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Der Orient · 1843-02-14 · Heft 7 (14.2.1843) · p. Seite 49

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 7 (14.2.1843)
Article
Die Juden und die Hochschulen
Date
1843-02-14
Page
Seite 49 (sequence 1)
Language
German
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Vierter Jahrgang Berichte, Studie« und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt nütgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 1« Leipzig, den 14. Februar 1843« Haup tartikel. Die Juden und dir Hochschulen. Von Dr. I. Fürst. Fortsetzung und Schluß. — Großbritannien' London. Montefiores Reise nach Rußland. — Deutschland. H a m b u r g. Rothschilds Besitzthum in Baden-Baden. Dr. Borchardt. Dr^ Pinner. — Ungarn. P e st h. Hoffnungen am nächsten Reichstage — Böhmen. Präg. Ueber die Prüfung'des Brautpaares. Ueber die Jura «toiue der .böhmischen Juden. Von der b ö h m. Grenze. Ueber den Nachfolger des Dr. Frankel in Dresden. — Bibliographie, mitgetheilt von M. Sider. — Personalchronik uab Miscellen. — LB. des Qr. Die Jude« uud die Hochschulen. Eine Betrachtung von' Dr. I. Fürst. (Fortsetzung und Beschluß.) Seit einem halben Jahrhundert ist kein Buch von Belang über Judenthum und jüdische Litteratur von einem Christen erschienen, aus welchem Staatsmänner und Gesetzgeber sich hätten Raths erholen können, wenn sie die kirchliche und bürgerliche- Stellung der Juden zu ordnen hatten, oder' aus welchem Ideologen die ersten Quellen des Christenthums, wo sie aus dem Judenthume entspringen, erforschen können, oder aus welchem der orientalische Philologe das Verständnis; der uralten Quellen des Semitismus, durch welche die spätern Sprachcrscheinungen allein zu erklären sind, entnehmen könnte; und wie sollte auch ein solches-Buch erscheinen, da kein akademischer Lehrer über jüdische Litteratur liest, keine deutsche Akademie für Erforschung jüdisch-wissenschaftlicher Gegenstände Preise aussetzt und kein christlicher Gelehrter zu Reisen, welche die Erforschung des Judenthums bezwecken, aufgemunteri wird? Am kräftigsten sprach sich über diesen Gegenstand Dr. L. Zunz in Berlin im Jahre 1832 in dem Vorworte zu seinen „gottesdienstlichen Vorträgen der Juden" aus. „Gesetzgeber und Gelehrte, heißt es daselbst (VN), mußten den Autoritäten des XVII. Sakulums, Eisenmenger, Schudt, Burtorf u. A., bettelhaft Nachtreten oder von der verdächtigen Weisheit mo- . derner Berichterstatter borgen. Ja die Meisten gestanden ihre Unwissenheit in diesem Fache offen ein, oder verriethen sie doch bei den ersten Worten. Die reale (vorgebliche) Kennt-- niß des Judenthums steht noch heute, wo sie vor 135 Jahren Eisenmenger hingestellt hat, und die philologische ist sogar seit zweihundert Jahren fast nicht von der Stelle gerückt. Daher kommt es, daß selbst schätzbare Schriftsteller, sobald das Judenkapitel herankommt, eine ganz andre, man möchte sagen, gespenstige Natur annehmen, daß alle Citate aus den Quellen der Subsidienwerke des XVI. und XVII. Jahrhunderts nachgeschrieben werden; daß man längst siegreich widerlegte Einwürse wie unsterblichen Kohl austischr, und verlassen von aller wissenschaftlichen Thätigkeit,. von allem zeitgemäßen gehörigen Apparat, das Orakel der Wichte befragt. Manche konstruiren, unwissend oder böswillig, aus einem erträumten Judenthum und ihrem eignen Christenthum eine Art von Bekehrungssystem oder folgern die Nothwendigkeit rückschreitender Gesetze. Und obgleich treffliche Männer für jüdische Wissenschaft ihre Stimme erhoben und thätig gewesen (z. B. Wachler, G. Hartmana, Diesenbach, Hupfeld, Winer tu A.), so ist doch im Ganzen noch wenig in dieser Beziehung gebessert. Selbst die unvergleichliche oppenheimersche Bibliothek mußte, trotz allen reichen und frommen Juden unff allen gelehrten und mächtigen Christen, nach Oxfort auswandern und konnte kein Asyl in Deutschland finden, das grade in diesem Fache dem Auslande (Parma, Florenz, Rom, Leyden, Paris, Oxsort) sehr, bedeutend nachsteht." Aber je weniger von Seiten des Staates, oder von Seiten der die Staaten repräsentirenden Hochschulen für Kenntniß und Versiändmß des Judenthums geschehen, um so mehr haben die Juden, so weit es 7

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