Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1843-02-21 · Heft 8 (21.2.1843) · p. Seite 64

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 8 (21.2.1843)
Article
Die Judenfeindlichkeit der Presse in Baiern
Date
1843-02-21
Page
Seite 64 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2360092-2360256-2360265-2368485--3020-2368516
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

64 Ihnen gebrauchten Bedeutung sagt - man im Hebräischen gewöhnlich Lol.aat M. 22, 7., Jonah 4, 7.) oder Toleah (Job. 25, 6.) — Das hebr. Wort, womit der Gekreuzigte bezeichnet wird, heißt: Taluj, und dieß ist keine Geheimlehre; das können Sie und jeder Andere in Gesenius Wörterbuche finden. Schließlich kann ich Sie zu Ihrer Beruhigung versichern, daß die zu erbauende Synagoge in Jerusalem nicht auf dem Berge Zion aufgeführtwerden wird, denn nach den Begriffen der frommen Juden — und Schismatiker und ffogenannte Neologen werden, sich wenig um diesen Synagogenbau kümmern — darf der Tempelberg wegen seiner Heiligkeit von den jetzt lebenden Juden, welche die mos. Reinigungsvorschriften nicht befolgen können, nicht einmal betreten werden. —- Siehe hierüber Talmud und Maim. — Möge der ewige Gott, möge „unser Erlöser" und der aller Menschen, „Herr Zebaot ist sein Name", (Jes.) möge er es endlich bald dahin kommen laffen, daß alle Menschen die Wahrheit lieben und selbe auf friedlichem Wege verbreiten möchten: dann würde das himmlische. Jerusalem sich bald offenbaren und die ganze Erde würde ein herrlicher Tempel Gottes sein, auf der wir den G ott des Friedens brüderlich und einmüthig im Geiste und in der Wahrheit anbeten wollen. Aus dem Gesagten ist klar, daß: 1. ) Die Juden unter den jetzigen Zeitverhaltnissen nicht im Sinne haben, den verheißenen und von dem Propheten Jecheskel genau beschriebenen Tempel zu Jerusalem zu bauen; 2. ) daß ich nichts gegen Christus geschrieben, folglich'nichts zurückzunehmen hatte. Ich erwarte also von Ihnen wenn Sie anders keine unedle Absicht hatten, daß Sie Ihren unwahren Bericht öffentlich wiederrufen und der Wahrheit die Ehre geben werden. München, den 12. Januar 1843. Dr. H. A ub Rabbiner. Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Serie I. Eilfte Urkunde. König Rudolph von Habsburg verleiht dem Frankfurter Schultheißen Heinrich von jcdem zu Frankfurt wohnenden Juden eine Mark, bis auf Widerruf. Wien 1281. Rudolfus dei gracia JRomanorum rex, semper augustus. Universis sacri impery romani fidelibus, presentes litteras inspecturis, graciam suamet omne boimm. Fideih et merita fidelis nostri dilecti, Heinrici sculteti Frankenvordensis, benignius intuentes, hanc sibi liberaliter graciam duximus faciendam, quod idemHeinricus de quolibet Juden, qui ex nunc in antea in civitate Frankenvordemi Tesidenciam fecerit personalem, unius marce servitium possit recipere auctoritate presencium litterarum. Prefata gracia tantum ad nostre voluntatis beneplacitum duratura. In cujus rei testimonium, presens scriptum magestatis nostre sigillo duximus roborandum. Datum Wienne, quarto idus februarii, indictione nona, anrio domni millesimo ducentesimo octogesimo fprimo]. Regni vero nostri anno octavo, (Boehmer Cod. dipl. M. Fr. I. 202.) 10. Februar. R u d olp h von Gottes Gnaden römischer König, immer Mehrer des Reichs, bietet allen Getreuen des heiligen Reichs, die diesen Brief lesen werden, seine Huld und alles Gute. Die Treue und die Verdienste unseres lieben getreuen Heinrichs, Schultheißen zu Frankfurt, wohlwollend erwägend, glauben'wir ihm diese Gnade erweisen zu müssen: daß dieser Heinrich von jedem Juden, der sich künftig in Frankfurt besetzen wird, eine Mark auf Grund dieser Ur-! künde sich zahlen laffen könne. Diese Gunst wird so lange dauern, als es uns gefallen wird. Zu Zeugniß dessen haben wir gegenwärtige Schrift durch das Siegel unserer Majestät bekräftigen lassen. - Gegeben Wien, am 10. Februar, m der 9. Jndiktiou, Im Jahre des Herrn 1281. Im achten Jahre unserer Regierung. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.