Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 15 (11.4.1843)
- Article
- Vorläufige Notiz über Dunasch ben Librat
- Date
- 1843-04-11
- Page
- Spalte 233-234 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897821-2368959--2686-2368996- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
234 233 Liter. Analekten. Sendschreiben an Hrn. Dukes. ch i-, welcher Letztere alle Arbeiten verdrängte und seit einer Reihe von Jahrhunderten in der jüdischen gelehrten Welt allein herrschend wurde 20). £>a§ Zeitalter des R. Jakob ben Elasar ist uns unbekannt, eben so die Sprache, in welcher er sein Wörterbuch schrieb 21). Auch ist hier ein R. Menachem ben Schlomo zu nennen, welcher ein hebräisches Wörterbuch schrieb im Jahr 1143 (Cod. München Nr. 54) unter dem Titel pD pN, wovon uns aber Nichts weiter bekannt ist. Eben so ein anderes Wörterbuch von Mose ben Isaak ben ha-Nasi aus England, das sich handschriftlich in der Oppenhekmer'schen Bibliothek (Nr. 899) findet. Es führt den Titel ^dd. Literarische Analekten Sendschreiben an meinen Freund L. Dukes. Ihre vorläufige Notiz über Dunasch ben Librüt im LB. des Orients Nr. 11 kam hier gerade in einer Zeit an, wo wir! rechtgläubigen Berliner.nach dem Gebote der Rabbinen uns! anschickten, aller und jeder Rücksicht auf den Unterschied zwi-! schm oT)D ^roi |OT nm Zu entsagen. Ist es zu verwundern, wenn in solcher Zeit und Stimmung ein kühner > Witzling, der schon mit der Ausführung des guten Werkes j einen starken Anfang gemacht, Ihren Aufsatz nicht nüchtern! genug zu würdigen wußte? Ja, dieser erlaubte sich in meiner j Gegenwart die Aeußerung: „Dukes müsse, nach dieser Arbeit - zu schließen, auf seiner Reise in Belgien Mitglied des! Carmolit er ord ens geworden, und in Brüssel von dem Großmeister in dessen Styl eingeweiht worden sein!" Daß ich den Witzling gebührend zurechtgewiesen, werden Sie mir Frankfurta.M.imBesitzedesH. Maier Goldschrnidt,? und das früher dem berühmten Wolf Heiden heim gehörte. In der O p p e n h e i m e r' s ch en Bibliothek befinden; sich einige Exemplare davon mit Zusätzen von Josef ha- Nakd an, dessen Zeitalter nicht sicher zu bestimmen ist. Wir wissen nicht, ob er identisch ist mit demjenigen, welchen der j Verfasser des mrun erwähnt: idd ppro pl j p ipnyni ntiDiDn ppjn ^ov hn nt#y min I ('H p^D min nDD nvbn) OlOTDn, woraus hervorgeht, l daß er nach Maimonides lebte. In einer Handschrift- - Lichen Selicha (Cod. Bib. Hamb. Nr. 16) lautet das Epij graph: isiDil mptp mn *)DV 'te j roty nwo m 'n1? nrnten V?n 'mpa mara pp^n \ übty flNna^ Hai D^N'nßyon. Eine Ausgabe des j Wörterbuchs von Parchon wird jetzt von H. Stern, dem l Herausgeber des "1D^, zum erstenmale veranstaltet. Z . 20) Eine sehr schätzbare Ausgabe besorgen jetzt die Hrn. j S. LebrechL und BisenthaL in Berlin, j 21) David Kimchi erwähnt ihn sehr oft in seinem Wör- I Lerbuche (Vergl. die Artikel , sQdr , nöN , ]1N , HIN , | , tarn , nd ND). Sn seinem Eommentar zum B.M. 1, 49^ 6, erwähnt er dessen Wörterbuch arp D'ii'IW | ' '«1 'mo'p 'lß NW “HJ&N P il leicht zutrauen. Aber unter uns! ich selbst murmelte wieder für mich miu nm opn Sch möchte zur Berichtigung dieser „Vorläufigen Notiz^, die doch mehr für das größere Publikum als für den Mann vom Fache geschrieben zu sein scheint, vorläufig nur nota b. Col. 169 hervorheben. Ist es erlaubt, lieber Freund, daß Sie sich solcher anachronistischen Übereilungen schuldig machen? Allerdings ist die Iahrzahl der Ueberschrift, (welche letztere auch Nicoll 11, 7, lateinisch und etwas abweichend giebt) korrumpirt; indessen nicht so sehr, wie die Noten meines gelehrten Freundes darüber, welche Geschichts-, Schreib- und Druckfehler enthalt. Mose ben Gekatilia's Zeitalter ist bekannt genug; es fällt mit den ersten Jahren des zwölften Jahrhunderts *) zusammen; und Sie wollen, in Folge Ihrer Leseart .D^, ihn 985 schon übersetzen lassen! Wie kann er aber 985 ein Werk übersetzen, dessen Verfasser von Ihnen selbst nach Haji Gaon ausgeführt wird, und dev in der That um 1010 schrieb? Selbst Werke des spätem Abulwalid hat er übersetzt, was doch schwerlich vor 1080 geschah. Auch ist.)ow eben so wenig genau 985, wie — 4785 (letzteres ist gewiß Druckfehler). Daß Juden nach der Hegira zahlen ist, wenn auch nicht häufig, doch auch nicht so selten, daß man deshalb die Konjektur zurückweisen dürste**). Aber wenn schon aus dem p ein besserer Buchstabe gemacht werden soll, warum nicht lieber ein n statt eines A? Nicht nur find die beiden Buchstaben n und p leichter?zu verwechseln, sondern wir gewinnen auch eine-Zahl, die derliterar. Zeit des Gekatilia nah ist, da .DN der Heg. 1071 p. c. giebt. Sie haben uns auch nicht erklärt, wie Sie für das durch Sie zu Grunde gerichtete (welches sich früher« unter dem Nomen mö durch die Welt geholfen) sorgen wollen, und ich schlage vor eine heilsame Amputation damit vorzunehmen, es um einen Fuß kleiner zu machen, d. h. statt j) ein > zu lesen, und das so entstandene?r> für D">D zu nehmen. Vielleicht aber ist die Iahrzahl auf die Abschrift zu beziehen und zu lesen: >3 JIDH niKO, dann wären wir gewiß aus aller Verlegenheit. Sie sehen, mein theuerer Freund! daß das Register Ihrer Uebereilungs-Sünden an dem trefflichen Moses ben Gekatilia um eine gewachsen ist. Ich könnte Ihnen zeigen, wie es auch durch den ■ noch trefflichern Jona ben G'annach abermals verlängert worden. Aber bei diesem, von mir hochverehrten Herrn darf ich deshalb nicht gegen Sie sprechen, weil ich partheiisch bin; partheiisch aus Neid und Mißgunst! Ich habe mir nämlich fest vorgenommen, über diesen Mann zu schreiben, und betrachte jeden andern, der dasselbe vor mir thut, als einen der mir ins Handwerk kommt. Nächstens lasse ich mich auch blos deshalb zum Rabbiner machen, um gegen jeden Neben- *) Die Literarhistoriker setzen feine Blüthezeit in die Mitte des zwölften Jahrhunderts, was offenbar falsch ist. **) Um nur ein Beispiel aus der neuesten Literat, zu haben, vergl. man Haarbrü'cker, Lpeeimew R. Tanchuirii XL und XU.