Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 19 (9.5.1843)
- Article
- Die Geologie und die Bibel
- Date
- 1843-05-09
- Page
- Spalte 289-290 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897857-2369244--2758-2369283- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Meratrrrblatt des Orients. — ——- Berichte, Studien und Kritiken für Wische Geschichte und Literatur. Jl? Ifh Leipzig, den 9. Mai 18411. Die Geologie und die Bibel. — Dogmatische Literatur. Die Messiaslehre -er Juden in Kanzelvortragen. Von Dr. Samuel Hirsch, Rabbiner. Angezejgt von 2t. (Fortsetzung.) — Literarische Analekten. Ein Lied der Ärvalen. Von 2t. Ink. Sitten und Gebräuche des Orients zur Beleuchtung jüdischer. — Lit. Nachrichten und Miöcetten. H eid enh erm's hinterlassene handschriftliche Werke. Verwandtschaft der egyptischen (koptischen) Sprache mit dem Semitischen. — Geschichte. Skizzen aus der jüdischen Geschichte. A. Der Apostat. Von S. Cassel. (Fortsetzung.) Die Geologie und die Bibel. Ueber die Untersuchung, ob die naturgeschichtlichen Ergeb- > nisse, wie sie in der neuesten Zeit sich entwickelt haben, mit der Urkunde des ersten Kapitels des Pentateuch übereinstimmen könne, sind folgende Schriften seit 1838 erschienen, welche die größte Beachtung verdienen. Diese Schriften .sind: 1. Zusammenhang der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung mit der geoffenbarten Religion von Dr. Wisemann, übersetzt von Dr. Dom. Haneberg. Regensburg, 1840 S. 528. 2. Apologia Mosaicae traditionis de mundi hominumque originibus exponentis, von Keil. Dorpat, 1838. 8. — 3. Pye Smith, thc velation between Scripture anrl Qeology. London» 1840. 8. 2e Aufl. — 4. Fragments d’une histoire de la terre d’apres la bible, les traditions pai'ennes et la geologie, par Frcderic de liougemont. Neuchatel, 1841. 8. — 5. Die Kosmonogie des Moses, von Marcelle de Serres. Aus dem Französischen übersetzt von Steck. Tübingen, 1841. 8. — Die Frage nach dem Sechstagewerk der mosaischen Urkunde (fWR-Q ncyyft), wie es mit den Ergebnissen der geologischen Forschungen in Uebereinstimmung zu bringen sei, hat von jeher die Theologie beschäftigt, obgleich die Lösung wegen des unrichtigen Standpunktes nicht unpartheisch ausfallen konnte. Die älteren Theologen waren nämlich der Meinung, daß eine Uebereinstimmung der geologischen Ergebnisse mit den Erzählungen der mosaischen Urkunde zur Ehrenrettung der gläubigen Theologie nothig sei; aber die Neuzeit hat der Theologie einen solchen Standpunkt gegeben, daß hie Lösung dieser Frage für die Theologie indifferent ist ustd höchstens als interessant für die hebräische Altherthumskunde angesehen werden kann. Nr. 1 ist von einem katholischen Bischof in England, als er denüEollegio Jnglese in Rom 1835 Vorstand, verfaßt; es sind zwölf Vorträge in sechs Abschnitten, die in einem auserlesenen Kreise gehalten wurden; die Themata des umfänglichen Werkes sind: die Sprachvergleichung, die Naturgeschichte des Menschengeschlechts, die Naturwissenschaften, die Urgeschichte, die Archäologie, die orientalischen Studien, die Geologie u. s. w. Alles in Bezug auf die Bibel, insofern deren Angabe sich mit den wissenschaftlichen Forschungen in Einklang bringen lassen. Die Parthie über Sprachvergleichung ist gelungen, sonst ist der Ton der ganzen mehr aphoristisch als wissenschaftlich durchgearbcitet, mehr populär als gelehrt, mehr ermuthigend als überzeugend. Auch über die Sündfluth ist er ausführlich, aber auch da mehr anregend als überzeugend, mehr die Aussicht gebend auf eine Ausgleichung mit den Fortschritten der Wissenschaft, als wirklich ausgleichend. — Nr. 2 ist von dem Prof, der alttestamentlichen Theologie in Dorpat, der durch seine Schriften „über die Bücher der Kronik" und „über den Tempel Salomo's" als Forscher bekannt ist, und diese seine Schrift, die ebenfalls"wie seine früheren durch Tiefe, Klarheit und Studien sich auszeichnet, zerfällt in zwei Abschnitte, deren erster die S ch ö p f u n g s g e sch i ch t e, der andere die S ü n d f l u t h behandelt. — Nr. 3 hat einen Prof, an der theologischen Lehranstalt Homerten , im Bezirk von London, zum Verfasser, und zwar ebenfalls aus Vorlesungen über diesen Gegenstand entstanden. Daß die Ausgleichung der geologischen Wissenschaft mit dem Schriftworte im Sinne der gläubigen englischen Theologie geschieht, kann der Leser sich denken. — Nr. 4 rührt von dem berühmten französischen Geographen Friedrich Nougemont her, der als einer der ausgezeichneten Schüler Ritter's bekannt ist ■ und wie die vorhergehenden, so ist auch diese aus Vorlesungen entstanden, von denen der Vers. Bruchstücke mitgetheilt. Das erste Fragment behandelt. die Sündfluth, das zweite eine Zusammen- 19