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Der Orient · 1843-01-31 · 5 (31.1.1843) · p. Spalte 71-72

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
5 (31.1.1843)
Article
Das rabbinische Judenthum
Date
1843-01-31
Page
Spalte 71-72 (sequence 4)
Language
German
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71 Pädag. Literatur. Prakt. Elementarbuch z. Gesetz in seiner ganzen Ausdehnung nicht angewendet werden. (Fortsetzung folgt.) Schulbücher. 1. Praktisches Elementarbuch zur Erlernung der hebräischen Sprache. Von <S. M. Ehrenberg (Inspektor der Samson'schen Freischule in Wolfenbüttel). Berlin, 1838. 8. Veit u. Comp. Dazu ein „Anhang für Lehrer", der in demselben Verlage erschienen und auch besonders ausgegeben wird. ' Der ehrwürdige Vers, dieses höchst nützlichen Schulbuches, der allgemein als der trefflichste Schulmann bekannt ist, hat durch sein Elementarbuch einem schon längst dringend gefühlten Mangel abgeholfen, und wären unsere Schulen nicht so häufig mit indifferenten Lehrern besetzt, die sich um einen Fortschritt im Iugendunterrichte nicht kümmern, und wäre die Vernachlässigung des Hebräischen in den jüdischen Schulstuben nicht fast zur Mode geworden, so würde gewiß dies praktische Elementarwerkchen längst allenthalben eingeführr worden sein. Aber unsere Schuten leiden noch an anderen Gebrechen, die den schönen Aufschwung, welchen sie vor drei Decennien genommen, unentwickelt gelassen und großencheils untergraben. Jeder Lehrer nämlich, so unerfahren und unberufen er auch sein mochte, glaubt seinen Beruf zu diesem wichtigen Amte nur dadurch belegen zu müssen, daß er Schulschriften abfasse, unbekümmert darum, ob sic nach Methode und Einrichtung mit gutem Erfolge benutzt werden können und uneingedenk, daß man über diesen seinen Gegenstand schon treffliche, der Einführung würdige Arbeiten besitzt. rrcn HJD T1K b. Ich erinnere nur an die Ueberfluthung mit Katechismen und Religionsbüchern, wo oft das eine Buch schlechter ist als das andere, der eine Vers, um den andern sich nicht kümmert und doch in der Regel nur wiederkäuet, was schon viele andere vor ihm besser und trefflicher gesagt. Wäre es doch nur einem Einzigen unter den hundert schreibenden Pädagogen eingefallen, uns eine Übersicht von allen Erscheinungen auf seinem Gebiete zu geben, die seit Mendelssohn aufgetaucht, wenn auch nur, um dadurch veranlaßt zu werden-, den betreffenden Gegenstand werterzusühren! Der dadurch entstehende Schaden für die bessern Schulbücher ist natürlich und es ist nicht zu leugnen, daß auch die Kritik in den jüdischen Blättern, die diesem Zweige unserer Literatur keine solche Aufmerksamkeit schenken, eine große Schuld zu bezahlen hat. Auch das Buch unseres gelehrten Verfl's, der zu den ersten Begründern des jüdischen Schulwesens gehört, wird durch diese nachtheiligen Umstände gelitten haben, obgleich es mit einer wissenschaftlichen Korrektheit und mit einem praktischen Takte, worin man den gelehrten und gereisten Schulmann erkennt, abgefaßt ist. Möge diese Anzeige hier nach einer vierjährigen Verspätung Erlernung d. hebr. Sprache v, Ehrcnberg. 72 den Zweck erreichen, die Lehrer und Vorsteher von Schulen zur Einführung desselben in die obern Klassen ihrer Institute aufzumuntern; der Res. kann von dessen. Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit nur das Beste sagen, und ich glaube, daß die geehrten Leser ihn in dieser Beziehung ein Unheil zutraucn werden. —- Ueber Anlage und Inhalt des Buches mögen folgende Zeilen eine Auskunft geben. Die Seidenstückerschen Elementarbücher und deren Nützlichkeit, sowohl durch ihre methodische' Fassung als auch durch ihre die Jugend anregenden Elemente, sind hinlänglich bekannt und anerkannt; das vorliegende. Elementarbuch für. den hebr. Unter- Lerricht ist nach demselben Gange gearbeitet und so vortrefflich ducchgeführt, als die Eigentümlichkeit der hebr. Sprache es nur gestattet. Ausführlich spricht sich der Vers, darüber aus Ln dem Vorworte, wo es heißt: „Das Buch ist für solche Schüler bestimmt, die bereits einige Fertigkeit im Lesen des Hebräischen erlangt.haben; so wie ich denn wohl mit Recht voraussetzen konnte, daß dieselben nicht minder mit den allen Sprachen gemeinsamen grammatischen Grundregeln und der gewöhnlichen Terminologie bereits oberflächlich bekannt sein würden^ Ohne Lehrer möchte so leicht Niemand die hebräische Sprache beginnen, und selbst dei-der Benutzung dieses praktischen llebungsbuches wird der Schüler die Hilfe eines tüchtigen Lehrers nicht entbehren können. Die hier folgenden Aufgaben sollen das Material, und die hin und . wieder eingestreuten Regeln eine Anleitung liefern, durch die dem Lernenden der erste Schritt erleichtert, und er nach und nach in den Geist der Sprache eingeführt wird. Der einsichtige. Lehrer bedarf nicht der Einweisung, wie er. das gelieferte Material zu benutzen habe. Schon an den ersten Stücken müssen die Leseregeln über die Vocalzeichen, über Schwa, Dagesch, Ton u. s. w. bis zur Geläufigkeit eingeübt und allmälig, wie es die vor komm enden Wörter an die Hand geben, andere Theile der Grammatik erklärt werden. Im Ganzen wird das hier Gegebene ausreichen, und erst, wenn der Schüler bis zum vierzigsten Stücke gelangt ist, und die Paradigmen der Vcrba, wie sie hier gegeben sind, vollständig erlernt hat, halte ich es für wesentlich, ihn nebenbei eine Grammatik, (am besten die von Geftnius), benutzen und sogleich die sogenannten unregelmäßigen Verba sich cinpra'gen zu lassen'). Auf solche Weise werden die Schüler, wenn sie dies Buch durchgearbeitet und jedenfalls die Vocabel n a u sw e n di g gelernt haben, mit den. hauptsächlichsten Theilen der Grammatik hinlänglich bekannt sein. Wiederholungen sind absichtlich nicht ganz vermieden, worden; vorzüglich aber *)' Daß ich in den letzten Uebmrgs stücken häufig die Wurzelbuchstaben der Zeitwörter ohne Vocalzeichen hingestellt habe, wird nicht auffallen. Der Schüler mag dann entweder die drei Buchstaben einzeln nennen, oder die Vokalzeichen'des Infinitivs oder Präteritums hinzufügen und darnach das Wort aussprechen.

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