Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 9 (28.2.1843)
- Article
- Die Rechnungsablage des amsterdamer Comité's über die Palästina-Spenden
- Date
- 1843-02-28
- Page
- Spalte 131-132 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897793-2368555--2574-2368598- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
131 Die Rcchnungsablage des amsterdamer Comitv's über die Palästina-Spenden. 132 null und nichtig b>dd n )W "CT31 ,13WH DITO ff» Wir beschwören euch' bei unserer heiligen Tora, dem A. S. keinen Aufenthält zu gestatten, yno H urp üb pp, ihm nichts zu glauben und ihn nicht zu unterstützen. Wer sich aber widerspenstig zeigt, den Worten 2t. Selig's Gehör verleiht, oder demselben die geringste Unterstützung verabreicht oder zu verschaffen sucht, den wollen wir, so es uns Ohren kömmt, mit dem Bann strahl verfolgen." Am Schluffe wird hauptsächlich erklärt, daß Alles, was L. H. Löwenstei n an H. K u l p geschrieben habe, Lüge und Unwahrheit sei. ,njriD nna «“no -riNsn dr> o .m^^n inNimno 1^20 inn« “imnon ho) Hierauf folgen zwei amsterd. Vidimate, womit die Aechtheit .des Siegels, ohne die beigefügte Unterschrift des portugiesischen R. Gagin, und einige der Unterzeichneten Unterschriften beglaubigt, jedoch ohne daß die beglaubigten Unter s ch r i f t e n namhaft gema ch t werde n, mit der hinzugefügten Bemerkung, daß ein Gelehrter (Talmud Chach am), der auch rechnen könne, die Bücher des amsterdamer Comite's - vom Jahre 5582 —92 revidirt und richtig befunden habe. d) Eine Epistel des amsterdamer Comite's, worin nochmals A. S. gegeiffelt, Dr. Jost verächtlich abgefertigt, einige inhaltlose Bruchstücke aus Briefen ohne Unterschrift mitgetheilt, zu ferneren Beiträgen aufgefordert, lmit s. 2. 60 sei man schon }ron vp fttjp — gerade ausgerechnet! jedoch sollten die Wohlhabenden das Vierfache geben) und den frechen 'hy'Z, die eine öffentliche Nechnungsablage forderten, die Versicherung gegeben, die Contribuenten könnten zwar im Haag Einsicht von den Büchern nehmen, aber aus den dem Comito bekannten, theils bereits ausgesprochenen, theils zu verheimlichenden Gründen müffe es eine Veröffentlichung unterlaffen vOZim ..D’DJ/BD* Dieses Humanität und Milde athmeude Umlausschreiben schließt würdig — mit einem Fluche: Hz m fcu ’JD O T’yn «jjjd Dn'J’y Dyn nx ira1? d ,nro Dty riN) 1J3DK 1!080 DH DJ! P 'N' ’K1? DnpUS b Dflbl!" — Gleichwohl ist das Behauptete wörtlich in Hrn. Lehren s Zirkular vom 1. Sivan 5602 enthalten! Herr Lehren erlaube uns, trotz der unantastbaren Heiligkeit seiner Person, und der anerkannten und nie bezweifelten Nichtigkeit seiner Buchführung folgende Fragen und Bemerkungen: Warum hat die d e u t s ch e G e m e i n d e in. Jerusalem, deren Mitglied Aaron Selig doch ist und die allein demselben eine Vollmacht ausgestellt, während die portugiesische Gemeinde ihm blos ein tetst. int. ausgefertigt hat, nicht eben so seine Aussagen desavouirt und ihre Vollmacht zurückgenommen? Warum wurde Hr. S. Salmau, der doch gegenwärtig in Jerusalem ist, nicht zur Rechenschaft gezogen und gezwungen, den im Orient veröffentlichten Brief zu widerrufen, wenn es unwahr ist, daß von den Geldren der eingegangenen Spenden ein Wakil unterhalten und Kaivaffes besoldet worden? Warum ziehen Sie, Hr. Lehren, den Brief eines Privatmannes an einen Privatmann , ein Aktenstück, von dem das'Publikum noch nichts gewußt., vor das Forum der Oeffentlichkeit, während Sie die gerechten Forderungen der öffentlichen Organe mit ausweichenden Antworten zurückweisen und uns mit dem Flitterwerke irdischer Lobhudeleien -zu -blenden suchen? -Die sieben Löwensteinischen Anfragen sollten ebenso beantwortet werden, wie sie gestellt wurden, nämlich brieflich an Herrn Kulp, und Lehren hätte mit einer Entgegnung bis zu deren Veröffentlichung warten können. Freilich hätte die Oeffentlichkeit^als dann etwas mehr als die einfacheNegativ e verlangt. Jedenfalls aber können wir versichern, daß Hr. A. Selig die sieben Anfragen weder veranlaßt noch hervorgerufen hat. Wir klagen Sie daher öffentlich der Verläumdung an; denn durch Ihre grundlosen Insinuationen haben 12 unbekannte Menschen und ein Siegel ohne Unterschrift, das dem A. -S. von ganz andern Personen, nämlich von portugiesischen Bet-Dim am gestellte testimonium zurückzunehmen versucht. Ob solches freiwillig, oder etwa mirtelst der bekannten, dem I. Pinsker zu Gebote stehenden, kräftigen Mittel bewirkt wurde, können wir jetzt noch nicht angeben; jedenfalls ist solches ebenso zwecklos als verdächtig, indem A. S. bereits die Rückreise nach Palästina angetreten und dem Zweck seiner Reise, durch die menschenfreundlichen und prunklosen Bemühungen des biedern Montefi ore bereits erreicht hat, die Bannstrahlen der zwölf Unterschriften übrigens auch wirkungslos den erwärmenden Sonnenstrahlen abendländischer Gesittung weichen mußten.A. S. wird daher, trotz Ihres Umlaufschreibens, wo er sich befinden wird, gut ausgenommen und unterstützt, und er wird mit Gottes Hilfe wohlbehalten in Jerusalem eintreffen. Ihm überlassen wir es, sich sodann vor dem Pinskerischen Richterstuhle zu vertheidigen,wenn bis dahin diese tyrannischeMach t noch nicht gebrochen sein sollte.-— Die öffentliche Meinung, Herr Lehren, haben Sie aber durch dieses leidenschaftliche Umlaufschreiben nicht gewonnen; denn das Publikum hat nichts mit A. Selig und auch nichts mit einem Briefe von Löwenstein zu schaffen, sondern die Contribuenten wollen keineswegs nach dem Haag reisen, um sich vom richtigen Abschluß Ihrer Bücher zu überzeugen, sie verlangen vielmehr noch immer einen jährlichen Bericht in einer europäischen Sprache, oder selbst in Ihrem aschdädischen Hebräisch. So lange Sie aber diesem Verlangen nicht mach-' geben, lassen wir uns weder durch jerusalemische Banustrahlen, noch durch die schmeichelnden Worte Ihrer Anbeter einschüchtern, und werden bei jeder Gelegenheit öffentliche Rechnungsablage laut und offen von Ihnen fordern. Nachschrift. Da Herr Lehren über die sieben Löwensteinischen Fragen öffentlich abhandelte, so wird der Verfasser derselben solche dem Publikum vorlegen, dem es sodann überlassen bleibt, ob es sich mit einem bloßen „Nein," als die einzige erhaltene Antwort, befriedigen mag. Raphael Kirchheim.