Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1843-04-04 · 14 (4.4.1843) · p. Spalte 219-220

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
14 (4.4.1843)
Article
Römische Gesetzgebung über die Juden
Date
1843-04-04
Page
Spalte 219-220 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
75% known words query
IRI
…/8555529-9897774-9897813-2368894--2671-2368929
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

219 220 Römische Gesetzgebung über die Juden. licenlha, quae ruinam minantur. — Quisquls igitur tie alten zu stützen, wenn sie den Einsturz drohen. — Tel ini'nlas acceperit, quaesitis dignitaühus non po- Wer also ein obrigkeitliches Amt empfangen hat, darf tiatur, Tel si ad officia yelita irrepserit, ab Ms pedie erlangte Würde nicht in Anspruch nehmen, und ist nilus xepellatuiyvel si synagogam exstruxerit, comer verbotener Weise dazu gelangt, so muß er sogleich pendio caüiolicae ecclesiae noyerit se laborasse. abgesetzt werden, oder wenn Jemand eine neue Syna- Et qui ad honores et dignilates irrepserit Iiabeagoge erbaut hat, so soll er dies nur zu Gunsten der tur ut aiilea conditionis extremae elsi honorariam i) katholischen Kirche gethan haben. Und derjenige, welillicile promeruerit. dignitatern. Et qui synagogae cher sich Ehre und Würden erschlichen hat, soll trotz fabrieam coeperit, cum damuo 50 librarum auri dem, daß er bereits auf unerlaubte Weife dazu gelangt fraudetur ausilms suis. Cernat praeterea bona sua ist, auf seinen frühem niedern Standpunkt verwiesen prosciripta, mox poenae sanguinis deslinandus, quasi werden, wenn er auch nur den Titel einer Würde erqui Ldem allerius' expugnaTit perxersa doctrina. worden hat. Und wer den Bau einer Synagoge unternommen hat, ohne dabei blos die Ausbesserung zu beabsichtigen, soll dies Beginnen mit einer Strafe von 60 Pfund Goldes büßen, außerdem noch der KonfiscaLion seines Vermögens und der Todesstrafe gewärtig sein, gleich demjenigen, welcher einen Andern durch Irrlehre um seinen Glauben bringt. Geg. am 31. Jan. 439. (L, 1. C; Ne Christiaiium mancipium. 1. 10. Kein Jude darf einen christlichen Sklaven durch tapp. Honor, ei Tlieo.dos. AA.) Juclaeus serTum Kauf, Schenkung oder durch ein anderes Geschäft erwer- CM'iManum nee eomparare debebit, nee largitalis ben. Wenn aber ein Jude einen christlichen Sklaven Tel alio quocuiique titulo consequetur. Quo.d si dennoch besitzt, von welcher Sekte oder aus welcher Naaliquis-Judaeorurn mancipium vel Cliristianum liation derselbe auch sei, und ihn beschneidet, so soll er nicht buerit, Tel seetae allerius, seu naüonis credulerit nur mit dem Verluste des Sklaven selbst, sondern auch ex quacunqiie causa possidendum et id circumcidemit dem Tode bestraft, der Sklave aber zur Entschadirit, non solum mancipii, daumo mullelur, Terum gung mit der Freiheit beschenkt werden. Geg. zu Konetiam capitali scntenlia pimiatur, ipso serro pro stantinopel am 10. April 417. pniemio libertale donando. (L, 6. C. de paganis 1. 11. Impp. Honorius et ■ Den Christen, welche in Wahrheit solche sind, oder Tlieodos. AA.) Chrisüanis, qui yere sunt \el esse auch nur so genannt werden, empfehlen Wir es nachdiouniur. specialiter. (lemandaiiuis ut Judaeis et Padrücklich, daß sie sich nicht unterfangen mögen, das Anganis qniele degenticns nihilque tentanlibus turbusthen, welches ihr Glaube genießt, zu misbrauchen und lenlum legibusque contrariiun, non au de an L manus Juden oder Heiden, welche sich ruhig verhalten und nichts inferre religionis anctoritale abusi. N7am si contra Aufrührerisches oder Gesetzwigriges vornehmen, zu beleisecuros luerint vlolenti Tel eornrn bona diripuerint, bigen. Denn wenn sie gegen die Friedfertigen erweisnon ea sola, quae abstulerint sed coiwicti in dulich Gewalt gebraucht, oder sich an ihren Gütern Dm pluin, quae capuerint, resliluere compelleiitur. Rectogriffen haben, so sollen sie nicht nur das Entwendete res eliam prorindarum et officia et principales cogsondern auch das Doppelte des Raubes zu ersetzen genoscant se, si non ipsi lalia Yiiulicent, sed fieri a halten sein. Auch thun Wir den Rektoren der ProvinpopuLaribus haec permiserint, ut eos qui fecerrnt ^en, den Beamten und Vorstehern in den Städten zu punienclos^). wissen, daß wenn sie dergleichen nicht selber rügen, sondern es ihren Untergebenen ruhig nachgefthen Habens sie gleiche Strafe mit den Verbrechern selbst erleiden sollen. Geg. zu Konstantinopel am 8. Juni 423. {L. 1. C. hupp, Arcad. et Honor. AA.) Judaei, Diejenigen Juden, welche mit einer Anklage oder qui reatu aliquo Tel debitis fatigant Simulant se mit Schulden beschwert sich den Schein geben, alswoll- 1) In den spätem Kaiserzeiren war es gar nicht ungewöhnlich, Personen bestimmte Mel. irgend einer Würde ohne diese selbst zu ertheilem Man nannte dies honoriae dignitates. Sie vertreten die Stelle der heutigen Kreuze und Ehrend ander. 2) Dies Gesetz, zugleich ein Zeichen der Schwäche der kaiserlichen Regierung, beweis't, wie früh man von allen Seiten angefcmgen hat, dem Juden gegenüber, sowohl die Gesetze des Staats als die der natürlichen Billigkeit zu vergessen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.