judenthums. Beleuchtung des im „ Literaturblatt des Orients " 1842 Nr. 28. 3Ö. und 38 erschienenen Aufsatzes ,,Philosophie des Judenthums. Die Religion des Geistes, eine wisienschaftliche Darstellung des Judenthums nach seinem Charakter, Entwickelungsgange und Berufe in der Menschheit, von Di'. S. Fonnstecher. 1841. 8. VIII 452 S. Frankfurt a* M. Hermann'sche Buchhandlung. Beurtheilt von Dr. Sam. Hirs ch." Bon Dr. S. For tust ech er, Großh. Hess. Rabbiner zu Offenbach und dessen Kreis. Mit einer untenstehenden Verteidigung von Dr. S. Hirsch *). Sehnlichst i) sah ich bisher der Fortsetzung der, in der Ueberschrist bezeichneten, Beurtheilung, welche bis jetzt ’) Das Judenthum sollte dem gediegenen, religions-philosophischen Werke Hirsch's mehr Theilnahme schenken, damit der gelehrte Verfasser sein Unternehmen rasch beendigen könne. ’) Nur auf den dringensten Wunsch des Hrn. F. lasse ich diese Beleuchtung abdrucken, und da der Rec. nach gewöhnlichem Brauche das Recht hat, sich unmittelbar zu vertheidigen, so räumte ich Hrn. H. dieses Recht unter meinen Augen natürlich ein. Ich muß aber bemerken, daß alles hier Ausgesprochene durchaus meine Billigung nicht sinder, und sowohl Hr. H. als F. mögen nicht glauben, daß der Orient dieser oder^jener Meinung eine Bevorzugung gewähre. Wie ich über das Werk F's denke, werde ich in einem 2Art. über dasselbe zeigen. Red. 1) Bei einem freundschaftlichen Besuche, den ich gestern Abends dem Herrn Redakteur dieses Blattes machte, theilte mir derselbe mit, daß Herr Dr. Formstecher eine Antikritik eingefenbet habe, daß aber dieselbe der Art sei, daß er sie, ohne begleitende Verteidigung von meiner Seite, nicht abdrucken lassen könne. Um diesem ausdrücklichen Verlangen nachzukommen, entschließe ich mich zu diesem unangenehmen Geschäfte. .Ein Jeder wird zugeben, daß ein Verfasser das Recht hat sich nur über das Vorwort, die Einleitung und das erste Kapitel, demnach nur bis S. 22 meines rubricirten Buches verbreitete, entgegen, um sie in ihrem Zusammenhänge und nach ihrem Abschlüsse beleuchten zu können. Da aber ihr zu eine Antikritik zu schreiben, daß aber damit die Akten auch geschlossen sein müssen, denn nun liegen alle Materialien vor und der Leser kann sich sein Urtheil selbst bilden. Die Redaktion wünscht auch, wie ich glaube, die Noten nur deshalb, weil folgende Antikritik ganz eigener Natur ist. Sollte aber das lesende Publikum nicht wirklich, auch ohne Noten von meiner Seite, über Herrn Dr. Formstechers Auffahren (um ganz gelinde zu sprechen) das richtige Urtheil fällen? Lndeß die Redaktion wünscht es einmal und ich will gehorchen. Vor Allem will ich den Lhatbestand angeben, wie ich dazu kam, über Herrn Dr. Formstechers in Rede stehendes Werk zu schreiben, was ich jetzt, wie Jeder, auch ohne meine Versicherung glauben wird, von Herzen bereue. Neujahr 1843 kam ich nach Leipzig. Herr Dr. Fürst theilte mir unter andern Novitäten auch Herrn Dr's Werk mit und verlangte, daß ich darüber eine Kritik schreiben möchte. Nachdem ich dasselbe gelesen und sah, wie meine Kritik ausfallen mußte, wollte ich meines gegebenen Versprechens entbunden sein und zwar deshalb, weil es mir recht am Herzen lag, daß sowohl der Verleger als der Autor jenes Werks durch recht große Th entnähme des Publikums ermuntert würden, jener zur llebernahme ähnlicher Werke, dieser zum weitern Fortschreiten auf der begonnenen, mühevollen Laufbahn. Ich habe es in der Recension selbst ausgesprochen, daß Herrn Dr. §’§» Standpunkt der vieler jetzt Lebenden jüdischen Theologen sei, und forderte daher die Redaktion auf, jenes Werk von einem mit jener Richtung Übereinstimmenden beurtheilm zu lassen. Ich konnte dieses um so eher wünschen, als ich ja in meiner „Religionsphilosophie der Juden" Gelegenheit genug hatte, meine abweichende Meinung zu begründen und zu entwickeln. Allein die Redaktion wollte mich meines Wortes nicht entbinden. Sie machte mir nun zur Bedingung: u) das Werk ausführlich zu besprechen, um, wie sie ausdrücklich hinzu setzte, das Publikum schon du r ch d t n Umfang d er Kritik, auf die Wichtigkeit des Werks au fm er ksam zu ma d) e n; b) d i e strengste wissenschaftliche Sprache zu wählen, auf daß selbst der Tadel zum Studium des Werks Jede n sich für dergleichen Jnteressirenden nöthige. Nur ein Miöverständniß zwischen der Redaktion und mir war Schuld, daß die Fortsetzung der Kritik bis jetzt nicht erfolgte und jetzt — soll sie ganz unterbleiben. Ich bin fertig. Diese Thcttsachen, welche die Redaktion zu bezeugen hiermit aufgefordert wird, überhebten mich eigentlich, auf das Folgende vor dem Publikum zu antworten; doch die Redaktion will mich so nicht entlassen uno so muß ich denn weiter reden. Allein nicht zum Publikum, — ich achte dasselbe viel zu hoch, um ihm zuzumuthen, Personalien und die Erwiderung darauf mit anzuhören — sondern einzig und allein zu Ihnen Herr Dr. Formstecher, wirklichem G L o ß h e r z o g l i ch e n Hessischen Rabbiner zu Offen b a ch und dessen Kreis u. s. w. spricht der gewesene Rabbiner, der a b g e s e tz t worden i st u. s. w. ruhig, demuthsvoll, zerknirscht, niedergeschlagen, um Verzeihung bittend, Ew. Hochwürden um Mitleid anflehend, beichtend, Ablaß fordernd, Besserung gelobend, Ihr Erbarmen anrusond u. s. w.

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