Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 16 (18.4.1843)
- Article
- M. B. Friedenthal [Rezension]
- Date
- 1843-04-18
- Page
- Spalte 245-246 (sequence 3)
- Language
- German
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m 245 Jüd. Reli'gionsphilosophre. Die MrKeMchk-eit rc^ v. Dr.- Sammter. als etwas Fertiges; vorlag. Das- Buch-, bekam durch diese Einschachtelungen ein so verwirrtes, ungeschlachtetes Aussehen, eine so unwissenschaftliche Gestaltung, die dem Ganzen nur schaden kann. 2. Ist. der Mel sehr unpassend gewählt, da die Legitimität nur ein Moment in der letzten Abhandlung ist. (Fortsetzung folgt.) Jüdisch t Religionsphilofophie. Die Unsterblichkeit unserer Person, wissenschaftlich beleuchtet von Dr. A. Sammter. Liegnitz, 1843. 8. Verlag von L. Görschel. (Schluß.) Die ewigen Wahrheiten, von denen der Verfasser spricht, insofern es nicht mathematische sind, deren Wahrheit mit dem Urtypus des Geistes zusammcnhängt, deren Gegenteil oder Anderssein undenkbar ist, sind höchstens insoweit ewig wahr, als sie in dieser Welt der Erscheinung sich immer wiederholen; von den Wahrheiten, wie sie einer Welt sich realisiren, kann der Verfasser noch kein Wort sprechen; aber damit ist für die Ewigkeit des Gefühls noch gar Nichts bewiesen. Es herrscht auch.in'jedem Thiere ein bestimmter Instinkt, der sich in jedem Thiere immer von Neuem manifestirt und cs würde mit gleichem Rechte auch die Ewigkeit desselben demonstrirt werden können. Es beweist aber, was die englischen Empiriker genugsam dargethan, die oftmalige und unzählige Wiederkehr noch nicht das nocheinmalige Erscheinen. Der Hintergrund,'„den die Relationen des religiösen Gefühls in ihrer Partialäußerung führen, als ewiges Sein, muß darum nicht in jeder menschlichen Person sich wiedersinden, weil er sich bis jetzt vorfand. Vollends aber können wir nicht zugeben, daß das Schauen - eines Somnambulen ein Ahnen der Ewigkeit sei, und daß aus ihrem Anschließen an die höhere Schaar die Ewigkeit des Gefühls demonstrirt werden kann. Refer. kann nimmer glauben, daß die hysterischen Weibsbilder eine höhere Weltanschauung haben sollen. So wenig alte Weiber den lieben Gott und seine Heerschaaren in der Arbeit stören können, und am Ende gar aus seiner eigenen Schöpfung vertreiben, ebensowenig besitzen diese verklärten Mondsüchtigen Reiz genug, um Gott und die höheren Schnaren zu bestimmen, sich, ihnen anzuschlirßen. Nur in der Welt eines Mönchs, weil nicht Ln seinem Hause, herrscht das Pantoffelregiment, und wenn die .heilige Inquisition nidjt dem lieben Gott manche alte und junge Weiber vom Halse geschafft hätte, wäre der Leusel jetztlos; Gottlob, in der Wett eines Juden, da darf keine Hexe leben; denn außer Gott hat Nichts Gewalt, und vor Gott ist ein Mensch wie der andere. Wenn eine Magnetisirte Wunderbares spricht, so zeugt das nur von ihrem nicht-normalen' Zustande, und daß ihre Sinne sich nicht in rechter Beschaffenheit befinden.. Ihre Seelenkraft ist degradirt und esist das Lhierische im Menschen, die schärfere Sinneswahrnehmung, nur in, höherer Potenz manifestirt. Im Ue.brigen plaudert der Mund in apathischer Schwäche, wa.s vormalst gehört., oder was leicht die Seele bewegt/ und man oft im, gesunden, Zustand nicht wahrnimmt.. Denn je reizbarer der Zustand, je empfindsamer ist der Mensch/ Das beweist aber nicht für den gesunden Zustand und wir haben es nur mit dem Gefühl des Menschen im. normalem Zustande zu Lhun. Wir dürfen, also mit Recht behaupten, daß es dem Verfasser wicht gelungen ist, di.e Ewigkeit des Gefühls zu erweisen ,, wenngleich wir-die Möglichkeit nicht in Abrede stellen wollen. Als zweite Potenz, in der sich die Person manifestirt, bezeichnet der Verfasser den Zustand, in welchem das Subjekt schon in Vcrhältniß zu einem andern getreten ist, und hier ist „das Sittengesetz der Barometer, der die Scelenzustände mißt, welches dem Menschen angeboren ist". Die intensivste Stufe der Moralität wird als Prophetismus betrachtet, weil in demselben „zur Förderung Anderer" man sich des Menschen als bewußtloses Organ der Idee, bediene; „in der Intention des Prophetismus liegt es, das Moralischgute im eminentesten Sinne zu erzielen". Es wurzelt nun in jedem Vernunftwesen ein unerklärliches Prinzip, das zu moralischen Handlungen stimulirt, und darum „keimt die Moralität in einem nicht redlichen Boden, das ihr untergebreitcte Gesetz abstrahirt von Materie, Zeit und Raum. „Anfangspunkt, Stoff und Tendenz der Moralität erstreben nur das Unendliche, die Idee", und vollends im Prophetismus, und „somit ist die Unsterblichkeit der eigentlichen Moralität in unzweifelhaftem Lichte dargethan". Wohl schwerlich : denn zuförderst ist die Prämisse noch gar nicht zugegeben, d. h. die Allgememgültigkeit der Moralität, und die Ingenuität in der Menschlichen Seele. Ganze Zeitalter, und viele Nationen und zwar selbst.solche, die gerade keine geringe Stufe der Kultur erstrebt haben, kennen nicht Gesetze der Moralität, die uns ursprünglich erscheinen. Die Indier tödten Menschen, in frommer Begeisterung, Griechenland und Rom verknechtetm und' opferten sie ihren Gelüsten. Aber selbst zugegeben, dem Menschen sei die Moralität angeboren, und diese Schandmale der Geschichte seien eine Entmenschlichung und als ein nicht normaler Zustand zu betrachten, so wäre doch nur erst erwiesen, daß wie . das Naturgesetz ewig ist, weil es unter denselben Bestimmungen und Voraussetzungen sich realisirt ist, in gleicherweise auch das Moralgesetz ewig ist, weil es in bestimmten Fällen unabhängig von jedem Einfluß sich offenbart. Der Grund dieser seiner Ewigkeit liegt aber in demselben als solchen eben so wenig, als im Naturgesetz, sondern vielmehr in Gott, der in seiner Gnade sie beide bestehen läßt, so lange es ihm gefällt. — Es würde also auch hier eben so wenig als beim Gefühl die Ewigkeit als erwiesen zu betrachten sein, wenn gleich wir auch hier eö gerade nicht in Abrede stellen wollen. Als dritte Potenz, in der sich.die Person manifestirt, 16 *