Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 4 (24.1.1843)
- Article
- Zur Geschichte der Exegese
- Date
- 1843-01-24
- Page
- Spalte 57-58 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897779-2368244--2492-2368276- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Immanuel. Biograph, und literarhistorische Skizze. Won M. Sider. 88 Was die Qualität dieser Interpretation anbetrifft/ so ist hier der Ott nicht, darüber - ausführlich zu sprechen H). Der mit den philosophischen Schriften des Maimonides vertraute Leser wird leicht herausfmden, in wie weit Tanchum von dem hier genannten Philosophen abhängig ist, und wo er über ihn hinausgeht io). Es wäre demnach schon deshalb wünschenswerth, mit 14) Wir hoffen übrigens, den fraglichen Tanchum's Schriften näher bekannt zu werden, weil dadurch auch Manches in den Schriften des Maimonides sich Heller gestalten könne, da Tanchum unstreitig aus der Quelle geschöpft. Uns aber wird es herzlich freuen, der Vermittler der neuen interessanten Bekanntschaft zu werden. — Halle, im Januar 1843. in der Fortsetzung unserer Abhandlung über Gegenstand noch einmal zurückzukommen» — 15) Vergl. More Nebuchim II, 41. ^prnoza's Theologisch-politischen Lebensbilder - Saal« Immanuel. Biographische und literarhistorische Skizze von M. Sider in Berlin. (Schluss) 8.-11. Wir haben 'nun Immanuel als Menschen und Gekehrten, so weit wir vermochten, kennen gelernt, und betrachten nun Immanuel als Dichter, d. h. wir versuchen -eine Charakteristik seiner M e ch a b b er o t. Diese sind eine sklavischere Nachahmung des Tachkemoni als.dieser von den Makamen des Hariri, insoweit sie dem Boden Einer Sprache angehören. Früh mußte schon der Einfluß Charisi's auf Immanuel gewesen sein, da selbst seine Jugendarbeiten (S. 85), denen noch nicht ihre spätere Bestimmung vorschwebte, sich als Nachahmungen an G eist und F o r m kund geben. — Was zuvörderst den Inhalt betrifft, so fehlte es Immanuel an der mannigfaltigen, frischen Setbstanschauung der Natur und des Lebens, welche seines Vorgängers weite Reisen demselben zuführten. Da er selbst der Held des Buches ist, so sind auch natürlich die Gegenstände seiner Dichtung meist seinem eigenen engern Lebenskreise entnommen, und selbst die Aufgaben seines singirtcn Rivalen, der gegen ihn rn den Hintergrund tritt, während bei Hariri und Charisi dies mit dem Erzähler selbst der Fall ist, gehen selten darüber hinaus. Zu den seltnen Ausnahmen gehört z. B. die Erwähnung des Falls'von Ptolemais oder Acre (1290), als eines grade vielfältig besprochenen EreignissesS5). Seiner Zeitgenossen und Vorgänger in der Kunst erwähnt Immanuel nur äußerst dürftig, während Charisi bekanntlich einen meisterlichen Abriß der Geschichte der hebräischen Poesie.darbietet 36)f Wir sind versucht, zu glauben, daß dies weniger aus Unkunde als — Eitelkeit geschehen, oder sollte ihm von Iehuda ha - Lewi nichts als der trockene Name zugekommen sein (S. 262)? Charisi stellt er als fein Muster — vielleicht auch Schild — sehr hoch, und nennt ihn den unvergleichlichen, einzig beliebten Dichter der Zeit (S. 82)a7). Seine Lobgedichte auf Juda Romano, wie seine Achtung bezeugenden Ausdrücke gegen Kalo n y mos und Juda Siziliano scheinen aus dem Herzen zu kommen. Am freigebigsten ist er aber in — Eigenlob, noch mehr als Charisi, und selbst nach Abzug des prunkhaften orientalischen Ausdrucks noch in hinlänglicher Dosis. In stolzer Bescheidenheit schickt er der fingirten Leichenrede (S. 195) die Bemerkung voraus, daß ihre Hyperbeln dem herrschenden Gebrauch (usus tyrannus!) der Poeten zur Last fallen, ohnehin sei ja nach dem Ausspruch des Weisen „das Beste am Gedicht die Lüge (■qd vgl. S. 87) 88a) (obwohl der Fürst auch dieser poetischen Licenz ein non plus ultra zuruft S.74). Den Leichenredner selbst läßt er ausrufen: „Wie könnten wir uns zurückhalten, sein (I.'s) Lob m Wahrheit zu verkünden, da er doch über jeden Lobten h y p e r b o lr s ch e Lobreden hielt?!u Auf seine Klagen tröstet ihn der Fürst unter Andern auch damit, daß Jedermann die Hälfte seiner Kleinodien gern darum gäbe, Immanuels D e mu t h und Bescheidenheit zu erhalten! (S. 90.) — Die einzelnen Mech. haben, wie es sich von einer solchen Zusammentragung nur denken läßt, selten einen Hauptinhalt, der Zusammenhang tst meistens lose, der Uebergang verschiedener Materien zufällig oder gekünstelt. Vier derselben tragen eine veberschrist nämlich M. 2t Lob der Schönen, Tadel der Häßlichen. M. 3. Buch der Liebe (Lust). M. 26. Vom Alter. M. 27. Von den 86) Zebner: Auswahl S. 66 ff., auch vielfach von D e l i tz s ch und Dukes benutzt. 87) Dukes.- Ehrens. S. 35. vergl. "DO2 (S. 159). 88) Dasselbe nach Abarbanel bei Dukes: Ehrens.S» 55 scheint arabischen Ursprungs. 85) Z u n z: Anal. 4. S. 326.