Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 11 (14.3.1843)
- Article
- Politische Literatur [Rezension]
- Date
- 1843-03-14
- Page
- Spalte 175-176 (sequence 3)
- Language
- German
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ns Literarische Ankündigungen. 176 Juden hatten den Pater'Thomas umgebracht, erklären werde. „Wären die im Mittelalter gegen die Juden wegen Christenmord so häufigen Proteste eitet Mährchen gewesen?" so fragt der Hr. Gr. Wer wird das glauben? So wenig als es die Hexenproreste gewesen und diese Zauberinnen gewiß nicht ohne Fug und Recht-verbrannt worden sind. „Der Mord an Pater -Thomas war ein Verbrechen, das sowohl vor englischen als französischen Gerichten durch unverwerfliche Zeugen konstatirt wurde". Ich bitte den Hrn. Gr., mir die Bemerkung zu erlauben, daß seine Gnaden hier einige Mal gelogen haben. ' Weder vor einem französischen noch vor einem englischen Tribunale kam der Proceß, sondern die Tortur, die ihnen Geständnisse von dem erpreßt hat, was sie wahrscheinlich nicht begangen. Der fluchwürdige Graf Rattimenton, der türkische Justiz' ausüben ließ, um Unschuldige zu morden, der blutdürstige Henker, der durch Folter nie geschehene Verbrechen einzugestehen zwingt, der außerdem verrufen und berüchtigt ist, den nennt Gr. Schirnding den ehrenwerthen. Alle Welt weiß, daß die Herrn Cremieux und Montesiore eine Revision-des ganzen Processcs verlangten, die'aber von' Mehmed M, der es damals in seiner kritischen Lage mit den Franzosen nicht verderben wollte, nicht gewährt wurde. Hr. Gr. Sch. fragt aber in seinem verdächtigenden Style „Wo bleibt mm die von ihnen versprochene aktemnäßige Darstellung-der Untersuchung?" — Nun zum Schluffe bietet der in gleichem Maaße wie Rattimenton chrenwerthe Hr. Sch. uns eine halb scherz- und boshafte, halb heuchlerische, immer aber tölpelhafte Entschuldigung seiner Nachschrift „Diese die Stimmen des Volks enthaltende habe er nur deshalb geschrieben, um jenen, die sein Buch als ein Erzeugniß des übertriebensten Judenhasses nennten, zu zeigen, wie dasselbe im schroffen Gegensätze zu den 'angeführten .Stimmen stünden. Mer sind diese Stimmen des Volkes? Wer anders als das ganz herausgekehrte Innere des Hr. Gr., wo er früher unter seinem Namen nur die äußere polirte Rinde gezeigt hat. Mit dem wollen wir nicht ferner rechten. S. Koch. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr» für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Erklärung. Schön charakrerisirt Maleachi den ächten israeltischen Geistlichen der Vorzeit. „Die- Lehre der Wahrheit — sagt er 2, 6 — war in seinem Munde, und auf seinen Lippen ward nie Falsch gefunden." Ob wir von allen israelitischen Geistlichen der Gegenwart dasselbe behaupten können? — Wir wollen sehen. Am 12. August d. I., unmittelbar nach der Rückkehr von meiner Reise nach Dresden, richtete ich an Hrn. Dc. L. Ph'iUppson, Rabbiner .— mir gilt es gleich, ob ihn die Gemeinde zu Magdeburg als solchen berufen, oder ob er sich selbst dazu creirt habe; ich gebe ihm diesen Titel, weit er denselben von sich gar zu gern hört — ein Schreiben, ungefähr folgenden Inhalts: „Auf meiner Reise du.rch Dessau sei mir daselbst gesagt worden, daß er (Philippson) auf eine, an ihn von dort gerichtete Frage: Wer der Verfasser her, in einigen srühern Jahrgängen der Zeitung der Juden enthaltenen Berichte sei, worin der Dessauer jüdischen Bildungsanstalten tadelnd gedacht wird, geantwortet habe, daß dieselben von mir herrühren. Ich könne keineswegs glauben,.daß er, da ich ihm über Dessau nie etwas geschrieben, jene Antwort gegeben habe, und er möge, weil es mir unangenehm ist, in Dessau für den Autor der Artikel quaest. zu gelten, die Sache in seinem Blatte zur Sprache bringen." Vis jetzt — drei, sage drei Monate sind seitdem verflossen — hat Hr. Dr. Philippson noch'keine Verlag von C. L. Fritz sch e. Silbe darüber erwähnt. Aus diesem Schweigen schließe ich, und. Niemand wird mich hierbei einer unlogischen Schlußfolgerung zeihen können, daß Hr. Philippson, aus einem Motiv, das mir zu errathen nicht schwer wird, jene Antwort in der Thar gegeben, und ich m ich in der frühem-Voraussetzung, solches könne nicht geschehen sein, leider! geirrt habe. Aber welches Benehmen von Seiten dieses Rabbi! Dazu isiauch nur ein — Philippson fähig. — Ich halte es für meine Pflicht, dieses zu veröffentlichen, damit die ehrenwerthe Gemeinde zu Dessau sich dadurch von der Unwahrheit jener Philippson'schen Antworr überzeuge. Nebenbei mag es dienen, die Leser auf das Treiben des Magdeburger — so unterschreibt sich Hr. Dc. Philippson — aufmerksam zu machen. Waren (Meklenb. Schw.) im Novbr. 1842. R Goldstern, Religionslehrer u. Prediger. [29.] Bei C. L. Fritz sch e in Leipzig ist in Commission erschienen: *i n p n n i b v \*w, inpsi' by .L'jKn nsörrn ,Vipn ] 1e>bb ns-is ] rtttbn. pny j n&bcn msyo pfo ii 'rbn tnd Prag, 1843. Preis 20 Ngr. (X fl. C.-1VT.) Druck oon I. H. Nage l. —~