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Der Orient · 1843-01-31 · 5 (31.1.1843) · p. Spalte 79-80

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
5 (31.1.1843)
Article
Beiträge zum Rabbinenwesen
Date
1843-01-31
Page
Spalte 79-80 (sequence 3)
Language
German
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79 Zu Frage 8. Welches ist die jüdisch-dogmatische Auffassung de rIdee von d er Ber.fuchüng Go ttes? Das Charakteristische des Begriffs der Versuchung Gottes ist im Judenthum-, daß nicht blos die innere Anreizung zum Bösen darunter verstanden wird, sondern, daß, wie überhaupt sich die Vorschriften des Judenthums nicht auf ein bloses Unterlassen reduciren, vielmehr hauptsächlich in positivem Thun bestehen, so auch die Versuchung keine blos die Negation aufhebende Anreizung ist, daß vielmehr die positive Tätigkeit mit der innern Negation in Kampf tritt. Dies hat Cand. 3E, richtig vorgefchwebt, obgleich eine genauere Hervorhebung des Charakteristischen zu wünschen gewesen wäre. Richtig gab derselbe die unmittelbare Folge^ daraus an, daß daraus eine Uebermacht des religiösen Willens begründet werde. Eigenthümlich dem Judenthume, und aus der angeführten Begriffsbestimmung.der Versuchung consequent folgend ist daher das nnpn nsn DN9 rwl'?, was hier Cand. Z. richtig beleuchtet hat. ' . Au Frage 10. Was verpflichtet den Israeliten zur Gemeinde Israels, resp. zur Beobachtung der auf Sinai geoffenbarten Religion zu gehören? unfern Vaterlandsgenoffen trennen; unser Glaube und unsre Gebete erstrecken sich auf eine andere, identische Zeic und i d e a l i s ch e Voraussetzungen. Anm. d. Eins. 80 Cand. 3,' behauptet, der Jsraelite werde durch.seine Geburt zum Jutenthume verpflichtet. Allein diese Behauptung wäre naher zu begründen gewesen, da doch gewiß-der Satz, daß der Akt der Geburt den Verpflichtungsgrund zu einer gewissen Religion enthalt, einer umständlichem Beleuchtung bedarf. Cand. 3E. sieht den Verpflichwngsgrund in der innern Vortrefflichkeit der jüdischen Religion. Allein dies würde zur Folge haben, daß jeder Mensch zur jüdischen Religion verpflichtet sei, und in sofern der Gemeinde Israels dem Begriffe nach angehöre, wenn er ihr auch faktisch entfremdet sei, wie dieß die katholische Kirche für sich aufstellt. Allein dem Judenthume ist diese Idee völlig fremd, da die mosaische Offenbarung zunächst nur an Israel geschah, und da der Nichusraelite einer besondern Eingehung in den Bund bedarf, wenn er Israelit werden will, wahrend der wirklich blos faktisch dem Judenthum entfremdete Israelit, noch Israelit bleibt, (-od tmb . keiner befondern Eingehung bei seiner Rückkehr bedarf. Es liegt vielmehr der Verpflichtungsgrund in der jüdischen Geb ur.t durch den Willen Gottes. Es hat nämlich Gott auf Sinai einen Bund mit Israel geschloffen für alle kommenden Geschlechter, und zwar nur mit Israel, weil seiner.Allweisheit es nicht entgehen konnte, daß der Charakter der jüdischen Religion mit der israelitischen Individualität völlig harmonire. Wie demnach der Mensch durch feine Geburt als Mensch zu den allgemein rntnschlichenWor-- schriften des Sittengefttzes verbunden ist, so ist der Israelit durch seine .israelitische Geburt Zur israelitischen Lehre verbunden. Heidelberg im Oktbr. 1842» Fürst. Literarische Ankündigungen. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen iz Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [12/J Bei C. L. Fritz sch e in Leipzig ist in Commission uschienen: . n ri p « d i b w l'V i n d xi 'dvid n x 2 by .aip^n ,anpn nsis pnjn najjo pto nND , i'rc2 Prag, 1843. Preis 20 Ngr. (1 fl. C.-M.) [7.] Bei C. L. Fritzsche in Commission ist folgende Broschüre zu haben und durch jede solide Buchhandlung aus feste Rechnung zu beziehen: In 8. Preis ü. 5 Ngr. Dieses Schriftchen eines russischen 'wahrheitsliebenden Israeliten, welches die Mission des Dr. Lilrentha! beleuchtet und die seligen wie unseligen Folgen derselben in der Form eines Sendschreibens an seine russischen Brüder erörtert und darstellt, wird wohl für diejenigen zu empfehlen überflüssig sein, die das Merkchen Magid Jeschrra (Verj künder des Heils) gelesen. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von Z«.H. Nagel.

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