Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 12 (21.3.1843)
- Article
- Römische Gesetzgebung über die Juden
- Date
- 1843-03-21
- Page
- Spalte 183-184 (sequence 2)
- Language
- German
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183 Römische Gesetzgebung über die Juden. 184 neminem aut fayere illiquid aut ulia ex parle conyeniri debere praecipimus, iLa tarnen, ut nec illis detur licentin eodem die Chrislianos orthodoxos conyenire, ne Chrisliani foiie ex iiilerpellalione Judaeorum ab officialibus praefalis diebus all quam sustineant inolestiam, cum fiscalibus commodis el liligiis priyalorum constet reiiquos dies posse suflicere. ' (L. 14. lidem AA.) Nullus tanquam Judaeus, cum sit innoeens, obleralur, nec expositum eum ad contumeliam religio qualiscimque perftciat: non passim eorum synagogae yel habitacuia concrementur yel perper&m sine ulla ratione laedanlur; cum alioquin eliam si sil aliquis sceleribus implicilus, idcirco lamen judiciorum yigor jurisque publici tutela yidetur in medio consliluta, ne quisquam sibi ipsi permiltere yalcat ullionem2). Sed ut in hoc personis Judaeorum volumus esse proyisum, ila id quoq-ue monendum esse censemus, ne Judaei forsitan insolescant elalique sui securitate quicquam praecipites in Cliristianam reyerentiam ullionis admiltant. (L. 15. eod. lidem AA.) Si qua inler Chrislianos et Judaeos sil contenlio, non a senioribus Judaeorum, sed ab ordinariis judicibus dirimalur3). (L. 16. eod. lidem AA.) Judaei el bonorum proscriptione et perpeluo exilio damiiabunlur, si noslrae fidei liominein circumcidisse eos yelcircumcidendum mandasse conslilerit. (L. 17eod. Irnpp. Theod. et Valent. AA.) Judaeorum primatcs, qui in ulriusque Palaestinae synedriis dominantur yel in aliis proyinciis degunt, periculo sno anniyersarium canonem de synagogis omnibus Palatinis4) comp eilen tibus exigant ad eam derselben zu irgend einer Arbeit angehalten oder mit einer Klage belangt werden, es dürfen aber auch die Juden an diesen Tagen die rechtgläubigen Christen nicht in gerichtlichen Anspruch nehmen, damit die letztern nicht etwa auf Veranlassung der Juden an den obengenannten Tagen von der Erfüllung ihrer Berufspflichten abgehalten und auf diese Weise belästigt werden, indem ja die übrigen Tage für die Verhandlungen von öffentlichen (Malischen) und Privatangelegenheiten unbezweifelt hinreichen. ' Geg. zu Ravenna am 26. Juli 409. Niemand soll, wenn er sonst unschuldig ist, als Jude bedrückt werden, und sein Glaube, es möge nun derselbe sein, wie er wolle, darf ihm keineswegs zur Schmach gereichen; auch dürfen/ an keinem Orte die Synagogen oder Wohnungen der Juden niedergebrannt, oder auf irgend eine andere Weise ohne triftige Ursache beschädigt werden, weil im Gegenfalle, wenn sich auf einer von ihnen mit Verbrechen belastet hat, deswegen doch immer die Macht der Obrigkeiten und der Schutz der öffentlichen Gesetze vorhanden ist, ohne daß Jemand es nöth'ig hatte, sich selbst zu rachen. Aber wie Wir auf dieser Seite für das Beste der Juden Sorge tragen, so müssen wir auch auf der andern dieselben warnen, daß sie nicht etwa im Gefühl ihrer Sicherheit übermüthig werden, und sich unbesonnener Weise ein Ungebührniß gegen die christliche Kirche zu Schulden kommen lasten. Geg. zu Konstantinopel am 6. Aug. 412. Wenn zwischen Christen und Juden ein Rechtsstreit entsteht, so darf derselbe nicht von den Aeltesten der Juden, sondern muß von den ordentlichen Richtern entschieden werden. Geg. zu Konstantinopel am 20. Ott. 415. Diejenigen Juden welche überwiesen werden, Anhänger unseres Glaubens beschnitten oder zur Beschneidung derselben Auftrag ertheilt zu haben, werden mit Konfiscation ihres Vermögens und immerwahrender Verbannung bestraft. Geg. zu Konstantinopel am 9. Apil 423. \ - Die Vorsteher der Juden, welche bei den Versammlungen in Palästina und andern Provinzen den Vorsitz führen, sollen den. von allen Synagogen zu entrichtenden jährlichen Tribut unter eigener Verantwortung auf Erfordern der Palatini in derselben Art eintreiben, wie dies 2) Dies Gesetz giebt den besten Beweis für die unsichere Stellung der Juden im.römischen Reiche, und wie schon damals hoher und niederer Pöbel über'sie dachte und gegen sie handelte. 3) Dies Gesetz hat allerdings das Auffallende, daß man arg. a contrario fast berechtigt sein sollte, daraus zu schließen, zwischen Juden und Juden bedürfe es nicht des gewöhnlichen Richters, während doch in der obigen lex. 8. das Gegentheil angeordnet ist. Jedenfalls aber muß man die deutliche Bestimmung des Gesetzes einer wenn gleich nahe liegenden Interpretation vorziehen. Ob die jüdischen Aeltesten auch nicht als Schiedsrichter zwischen Christen und Juden auftreten dürfen, scheint zweifelhaft; doch möchte man sich wohl dafür entscheiden können, da es immer Sache der Partien ist, ob und wen sie zum Schiedsrichter nehmen wollen, auch obiges Gesetz nur von einem förmlichen Gerichtsverfahren spricht. 4) Palatini sind gewisse bei der Finanzverwaltung angestellte Beamte.