Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1843)
- Article
- Beleuchtung des Aufsatzes: Vorwärts oder Rückwärts in der Preußischen Judenemancipation
- Date
- 1843-04-11
- Page
- Seite 113 (sequence 1)
- Language
- German
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Vierter Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Nr. Julius Fürst« Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich 'das Literaturbtatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. JU5a - Leipzig, den 11. April Jä.843» Hauptartikel.. Beleuchtung des Aufsatzes: Vorwärts oder Rückwärts in der Preuß. Judenemancipation. Ein offenes Sendschreiben aus Pleß. (Schluß.) — Deutschland. Ans dem Badischen. Verein zur Rettung sittlich verwahrloster Kinder. Franks, a. t>. O. Marken und Feilschen der Missionare. Hannover. Inkonsequenz in der Gesetzgebung. Jüdische Arme unberücksichtigt. Aus dem Henneb er gischen. Ungünstige Lage der Juden. — Oesterreich. Pres bürg. Rede des Grafen Karl Za y. Untätigkeit der Rabb. Schwab und L ö b. G r o ß - Ka n i sch a. Magyarisirung der Juden. . Vermögenkonskription. Prag. Prüfung an der Haupt- und Machdenschule. Statistik der Schule. — Personaichronik und Miscellen. — Meine Farben. Gedicht von —6—. — LB. des Or. Beleuchtung des Aussatzes: Vormärts^ oder ItMcluiuirts Inder Preußischen Judenemaneipation. Ein offenes Sendschreiben. (Schluß.) Solche Anklagen werden gehört, mit solchen Widerwärtigkeiten hat der Fortschritt zu kämpfen, undiwahrlich es zeugt von einem mächtigen innern Leben, von einem eisernen, unerschütterlichen Willen, daß trotz diesen Schwierigkeiten von Seiten der Behörden trotz dem Veto eines jeden obskuren Wichts, in der Gemeinde noch immer erneuerte Versuche zur Fortbildung geschehen, und oft wenn mich der Unmuth über die vielen künstlich herbeigeführten Hindernisse übermannen will, sage ich mir: Der Herr ist gnädig und barmherzig in all' seinen Wegen und wie die Erde, die das Saatkorn niederzudrücken droht, und dazu dient, die Wurzeln zu kräftigen und zu befestigen, während das junge Laub lustig emporsproßt, so wird auch gewiß die Synagoga pvessa schönere Früchte herv erbringen; der Bedrücker aber kann darin, daß er eine höhere Fügung vollzieht, keine Rechtfertigung finden. Doch wenden wir uns von diesen trüben Thatsachen hinweg zu Ihren heitern klaren Vorschlägen, um das Erwünschte herbeizuführen. Sie stimmen ziemlich mit den im Edikt von 1812 angedeuteten überein, und siesind die einfachsten und ausführbarsten. Rur Eines erlauben Sie mir näher zu besprechen. Sie setzen richtig voraus, daß verbesserte Einrichtungen, von redlichen, einsichtsvollen Gottesgelehrten berathen .und vorgeschlagen, und. vom höchsten Gesetzgeber sanktionirt, dennoch Widerspruch bei den Altgläubigen finden werden, und fügen hinzu, dieser (Widerspruch) kann indessen keinen entscheidenden Grund gegen deren Einführung abgeben. „Soll es besser werden, müssen die Lchoren und Schlechten sich den Klugen und Guten unterwerfen." Sie wissen und ich mache nirgend, wo es zu wissen nöthig, Hehl daraus, daß ich nicht zu den Altgläubigen gehöre, um Alles in der Welt aber möchte ich sie nicht als schlecht und thöricht bezeichnen. — Ich behalte mir vor, bei einer andern Gelegenheit — hier würde es zu weit von unserem praktischen Gegenstände abführen — vor Ihnen . die Verteidigung der orthodoxen Seite des Judenthums, und die Ehrenrettung Mendelssohns gegen Heuchelei, wenn sie nöthig wäre, zu übernehmen; aber gewiß wollen Sie selbst nicht alle Strenggläubigen in die Kathegorie der Schlechten und Dummen bringen. Was würden Sie zu einem nichrchristlichen Philosophen sagen, der mir gleicher Strenge über das christliche Mysterium und über so viele Lehren und Satzungen der katholischen Kirche aburtheilen, oder der unfern tüchtigen M. R. L— dem d-devant rationalistischen C. R. R. unterwerfen wollte? Aber freilich gedeihen die Schlechten und Dummen auf jedem Boden und sie verkümmern alles Gute und Edle, wo ihnen gewährt wird; sie würden auch in der Synagoge jeden möglichen Fortschritt verhindern, wenn ihre Anträge und Denunciationen berücksich- ' 15 "'