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Der Orient · 1843-04-11 · 15 (11.4.1843) · p. Spalte 225-226

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
15 (11.4.1843)
Article
Neuhebräische Literatur [Rezension]
Date
1843-04-11
Page
Spalte 225-226 (sequence 1)
Language
German
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Meratnrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Meratur. M 1Ü« Leipzig, den 11. April 1843. Ne ul) e brai sch e Literatur. Die Hirtinnen von Midjan oder Moses Jugend, von Dav. Samostz. Leben und schriftstellerische Thatigkeit desselben. — Vorläufige Notiz über Dunasch ben Librnt. Von L. Dukes. lSchluß.^ — Lit. Anatekten. Sendschreiben an Hrn. Dukes. Von Leb recht. Zur Geschichte der Juden in Spanien. Zur altern Geschichte der Juden in Arabien. Von S id er. — Iüdisch e Nelig i o n sp h i l osop l) i e. Die Unsterblichkeit unserer Seele rc. Von Dr. A. Sammler. BeurtheUt v. Dr. Hirsch selb. — Literarische Ankündigungen. Spinoza, vertheidigt v. einem jüd. Studenten. Ideuhebräische Literatur. NDQ Die Hirtinnen von Midjan, ob.” Moses ^Jugend, von Frau von Genlis. Ins Hebräische übersetzt von David Samostz. Breslau, 1843. 8. H. Sulzbach. Die vor 12 Jahren verstorbene Gräfin von Saint-Auber, genannt Frau von Genlis, gehört zwar zu den fruchtbarsten schriftstellerischen Frauen Frankreichs, da ihre Werke über hundert Bände füllen, aber in jeder Beziehung auch zu den mittelmäßigen, vorzüglich wenn man sich .neben ihr die anderen gewöhnlich geistreichen schriftstellerischen Frauen Frankreichs denkt. Ihr ,,Les liergeres de Madian ou la jeanesse de Moise“ ate, dieses sogenannte moralische Gedicht in Prosa, welches 1811 zuerst erschienen und 1813 in Leipzig in's Deutsche übersetzt wurde, ist unter den hundertbändigen Produktionen dieser Frau gewiß die mißlungenste oder wenigstens die mittelmäßigste, und es überraschte uns Anfangs sehr, daß Hr. S. gerade diese zu einer Uebertragung ausgewahlt, was aber freilich dev biblische oder vielmehr jüdische Stoff nur entschuldigen kann. Die Frage bleiben aber unsere modernen hebräischen Stylisten zu beantworten schädig, ob sie bei biblischen Stoffen noch der Vorbilder nöthig haben, daß selbst die minder guten zur Uebersetzung gewählt werden, anstatt dergleichen Stoffe nach eigener Phantasie und Erfindung, wozu unsere Midrasch-Literatur noch so viel an die Hand giebt, zu bearbeiten. Diese Anklage trifft aber nicht blos Hrn. S., sondern die vielen neuhebcäischen Übersetzungen aus deutschen, französischen und anderen europäischen Schriftwerken, welche der Fleiß der neuhebräischen Literatur zu Tage gefördert. Doch betrachten wir das Dargebotene, so muß Rest gestehen, das die Übersetzung schon wegen des echtjüdischen Stoffes, sehr gelungen, und sich zum Lesebuche für die im Hebräischen vorgeschrittene jüdische Jugend vollkommen eignet. Die Kleinheit der Erzählung, welche nur aus sechs im Ganzen kurzen Büchern besteht, gestattete es dem Uebersetzer, nur aus dem biblischen Wortschätze auszuwählen, und dem Ganzen einen alttestamentlichen Anstrich zu geben. Die Thätigkeit des Hrn. S. für hebräische Jugendschristen, denen er fast sein ganzes Leben gewidmet, macht es den jüdischen Journalen aber noch besonders zur Pflicht, alle seine Produktionen dem hebräischlesenden Publikum anzuempfehlen, welcher '.Pflicht der Rest am Besten zu genügen glaubt, wenn er hier in einer Anmerkung eine kurze Skizze des Lebens und der schriftstellerischen Thätigkeit dieses Mannes mkttheilt. *) *) David Samostz wurde in Kempen cm der schlesischen Grenze im Jahre 1790 geboren. Sein Vater Josef Samostz, aus Breslau stammend, gab ihm als frommer Talmudist nur eine jüdische Erziehung nach alter Weise, in Bibel und Talmud, jedoch war Bibel und hebräische Grammatik in der jüdischen Weise das Ueberwiegendste. Auch an Armuth hat es nicht gefehlt. Dreizehn Jahre alt verließ er mit dem Drange nach Kenntniffen das elterliche Haus, und in Breslau angekommen, nahm sich seiner der Dajan Salomo ha-Levi an, von dem er auch den Chaber-.Mel erhielt. Nach der Belagerung Breslau's wurde er genöthigt, eine Hauslehrerstelle in einem Dorfe bei Oppeln anzunehmen, aber schon nach einem Jahre kehrte er nach Breslau zurück, wo er bei dem Dajan Aharon Karfunkel, der früher Rabbiner in Nachot war, Hauslehrer wurde und auch von diesem den Chabertitel erhielt. Nach einigen Jahren vertauschte er diese Stelle mit der eines Privatlehrers, welche er 10 Jahre in dieser Stadt hatte, und unter den Schülern auch' manche später rühmliche Aerzte zählte. Als armer, bereits zum zweiten Male verheiratheter geplagter Lehrer gewann er 1822 in der Lotterie 25,000 Thaler und das'Lehrerämt wurde mit dem Kausmannstand vertauscht. Die llnerfährenheit in Geschäften 15

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