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Der Orient · 1843-01-24 · 4 (24.1.1843) · p. Spalte 59-60

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
4 (24.1.1843)
Article
Immanuel
Date
1843-01-24
Page
Spalte 59-60 (sequence 2)
Language
German
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60 59 Immanuel. Biograph, und literarhistorische Skizze. Bon M. Sider. Sternbildern, welche nebst den Monaten, (worüber eine Nachahmung des 5. Kap. im Lachkemoni — M. 9.) in den orientalischen Gedichten eine große Nolle spielen aab). —. Hieran reihen sich durch einen engern Zusammenhang: M. r. (st oben §. 10), M. 6 (deren Übersetzung wir nächstens zu-veröffentlichen hoffen); M. 15. eine Wanderung wie die des Harun er-Reschid in den Erzählungen der 1001 Z^cht — um die Zufriedenheit der Menschen mit ihrem Schicksale zu beobachten, und M.22, wo er angeblich am Purim 59 Männern, die ihm närrische Fragen vorlegen, höchst witzige Antworten, nach' einer barocken wort- und sinnverdrehenden Exegese, ertheilt. — Aehnliche scherzhafte und p a r o d i r e n d e Exegesen finden sich noch sonst in den Mech. zerstreut (z. B. den 2 Geizhälsen in der Hölle (S. 254) in den Mund gelegt). In diesen, wie in den angeblichen P ur imdichtungen (M.25; vgl.Vorr.Anf.; M. 5. Ans.; M. 9. S. 83), welche an das zur Purimbelustigung geschriebene: „Megillat Setarim" von K a l o n y m o s erinnern, erkennen wir das hohe Alter eines noch jetzt an den Ieschibot. bestehenden Brauchs der Bach ur im, welche am Purim herumbettelnd durch eine, die spitzfindige Exegese und Kasuistik der Darschanim parodirende „Purimderascha" ihren Scharfsinn darlegen, ohne daß selbst der orthodoxeste Rabbiner etwas dagegen einzuwenden hätte. Ja es hat eine ähnliche Literatur bis auf unsre „aufgeklärte" Zeit ihre Ausbildner gesunden; nur einen Karauten hören wir mit Entrüstung von dieser Profanisation des Heiligen sprechen 83c)* — Der verschiedene Inhalt vieler einzelnen Stücke ist bereits im Verlaufe dieser Skizze dem Leser bekannt worden. Wir heben noch hervor: ein barockes Necept ä la Münchhausen für eine kranke Schone (S. 195); über die 8 prognostischen Symptome, ob eine schwangere Frau einen Knaben oder ein Mädchen zur Welt bringen werde (S. 104); auch die Metaphysik muß Themen zu Gedichten liefern (S. 178 f.). Immanuel liebt es auch, seinen Witz in aufeinanderfolgendem Lob und Tadel des gegebenen Gegenstandes, nach seinen verschiedenen Seiten, darzulegen. Ueberhaupt ist Witz, Laune und Jovialität bei ihm glücklicher und treffender als Gemächlichkeit und Tiefe in ernsten Gedichten. Zu diesen gehören: 12 Gebete oder Hymnen, nämlich: 1) über die 13 Glaubensartikels nach dem bekannten (S. 88b) SßgU Ketev Malchut, Delitzsch S. 2. Zunz: Anal. 4* 48. 88c) Vgl. Annal. 3. S.319. Delitzsch: Schilderungen S. 168. Aehnliches von den polnischen Marschaliks in dem Schwank: der verwunschene Cantor von Dr. Francolm, in Kleins Volkskalender S. 45, und vgl. Magen Abraham 307. Anm. 22. über das Ah as wer spiel. — Das bekannte D^IS rDDft schreibt der karaitische Vers, des nwy jinSN (Th. 2. S. 39) bettelndenBachnrim aus Schebrschin, die in -Raub er Hände gefallen waren, zu (Briefl. Mittheilung des 5p. Rab. Rapaport). — Neurer Zeit gehört die,n^D nniD1? von B enseeb, minder neuesten die bty rrwn des Dr. Sommerhauftn (1842) dazu.' 43). — 2) Ein in Reim nnd Vcrsmaaß dem spanischen •»riwn 'H nachgebildetes und auch mit diesen Worten schließendes Gebet (S. 236); und 10 kleinere Stücke (S. 103. 104.. 139. 172 (3 Gebete) 174. 245. 248.) *9). Ein Gedicht über den Wechsel der Zeit ähnelt der Hauptstelle in dem bekannten Pint: rurüh — Seine Elegien oder Klaggesänge (K i n n i m!) bei verschiedenen Todesfällen, deren er nicht wenige und zwar mehr im Alter verfaßt, (M. 13. 24,), sind mitunter recht ergreifend. Unter dem Namen Chidah findet sich nicht blos ein eigentliches Räthsel, dessen Auflösung die prima materia oder Hyle (S. 102), sondern auch die Erzählung von einem Erbschleicher (M. 14.) 90). — Von seinen Episteln wird weiter unten die Rede sein. — x ' „Wein, Weiber und Gesang" find aber die Angelpunkte der Mehrzahl seiner Gedichte, und wenn Sinnlichkeit und Frivolität bei Immanuel (im Gegensatz von Charisi) Ernst und Sittlichkeit durch natürliche Frische und .Lebhaftigkeit in den Hintergrund drängen, so muß man bedenken, daß ) ene mit den lebhaften Farben einer jugendlichen Phantasie gemacht sind, diese mehrentheils der, nach eigenem Geständniß ermatteten Produktionskraft des greifenden Dichters angehören; dafür aber auch, durch den Gegensatz und die' epigrammatische Schärfe gehoben, um so schärfer hervorlreten. Die Ersahrungsweise ist hier nicht zu verkennen. — §> 12. Es erübrigt uns noch, von der Form und dem Ausdruck dieser Poesien zu sprechen, worin Immanuel als ein unerreichter, unübertrefflicher Meister, dasteht.— Wie bereits bemerkt, zerfallen die Mechab. in Reimprosa (Meliza) und eigentliche Verse (Schi r). In ersterer ist nicht blos alles Erzählende, daher die ganze rhetorische Einkleidung und die 28. M., sondern auch manche Elegie, die Wettgesänge (M. 2. 5. 6. 10), die Episteln k. geschrieben. — Die Metra der Verse sind die den arabischen nachgeahmten der spanischenSchule; der Endreim männlich oder weiblich (1 oder 2Sylben), einmal zugleich das Echo des letzten Wortes (S. 38)91). Die längern Gedichte sind meistens Gha selen (d. h. mit durchaus gleichem Endreim), worunter eine von 200 Zeilen nach dem V.orbilde Salomo Ben Gabirol's (M. 8.). Immanuel scheint überhaupt sich viel nach spanischen Mustern gebildet zu haben; eine seiner früheren Ghaselen (S. 174) läßt er den Fürsten, wegen'ihrer Schönheit, für eine spanische halten. Auch von seinen christlichen Landsleuten fühlte er sich zur Nachahmung angeregt, wie schon aus dem oberst (§. 10) erwähnten Scherzgedicht (wahrscheinlich eine Jugendarbeit), und aus seiner divina Commedia hervorgeht. 89) Zunz: Anal. 6. S. 197. 90) Vgl. noch nnnn )h (S. 46). 91) Vgl. besonders das Werk: -jny pypy nnDlh

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