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Der Orient · 1843-02-14 · 7 (14.2.1843) · p. Spalte 105-106

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
7 (14.2.1843)
Article
Replik
Date
1843-02-14
Page
Spalte 105-106 (sequence 2)
Language
German
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105 108 Replik über die Verlegung des jüdischen Sabbat. rum hat . der Herr gesegnet, dm Sabbat und ihn geheiliget". Also, Erinnerung an die Weltschöpfung, aber nicht, weil Egypter und andere Völker einen wöchentlichen Ruhetag gehabt 3). ■—• Dies der allgemeine Grund. — Als besonderer Grund wird Dt. 5, 15, im Dekalog, angegeben: „Und du sollst gedenken, daß du Sklave gewesen bist im Lande Mizrajim, und es führte dich der Herr, dein Gott, von da heraus mit mächtiger Hand und mit ausgestrecktem Arm, darum hat dir geboten der Herr, dein Gott, den Ruhetag zu halten^. Also wiederum nicht deshalb, weil die Egypter einen wöchentlichen Ruhetag gehabt. Jbn-Esra commentirt 1. 6. den Zusammenhang des Ruhetages mit der Erinnerung an die Befreiung vom knechtischen Dienste sehr treffend und wahr: ‘jnDNl "pDy Nw ■pcD, damit es ruhe dein Knecht und deine Magd so wie du: mi "Dy ’D rron, denn du mußt gedenken, daß du selbst Knecht gewesen u. s. w. Die Ansicht des Opponenten aber, daß die ursprüngliche Einsetzung des Samstages, als öffentlichen Ruhetages, sich'nur dann begreifen ließe, wenn man die Schöpfungsgeschichte buchstäblich auffaßte, wodurch man aber einen großen Anthropomorphismus beginge, indem, wie selbst die Men sagen: Dw:u bblü ]D?n *)N, ist in dem allgemein als trefflich geschätzten Akedat Jizchak von R. Isaak Aramah, Ber.eschit, porta 3, besprochen, und die Ansichten Maimuni's und Gersunis (Ralbag) kräftig widerlegt. Die aus dem More III, 43 citirte Stelle aber: tm'fl "N nyotP, der Grund des Sabbat wäre lediglich, damit der siebente Theil des menschlichen Lebens dem Hohem und Göttlichen gewidmet sei, unterstützt die Ansicht des Opponenten nicht im Mindesten; da doch dort der Satz: pnan »n rvyoiff nw ly noch zum Vordersätze gehört, und der ganze Satz mit dem NWN Dytt schließt: tbiyn tmra ruiDNH wm d. i. der Glaube an die Schöpfung der Welt!!! Man lese nach, staune und urtheile gerecht! — Nun fängt der Opponent an, zum Talmud überzugehen. Ich hatte in meiner Bcochüre, welche nur gegen die Ansichten des würdigen R. Haas und derjenigen gerichtet sein sollte, welche die Autorität des Talmud nicht anerkennen mögen, darum den Talmud, der mir sonst vielfachen Stoff für den besprochenen Gegenstand geboten hatte, obzwar sehr ungern, aus dem Spiele gelassen; ich hätte sonst tiefer in das eigentliche Wesen des jüdischen Sabbat eingehen können. Da er ihn aber nun selbst als Quelle behandelt, so erkennet er ihn äts Autorität an; wir wollen ihm daher auf diesem Gebiete Rede stehen. 3) Bei Bezugnahme des Opponenten auf Ideler Handb. d. Chronol. fällt es sehr auf, warum derselbe nicht die gewiß noch sonderbarere Meinung im Plutarch symposi 4, 6.2. über die Entstehung des Sabbat zu Nathe gezogen. — Zuerst findet sich in Jebamot fol. 113. keine Spur von dem, was er in seinem Texte anführt; vielmehr ist dieß in.Sabbat 69 1) der Fall, wo, wie der Opponent anführt, von einem Reisenden die Rede ist, der nicht weiß, wann Samstag fällt. Nun ist es aber himmelschreiend, wie unwahr der Opponent angiebt, der Talmud verordne dort, daß der Reisende von dem Tage, an welchem ihm Dieses entfallen, sechs Tage zählen, und den siebenten als Sabbat feiern solle! Heißt es nicht vielmehr dort ausdrücklich, daß er alle Tage nur TOriD v-o und zwar wegen WD) mpD arbeiten dürfe, und dieß sogar auch am siebenten Tage, den er blos durch NnboNi Nwnp auszuzeichnen habe, — was Raschi mit.NDbD jro6 mottout: — wie auch die Halacha bleibt, was eben aus dem Orach Chajim Kap. 344 ganz deutlich zu ersehen ist! — Wenn er ferner aus Sanhedrin fol. 74 entnehmen will, daß jedes.Gesetz unverbindlich sei, sobald durch deffen Ausübung das Leben oder die Gesundheit in Gefahr geräth, so ist auch dieß ein offenbarer Jrrlhum, weil dort nur von wirklich vorhandener Lebensgefahr die Rede ist, und es ausdrücklich heißt:. jvp twi 'iDjr» nnoy ba nun y.1 Typ yn Ganz falsch aber ist wiederum die Hinweisung auf Pesachim fol. 70; da dort blos die Rede davon ist, ob ro&y nnn MN ist, und obendrein die Halacha bestimmt, daß Mn nicht rat? nnn ist. — Perfid aber ist die Unwahrheit, daß der Talmud 5W b?n bei Feuersgefahr ppp gestattet; es ist Sabbat fol. 114 hiervon gar nicht die Rede, sondern erst 115, aber wiederum gerade das Gegentheil von dem, was mein Opponent dem Talmud vindiciren will, zu finden. Zuerst heißt es dort, daß man Lnip .•ana retten und heraustragen darf, weil bwbto nur ms* jmiD ist; löschen aber ist Nian jono ausdrücklich to, und dieß wiederholt sich sehr oft im ganzen Perek oro b ausdrücklich. Dasselbe sagt auch crbn im Perek 23 ra^nobP) desgleichen Orach Chajim Kap. 334; wo erst der dieses rwSJ nJDD D)m gestattet, aber gleichfalls b^rh ppp nicht zugesteht. Ist eine solche Entstellung der Wahtheit nicht empörend % Man lese nach, prüfe und urtheile, und scheue um der in den Staub getretenen Wahrheit Willen die geringe Mühe nicht. Ferner lese man hierzu noch Drtan in Hilchot Mamrim und in seiner Einleitung zu rüt^Dn törp£> in Beziehung auf pjm mw npttf wie auch Perek 9 Iessode ha- Tora; desgleichen Zore Deah Kap. 157— nnoyn ba nrayw mvh )b nnoiN pn y:n ln^yv pn mrcM bw nny^ njpsn wn dn, mns* omb- Darauf sagt der fis'ön : yjg )b nttw bn noyy b^rh ton clw nny> bn jrp1?. — Wenn nun dieß schon von der nttfyn ub gilt, um wie vielmehr bei NW, auf deren öffentliche Verletzung doch rbyo angeordnet ist, wovon doch im Pentateuch ein Beispiel beim V^:pp vorkommt!!! —

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