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Der Orient · 1843-01-31 · Heft 5 (31.1.1843) · p. Seite 39

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 5 (31.1.1843)
Article
Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter
Date
1843-01-31
Page
Seite 39 (sequence 2)
Language
German
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39 famae, Christianis jurantibus' suo more, et Judaeo jurante in suo libro. Si Christianus contestari voluerit super Judaeo de debito, vel de alia causa, contestari debet cum duohus Judaeis, et uno Christian© veracibus et bonae famae. Nullus Judaeus tenetur respondere cor am alio, quam suo Judice, quem nps dederimus eisdem. Omne pignus quodeumque fuerit, polest Judaeus accipere, sine adductione testium, exceptis praeparamentis, et aliis rebus Ecclesiarum, quas semper de» bent accipere cum adhibitione testium, duorum Christianorum et unius Judaei, qui sint bonae famae. Omne pignus, quod Judaeus acceperit, si de eo tan quam de furto Christi anus aliquis impetierit, Judaeus potius ohtinebit cum juraniento, quod in pignore acceperat, quam Christianus id auferat cum juramento. Sin Judaeus super hac re teste« habere poterit, non erit necessarium quod juret; propter praeparamenta, ornatus et res Ecclesiarum, de quibus si Judaeus conventus fuerit, Warandatores suüs adducere debet vel testes duos Christianos et unum Judaeum, veraces et bonae famae: sin minus perdet pignus et denarios accommodatos. Si Judaeus de rebus Ecclesiarum conventus, se habere negarerit, et postea sub eo inventae fuerint, perdet res ipsas, et denarios accommodatos, et judicio suo vadiabit: aliud incommodum aut aliam poenam non sustinebit. ■Si Christianus equum Judaeo in pignore posuerit, et postmodum extra suam Warandiam alius sub eo repertit eundem equum, si Judaeus Warandiam habere poterit, vel contestatores positis pignoribus, equum retinebit: sin minus, equum pevdet, et aliud damnum non sustinebit. Si infra Warandiam non repetitus fuerit, nec impetitus, Judaeus obtinebit cum juramento, vel testibus, quod idem equus sit sibi impigneratus. Si Christianus cum nuncio* Judicis Judaeorum de re sibi ablata intenogaverit schoiis et Judaeorum communitatibus, si aliquis habuerit, et non recognoverit, et postea sub eo inventa fuerit, rem ipsam perdet, et denarios accommodatos, et j udici suo vadiabit, aliud damnum non sustinebit. Si Judaeus pignus positum perdiderit cunv aliis rebus suis per ignem, vel per furtum, vel per violentam rapinam, et hoc contestatus fuerit cum juramento in libro, vel veracibus huminibus, pignus perditum solvere non tenetur. Sed si Christianus, qui pignus posuerat, veniens ad Judaeuin argen turn suum tulerit, et ponderatum exhibuerit, repetens pignus quod posuerat a Judaeo, -super hoc testes, videlicet duos Juguten Rufes sind; indem dü Christen auf ihre Weise und der Jude auf seine Lora schwöret. Wenn ein Christ eine Schuld oder eine andere Sache gegen einen Juden erweisen will, so muß er es mit zwei Juden und einem Christen thun, die wahrheitsliebend und guten Rufes sind. Kein Jude soll gehalten sein sich einem andern, als seinem Richter, den wir ihnen geben werden, zu stellen. Der Jude kann jedes beliebige Pfand ohne Herbeirufung von Zeugen annehmen, mit Ausnahme der Zierrathen und andern Sachen aus Kirchen, die er immer nur in Gegenwart zweier christlichen und eines jüdischen Zeugen, die guten Rufes sind, annehmen darf. Wenn ein Christ ein Pfand, das ein Jude genommen hat, als einen Diebstahl in Anspruch nimmt, so soll der Jude durch eine Eidesleistung, daß er es als Pfand bekommen babe, eher im Besitze desselben bleiben, als der Christ es ihm durch einen Gegeneid nehmen können. Kann der Jude aber Zeugen darüber stellen, so braucht er gar nicht erst zu schwören; sind es aber Schmuck- und andere Sachen aus Kirchen, um die es sich handelt, so muß der Jude seine Bürgen oder zwei christliche und einen jüdischen Zeugen stellen, die wahrheitsliebend und guten Rufes sind; wenn nicht, so verliert er das Pfand und das geliehene Geld. Leugnet ein Jude, wegen Kirchensachen angeklagt, den Besitz derselben, und werden diese doch nachher bei ihm vorgefunden, so soll er die Sachen selbst, so wie das geliehene Geld verlieren und dem Richterspruch gemäß Strafe zahlen; andern Nachtheil und andere Strafe soll er davon nicht haben. Hat ein Christ einem Juden ein Pferd zu Pfand gegeben, und ein anderer nimmt später nach abgelaufener Versatzzeit (?) dieses Pferd in Anspruch, so soll der Jude, wenn er Bürgschaft oder Zeugen stellen kann, daß er als Pfand erhalten, das Pferd behalten; kann er das nicht, so verliert er das Pferd, hat aber sonst keinen Nachtheil davon. Ist es während der Versatzzeit nicht zurückverlangt, noch beansprucht worden, so soll es der Jude behalten, wenn er schwört oder durch Zeugendarthut, daß das Pferd bei ihm versetzt worden ist. Wenn ein Christ mir dem Boten des Judenrichters über eine ihm gestohlene Sache in den Schulen und Versammlungsorten der Juden sich erkundigt hat, und Einer, der sie besitzt, es nicht gesteht, sie aber später bei ihm gefunden wird, so verliert dieser die Sache und das geliehene Geld und zahlt seinem Richter Strafe; soll aber keinen andern Nachtheil haben. Wenn ein Jude das ihm gegebene Pfand mit seinen andern Besitzthümern durch Feuer, Diebstahl oder gewaltsamen Raub verliert, und er dies durch einen Eid auf die Lora oder durch Zeugniß bewährter Leute erweist, so braucht er das verlorene Pfand nicht zu bezahlen. Aber wenn der christliche Pfandleger zum Juden sein Geld gebracht und es ihm in richtiger Summe dargeboten hat, sein Pfand vom Juden zurückfordernd, und dies zwar in Gegenwart zwei

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