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Der Orient · 1843-04-04 · Heft 14 (4.4.1843) · p. Seite 105

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 14 (4.4.1843)
Article
Beleuchtung des Aufsatzes: Vorwärts oder Rückwärts in der Preußischen Judenemancipation
Date
1843-04-04
Page
Seite 105 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 14» Leipzig, den 4. April 1843. H a u p ta r t ik e l. Beleuchtung des Aufsatzes: Vorwärts oder Rückwärts in der Preuß. Judenemancipation. Ein osten es Sendschreiben aus Pleß. — Deutschland. Berlin. Die Gesellschaft der Freunde und der Dombau. Franks, a. M. Klagsache bei den Gerichtsbehörden. Altona. Das Jtzeh.' Wochenblatt. Dresden. Damascia in Böhmen. Ieitgem. Verander. in d. tägl. Gebeten. Ueber den Chorgesang. — Oesterreich. .Nikolsbura. Neue Verordnungen in Mahren und Schlesien. Prag. Wohlthatigkeit. Hr. Löwenfeld. Ueber die Zulässigkeit des Genusses v. Reis-und Erbsen am Pesirchfeste. Loschen. Synagogenbau. Loschitz. Ueber die öfterr. Gesetzgebung. Bon der ungar. Grenze. Ungegründeter Bericht in der Brest. A. Arad. Beschränkung und Freiheit. — Personalchronik und Miscellen. — LB. des Or. Beleuchtung des Aufsatzes: Vorwärts oder Rückwärts in der Preußischen Judenemaneipation. Ein offenes Sendschreiben. *) Pleß, 24. Marz. Ew. Wohlgeboren haben mir aus der Ferne ein schönes Zeichen für die Fortdauer Ihres freundlichen Wohlwollens durch gefällige Mittheilung Ihres „Vorwärts oder Rückwärts in der preuß. „Jndenemaneipation" (Orient Nr. 40. d. 27. Septbr.) gewähren wol¬ *) Schreiber dieser Zellen, die gleich nach Veröffentlichung jenes wichtigen Aufsatzes geschrieben sind, ist der Meinung, daß Alles, was den Fortschritt unserer bürgerlichen Verhältnisse fördern, seinen Platz in denjenigen öffentlichen Blättern finden solle, die für das größere Publikum bestimmt sind, weil es dieses ist, das vom Sachverhältniße klar in Kenntmß gesetzt und zu einem unbefangenen Urtheil befähigt werden muffe, wogegen diejenigen Blätter, welche vorzüglich ein jüd. Publikum haben, dasjenige besprechen sollten, was uns noch zu thun und zu -leisten obliegt. Leider glauben aber die meisten Redaktionen ihrem Interesse durch Unparteilichkeit zu schaden, wie erst in jüngster Zeit eine Abwehr gegen hämische Angriffe der neuen Königsberger nirgends Aufnahme finden konnte und so bleibt denn nichts übrig, als mehre Rechtsansprüchewenigstens zu protokolliren für — den künftigen Richter. Möge die Verspärigung hiermit entschuldigt sein len, und ich glaube Dank und Hochachtung nicht kräftiger ausdrücken zu können, als durch offene und unumwundene Darlegung meiner abweichenden Meinung über manches von Ihnen Ausgestellte. Es thut noch immer Noth, daß Staats-" männer die Rechtsansprüche der Juden und ihre Gründe ohne Rückhalt vernehmen. Wir werden zwar der Ostentatkon beschuldigt, und auch Ihr Aufsatz sucht die Verweigerung der Genehmigung eines verbesserten Ritus in Berlin, zum Theil durch die unbescheidene Art, mit der sie nachgesucht wurde, zu rechtfertigen z aber nur der Bettler ist unverschämt, nie der, welcher sein Recht fordert, und daß wir jenes kluge Geschick irgend ein materielles Ziel zu erhandeln, zu erschleichen, das uns doch so oft zum Vorwurf gemacht wird, verschmähen, um unser ganzes gutes Recht offen und unumwunden zu fordern, obgleich wir wissen, daß gerade dadurch die Gewährung, auch nur eines Theils davon, in die Ferne gerückt wird, diese sittliche Erhebung allein muß und wird unser Anwalt sein in den Assisen der Geschichte. Was wir aber als unser gutes Recht fordern? Nichts mehr und nichts weniger als vollkommene Gleichstellung mir unfern christlichen Mitbürgern. Wir leisten alle Pflichten, daher gebührt uns das ganze unverkürzte Recht des preußischen Unterthans. Die Begründung dieser Forderung ist so einfach und klar, daß in neuester Zeit, nur um das eigene Gewissen zu beschwichtigen, versucht wurde, uns von der wichtigsten Pflicht, der Vertheidigung der Vaterlandes zu entbinden, wobei nur . vergessen wurde, daß wir diese Pflicht zu- 14

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