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Der Orient · 1843-04-25 · 17 (25.4.1843) · p. Spalte 265-266

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
17 (25.4.1843)
Article
Polemik und Apologetik [Rezension]
Date
1843-04-25
Page
Spalte 265-266 (sequence 1)
Language
German
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265 Paroles d’an Croyant Israelite. Par I. Äspach. (Fortsetzung.) 266 2. Pciroles il’un Croyant Israelite. Par J. Anspach, Traclucleur du Rituel des prieres Israelites. Paris. 1842. 8. Au bureau des Archives Israelites, rue Payee, Nr. I, au Marais, (Fortsetzung.) Nachdem der Vers, die von den berühmtesten Moralisten getheilte Ueberzeugung ausgesprochen, daß nämlich ohne religiösen Glauben die menschliche Gesellschaft ihrer Auflösung entgegeneilt, das Bewußtsein, daß die Religion, zu der er sich bekennt, den Angriffen des Inbifferentismus, der Ungläubigkeit und den lockenden Verführungen einer andern Religion, die für sich die Mehrzahl hat, ausgesetzt ist; daß sein Glaube auch gegen diejenigen zu kämpfen hat, welche geboren unter seinem Banner, ihn in ihrem sträflichen Leichtsinn für unfähig erklären, gleichen Schritts mit der Civilisation fortzuschreiten, und dies Alles als den Beweggrund angiebt, warum er, trotz der vorwiegenden materiellen Richtung unserer Zeit, trotz der.Furcht, kein Gehör zu .finden und der Gefahr, zahlreiche Angreifer zu erregen, es unternommen habe, von Religion überhaupt zu sprechen und seine eigene zu vertheidigen; nachdem er ferner noch hinzufügt, daß wer da nicht, bei der gegenwärtigen Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse Frankreichs, seine Stimme erhebt gegen die Angriffe, welche in Schriften und durch Lhatcn auf unsere Religion gerichtet werden, nur das Geständnis; seiner Feigheit ablegt und das Bewußtsein der Schwäche ausspricht , für den Sieg seines Glaubens in die Schranken treten zu können: fährt erffort: .... „In der gegenwärtigen Stellung haben die israelitischen Gläubigen zwei furchtbare Gegner zu bekämpfen: der Eine setzt ihnen entgegen, daß ihre Religion nicht in Einklang gebracht werden könne mit den civilisirenden Fortschritten einer neugeborncn Gesellschaft, welche sie zur Lheilnahme an den Wohlthaten dieser Civilisation einladet, ein Vorwurf, der leider vielen Anklang findet selbst bei einer großen Anzahl Israeliten, die in einervölligen Unbekanntschaft mit den Principien derjenigen Religion erzogen wurden, der sie ihrer Geburt nach angehören. Der Andere behauptet, daß diese Religion, obwohl göttlichen Ursprungs, von einer andern ersetzt wurde, deren Vorläufer sie blos gewesen. Wenn nun der erste dieser beiden Gegner, dem überdies der allgemeine Geist unseres Jahrhunderts zu Hilfe kam, eine große Anzahl Gleichgittiger auf seine Seite gebracht hat, so ist es dem zweiten blos gelungen, einige Schwachköpse zu verführen, auf die er mit desto größerem Erfolge emwirken konnte, als sie, der Gegenstand dieser Verführungen, nur eine oberflächliche Kenntniß hatten von den Dogmen der väterlichen Religion, welche sie verließen, und als ihre .Verführer geeignete Anstalten strafen, sich den Sieg zu sichern. So har in einer französischen Stadt der katholische Glaube, der mir vieler Kunst unb Beredsamkeit zur Schau, ausgestellt wurde, einige junge Leute verführt, die nach dem Bessern sich sehnten und nicht wußten, daß es der Glaube besaß, den sie, ohne ihn gekannt zu haben, von sich stießen. Die Bibelgesellschaft zu London und die zahlreichen Helfershelfer, welche sie in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz unterhält, gebrauchen noch andere Mittel. Ihre Missionäre sagen zu den Juden: Verharret im Glauben eurer Väter, betet Gott an in 'jener heiligen Sprache, der ihr zugethan seid, ihr bleibet immerhin das auserwählte Volk, auch sollet ihr nicht aufyören Juden zu sein, sondern nur mit euerem Glauben den an die bereits erfolgte Ankunft eines Erlösers vereinen, den eure Propheten in der Person Jesu angekündigt, und der heiligen Schrift gemäß seid ihr immer das auserwählte Volk. Seitdem nun solche Versuche auf einander folgen, um die Israeliten von der Reinheit ihres Glaubens abzuleiten, haben wir es für unsere Pflicht gehalten, folgende zwei Fragen einer genauen und gewissenhaften Prüfung zu unterziehen: Steht die jüdische Religion, vermöge ihrer Principien und ihrer Formen, außerhalb der socialen Verbesserungen? Hat sie, in der Reihenfolge der göttlichen Offenbarung durch die christliche Religion ersetzt werden können?" — Um die erste Frage zu beantworten — was die eigentliche Aufgabe des ersten Kapitels ist — stellt der Vers, den allgemeinen Unterschied fest zwischen den Principien einer Religion, welche deren Basis ausmachen oder dem Dogma und den Formen, welche sie rnanifestiren, oder dem Kult u s. Jene bleiben gleich der Wahrheit immer dieselben und sind von der individuellen Lage des Menschen unabhängig; diese, die mehr materieller Natur sind, unterliegen mannigfachen Veränderungen, je nachdem die Lage eines Individuums sich ändert. Das Dogma steht außerhalb der Wechselwirkung von Zeit und Raum; der Kultus ist nach den verschiedenen Gestaltung beider auch verschiedener Modifikationen fähig. Die Principien * der jüdischen Religion sind: Dasein eines einzigen Gottes; Unsterblichkeit der Seele; Belohnungen und Bestrafungen nach dem Lode. Wer diese Dogmen als göttliche, Moses geoffenbarte zuläßt — denn wenn sie auch nicht alle ausdrücklich bezeichnet werden in dem Buche, das er uns gegeben, so würden sie doch später von den Propheten entwickelt — der ist ein Israelit; wer sie anerkennt, erkennt zugleich die Konsequenzen derselben, als Liebe zu Gott, Milde und Gerechtigkeit an. Die Formen in der jüd. Religion würden, wie die jüd. Geschichte mehre Beispiele liefert, nach Zeit und Umständen modisicirt. Auch die Propheten (Jer. 7, 21 — 22; Micha 6, 6—8; Hos. 6, 6.) erkannten den Unterschied zwischen dem Formwesen und dem geistigen Elemente der jüd. Neligicn in ihren Schriften an. — „Allein, man wird sagen, wenn wir geistig unser Heil erreichen können ohne Ausübung des Kultus, und nicht die Principien der jüd. Religion es sind, sondern die Ausübung des Kultus und das Mremonienwesen, welche den Fortschritt des Israeliten durch die Stellung, die er in der Gesellschaft einnimmt, bisweilen hemmen, warum darin verharren?" Dieser Forderung setzt der Vers, drei Gründe entgegen. Erstens müssen

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