Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1843)
- Article
- Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter
- Date
- 1843-01-31
- Page
- Seite 40 (sequence 3)
- Language
- German
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40 daeos et unum Christianüm veraces addens et Judaeus non reddiderit, ab ea die usura non accrescit, et si postea Judaeus idem pignus perdiderit igne vel furto, vel quocunque modo, tenetur Christiano solvere ad justiciam sub juramento, restituturusillud, in quo pignus erat melius quam summa accomodata et usura. Si autem Judaeus sequenti die, vel quocunque die postea venerit ad Christiänum, et pignus idem exhibuerit ad redimendum, sub testimonio duorum Christia* norum et unius Judaei et ille non rqdemerit, etsipostmodum Judaeus idem pignus, igne vel furto vel violenta rapina cum aliis rebus suis perdiderit, non tenebitur solvere Christiane. Si conquestus fuerit Christianus de Judaeo coram Imperatore, et si Judaeus tenetur vadiare, vadiabit marcam auri. .. Item si coram nobis conquestus fuerit Christianus de Judaeo et si Judaeus vadiare tenetur, vadiabit similiter marcam auri. Si coram Camerario nostro Judice erit conventus, (et si) vadiare tenetur, vadiabii marcam denariorum. Coram quocunque alio inferiore Judice, si conventus vadiare tenetur, vadiabit libram piperis. Item quicunque contra Judaeum habet aliquid quaestionis, debet coram suo Judice, qui pro tempore fuerit, ipsum et apud scholas, ubi ipsorum causae tractantur, convenire, et justiciam accipere applicatam. Caeterum si qua difficultas quaestionuni orta fuerit contra Judaeum aliquem, quae superius non est expressa, illam specialiter nostrae definitioni duximus reservandam. Ne autem super iis unquam dubium oriatur, praesentes literas conscribi fecimus et sigilli nostri patrocinio roborari, Testes hujus sunt, nobilissimus vir Hermanns de Lobdeburg, Johannes Burggravius de Wetin, Witigo Praepositus (Misnensis Ecclesiae), Albertus Dapifer de Brene, Henricus Cameranus de Gnadenstein, Ulricus de Maltiz et alii quam plures. Bat. in Misna Anno Dominicas incarnationis MCCLXY* — (Georg Fabricius Res Misnicae p. 112—115.) jüdischer und eines christlichen ehrlichen Zeugen, der Jude aber es nicht herausgiebt, so wachsen von dem Lage an die Zinsen nicht; und wenn darauf der Jude, durch Feuer, Diebstahl oder auf andere Weise, dies Pfand verliert, so soll er nach dem Rechte dem Christen bezahlennachdem zuvor den Eid geleistet haben muß, so viel herauszuzahlen, als das Pfand .mehr werth war, wie geliehene Summe sammt den Zinsen. . , . Aber wenn der Jude am folgenden oder einem der folgenden Lage zum Christen, gekommen ist und ihm das Pfand mit zwei christlichen und einem jüdischen Zeugen zum Auslösen gebracht hat, dieser es nicht auslösen will, und darauf der Jude dies Pfand durch Feuer, Diebstahl oder gewaltsamen Raub mit andern Besitzthümern verliert, so braucht er es dem Christen nicht zu bezahlen. Wenn ein Christ über einen Juden vor dem Kaiser klagt und der Jude Strafe zahlen soll, so muß er eine Mark Goldes zahlen.; Ebenso soll, wenn ein Christ gegen einen Juden vor uns klagt und dieser zur Strafzahlung verurtheilt wird, der Jude, eine Mark Goldes zahlen. Ist er vor unserem Kammerrichter angeklagt und zur Strafzahlung verurtheilt, so zahlt er eine Mark Heller. Vor jedem andern -Richter niederen Grades angeklagt/ giebt er, zur Strafzahlung verurtheilt, ein Pfund Pfeffer. Wer ferner gegen einen Juden eine Klage hat, muß ihn vor seinem derzeitlichm Richter,, bei den Schulen, wo ihre Prozesse geführt werden, anklagen, und den gegebenen Spruch annehmen. Wenn nun übrigens ein schwieriger Rechtsfall mit einem Juden Vorkommen sollte, der oben nicht erwähnt ist, so halten wir für Recht, ihn unserer besondern Entscheidung anheimzustellen. — Damit aber über jene nie ein, Zweifel entstehe, ließen wir diese Urkunde aufsetzen und mit unserm Siegel befestigen. Zeugen hiervon sind/ der sehr edle Mann: Hermann von Lobdeburg, Johann, Burggraf von Wettiu, Witigo, Propst (der Kirche von Meißen), Albert, Lruchseß von Brene, Heinrich, Kämmerer von Gn ad enstein, Ulrich von Maltitz und viele Andere. Gegeben zu Meißen, im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 1265.— (Goldast const. imp. T. HI. p. 399. fehlerhaft.) Nothwerrdige Bemerkung. In meiner Beurteilung des Kusari LB. 1842. Col. 814 besinnen sich bei dem Citat aus Delitzsch Abhandlung über Chabakuk die sonderbaren Worte „aus Hirsch CHajes"*), *) hinzugefügt als Berichtigung vom Red. Red. die in meinem Manuskript nicht vorhanden sind. Hingegen vermisse ich in meinem Aufsatz „Immanuel Nr. % Col. 24. Anm. 29 die Worte „Briefliche Mittheilung von H. Dr. M. Sachs"! M. Sider in Berlin. Verlag von C. L. Fritz s che. Druck von I. H. Nagel.